Partner im Kampf gegen den Blutkrebs – Acht Typisierungsaktionen

Viessmann-Schule mit DKMS-Siegel ausgezeichnet

Freuen sich über die Auszeichnung mit dem DKMS-Siegel: (von links) Klaus Lötzerich, Leiter der Hans-Viessmann-Schule, Tatjana Anjelski, Abteilungsleiterin Gesundheit und Pflege (Bad Wildungen), und Ulla Zurwehme, Abteilungsleiterin Wirtschaft und Verwaltung (Frankenberg).
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Freuen sich über die Auszeichnung mit dem DKMS-Siegel: (von links) Klaus Lötzerich, Leiter der Hans-Viessmann-Schule, Tatjana Anjelski, Abteilungsleiterin Gesundheit und Pflege (Bad Wildungen), und Ulla Zurwehme, Abteilungsleiterin Wirtschaft und Verwaltung (Frankenberg).

Künftig werden die Gebäude der Hans-Viessmann-Schule mit dem DKMS-Siegel geschmückt sein. Die Deutsche Knochenmarkspende hat der Schule dieses Siegel als Zeichen der Anerkennung für das herausragende Engagement im Kampf gegen den Blutkrebs verliehen.

Bad Wildungen/Frankenberg – An der Viessmann-Schule hat die Verbindung zwischen Lernen und sozialem Engagement – insbesondere im Bereich der Stammzellenspende – eine lange Tradition. Bereits seit 2006 organisieren Schülerinnen und Schüler Veranstaltungen mit Typisierungsaktionen.

Die erste Aktion wurde von der Höheren Berufsfachschule für das Fremdsprachensekretariat sowie der Fachoberschule 12, Schwerpunkt Gesundheit, am Standort Bad Wildungen unter Betreuung von Tatjana Anjelski durchgeführt. Die Klassen nahmen am Wettbewerb „Leben spenden macht Schule“ teil, präsentierte eine Wanderausstellung zum Thema Leukämie und rief zur Typisierung auf. Neben den dabei 217 neu aufgenommenen Spendern wurden 5500 Euro an Spenden für die DKMS gesammelt, da für jede Typisierung 50 Euro aufbringen muss. Schon 2006 wurde tatsächlich ein Stammzellenspender für einen Patienten gefunden.

2012 gab es zum zehnjährigen Bestehens der Schule einen Gesundheitstag, bei dem neben der Typisierungsmöglichkeit eine Blutspendenaktion, Gesundheitschecks und Beratungen angeboten wurden. Ein von der Fachoberschule 11, Schwerpunkt Gesundheit organisierter Sponsorenlauf, eine Tombola sowie der Verkauf von Kaffee- und Kuchen erbrachten weitere 4000 Euro für die DKMS.

Insgesamt wurden an den beiden Standorten der Viessmann-Schule in Bad Wildungen und Frankenberg seither acht Registrierungsaktionen durchgeführt, bei denen 947 potenzielle Spender in die DKMS-Datei aufgenommen wurden. Aus diesem Personenkreis resultieren zwölf Stammzellenspende, worauf die Schule sehr stolz ist.

Eine unvergessliche Erfahrung

Der jüngste Spendenfall mit Bezug zur Viessmann-Schule ergab sich im Januar dieses Jahres aus der Typisierungsaktion von 2019 am Standort Frankenberg. Dort organisierte Lehrerin Ellen Vollmar-Pez mit dem Ethik-Kurs der Fachoberschule 12 die Registrierung bei der DKMS. Anlass war das erkrankte Kind einer Schülerin der Schule. Luisa Schneider ist noch immer Schülerin, die sich damals registrieren ließ und heute an der Schule eine Ausbildung zur Bankkauffrau absolviert, schildert ihre Knochenmarkspende, die an einen kleinen Jungen in Amerika ging:

Luisa Schneider spendete Stammzellen für einen kleinen Jungen in den USA.

„Es war eine unvergessliche und außergewöhnliche Erfahrung 2019 habe ich mich bei der Aktion als potenzielle Stammzellenspenderin registrieren lassen. Ich habe mich damals mit 17 Jahren dazu entschieden, weil man Blutkrebspatienten so die Chance auf ein gesundes Leben ermöglicht.. Außerdem dauert die Registrierung nur wenige Minuten und ist sehr einfach durchzuführen.

Im August letzten Jahres war es dann tatsächlich soweit. Ich erhielt ein kleines Paket von der DKMS mit den notwendigen Unterlagen und einem Set für eine Blutabnahme. Nach der Blutabnahme habe ich an der Arbeit die Nachricht bekommen, dass ich die passende Stammzellenspenderin für den Patienten bin. Danach ging alles ziemlich schnell. Es folgte eine Voruntersuchung in einer Klinik in Köln, nach der ich mich für die operative Methode, der Knochenmark-Entnahme, entschieden habe, da diese ausschließlich für den Patienten infrage kam.

Nach einigen Verschiebungen aufgrund des Gesundheitszustandes des Patienten war es im Januar diesen Jahres soweit. Die Operation fand in der Kölner Klinik statt. Aufgrund des guten Verlaufs der OP, konnte ich die Klinik schon am folgenden Tag verlassen und war anschließend eine Woche krankgeschrieben.

Ich konnte die DKMS um weitere Patienteninformationen bitten und war sehr überwältigt, als ich erfuhr, dass ich einem kleinen Jungen in den USA die Chance auf ein gesundes Leben schenken konnte. Rückblickend war diese Registrierung das Beste, was ich machen konnte, da diese besondere Erfahrung mich persönlich enorm gestärkt hat. “ (red)

DKMS-Spenderdatei

Alle zwölf Minuten erhält in Deutschland ein Mensch die niederschmetternde Diagnose Blutkrebs, weltweit sogar alle 27 Sekunden. Leukämie ist nach wie vor die häufigste Ursache für krebsbedingte Todesfälle bei Kindern. Viele Patienten können ohne eine lebensrettende Stammzellenspende nicht überleben. Deshalb sucht die Deutsche Knochenmarkspende nach geeigneten Spendern, die sie in eine Datei aufnimmt. Info: dkms.de

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