Fremdsprachensekretariat: Praxis statt grauer Theorie

Schülerunternehmer und zwei neue Aktionäre (von links): Lena Hempler, Robine Bender, Marketingleiterin Ute Kühlewind, Bürgermeister Volker Zimmermann , Sarah Martin, Pascal Sonneborn und Nicola Cavallaro. Foto:  Schade

Bad Wildungen. 17 Schüler der Berufsfachschule für das Fremdsprachensekretariat an der Hans-Viessmann-Schule haben sich eine Menge vorgenommen.

Im Sommer gründeten sie im Zuge des Junior-Wettbewerbs des Institutes der deutschen Wirtschaft die Schülerfirma „Flappy Toys“. Ihr Ziel: der Landessieg und damit Einzug ins Bundesfinale.

Im Oktober haben die Schüler die erste von 90 Aktien im Wert von zehn Euro verkauft. Inzwischen zählt das kleine Unternehmen schon 76 Aktionäre. „Wir schreiben bereits schwarze Zahlen“ berichtete Lena Hempler am Donnerstag bei einer Vorstellung ihrer Firma im Rathaus. Und die geschäftstüchtigen jungen Leute nutzen die Chance, gleich zwei weitere Aktionäre zu gewinnen: Bürgermeister Volker Zimmermann und Ute Kühlewind (Staatsbad-GmbH).

Geschäftsidee von „Flappy Toys“ ist die Produktion von Puzzles, Kissen und einem Buch zur Förderung der europäischen Integration. Dabei ist ihnen der soziale Aspekt besonders wichtig, wie Lena Hempler mit Blick auf das brandaktuelle Thema Flüchtlinge sagte.

Dass Buch um den Jungen Ben und Affe Flappy ist ebenso wie Kissen und Puzzles eine komplette Eigenproduktion. „Wir haben uns die Figuren ausgedacht, die Texte geschrieben und mit Bildern versehen“, sagen die Schüler. Es ist zwar in Deutsch geschrieben, enthält aber auch ausländische Textpassagen etwa beim mehrsprachigen Geburtstagslied für Hauptfigur Ben. Ende Januar soll das Werk gedruckt vorliegen. Die Vermarktung in Form von Gutscheinen hat bereits begonnen.

Mit einem eigenen Stand hat sich „Flappy Toys“ vergangene Woche auf dem Bad Wildunger Weihnachtsmarkt vorgestellt. Renner waren die Kirschkernkissen mit einem Portrait des Affen und Firmen-Logos Flappy. 36 Kissen hatten die Schüler produziert. Nach dem Markt meldeten sie „ausverkauft“. Auch ein Puzzle mit dem Eiffelturm lief hervorragend. Weitere sind in Arbeit - darunter ein London-Puzzle.

Der Junior-Wettbewerb läuft bis zum Schuljahrsende im Sommer 2015. Im Februar plant die Schülerfirma einen Integrationstag . „Das wird keine Verkaufsveranstaltung“, sagten sie. Ihnen geht es vielmehr darum, mit den in der Badestadt lebenden Flüchtlingen ins Gespräch zu kommen. Im Mai ist eine öffentliche Vorstellung des neuen Buchs beim „Stadtlesen“ auf dem Postplatz geplant. (sch)

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