Hohe Rückfallquote macht Unterbringung unumgänglich

Wildunger Messerstecher muss in die Psychiatrie

Kassel/Bad Wildungen. Die Unterbringung des 25-jährigen Mannes aus Waldeck-Frankenberg in einem psychiatrischen Krankenhaus ist unumgänglich. So lautete das Urteil des Kasseler Landgerichtes am Donnerstagmorgen gegen den Messerstecher aus dem Landkreis.

Der Mann hatte gestanden am 13. Januar in Bad Wildungen einem 33-Jährigen mit einem Messer in die Brust gestochen zu haben. Das Angriffsopfer wurde durch den Stich lebensgefährlich verletzt.

Auch Staatsanwaltschaft und Verteidigung waren sich einig. „Eine Unterbringung ist im Interesse der Allgemeinheit notwendig“, plädierte Staatsanwältin Bring. Sie sah in der Tat einen versuchten Mord. Der Überfall sei heimtückisch gewesen, da der 33-Jährige nicht damit rechnen konnte. „Es hätte jeden treffen können“, betonte Bring.

Lesen Sie dazu auch: 

- Prozess gegen Messerstecher von Bad Wildungen hat begonnen

- Messerattacke: Mann wegen versuchten Mordes vor Gericht

Da man das Tat- und Opferbild nicht eingrenzen könne, sei eine Unterbringung des Angeklagten notwendig. Auch zeigen abgebrochene Therapien in der Vergangenheit, dass der 25-Jährige die Krankheit nicht ohne fremde Hilfe in den Griff bekommen könne. Der Anwalt des Opfers schloss sich der Staatsanwaltschaft an. Der Angeklagte sei eine „tickende Zeitbombe“. Verteidiger Michael Schenk hatte Zweifel am Tötungsvorsatz. Sein Mandant habe nicht töten, sondern nur verletzen wollen. Der Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung sei hingegen unumstritten. Er unterstrich die zum Tatzeitpunkt verminderte Schuldunfähigkeit, die auch ein Gutachten belegt. Der 25-Jährige sei jetzt bereit Hilfe anzunehmen, auch der Kontakt zu seiner Mutter bestehe wieder. Sie habe ihm Unterstützung angeboten.

Die Anlasstat als solche, zeige die Gefährlichkeit des 25-Jährigen für die Allgemeinheit, das mache eine medizinische Behandlung notwendig und das wisse auch der Angeklagte, sagte Richter Volker Mütze abschließend.

Von Kathrin Meyer

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Schlagworte zu diesem Artikel

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.