Mindestgebot lag bei 16.000 Euro

Privater Bieter ersteigert Bahnhof für 41.000 Euro

Nur noch Haltepunkt: der Bahnhof Wega an der Bahnlinie Bad Wildungen/Wabern. Foto:  Schade

Wega. Der Bahnhof in Wega hat einen neuen Eigentümer. Am Sonntag wurde die Immobilie vom Auktionshaus Karhausen im Meistersaal der Eventagentur BESL am Potsdamer Platz in Berlin versteigert.

Den Zuschlag erhielt ein privater Bieter für 41 000 Euro. Das Mindestgebot für das sanierungsbedürftige Objekt lag bei 16 000 Euro. Nähere Angaben zum neuen Eigentümer konnte das Auktionshaus aus Datenschutzgründen nicht machen.

2007 hatte die Bahn diesen und weitere 489 nicht mehr betriebsnotwendige Bahnhöfe an ein britisch-deutsches Konsortium verkauft. In dessen Auftrag wurde das Objekt mit einer Wohn-/Nutzfläche von 183 Quadratmeter und einem 2894 Quadratmeter großen Grundstück nun vermarktet.

Der Bahnhof erlebte seine Blütezeiten in den 1960er und 1970er Jahren. Bis zu 100 Güterwaggons wurden dort täglich mit Schaumstoffprodukten aus dem Wegaer Correcta- und später Metzeler-Werken beladen. Mitte der 70er Jahre wurden diese Transporte aber zunehmend auf die Straße verlagert.

Diese Zeiten sind lang vorüber, das Bahnhofsgebäude hat ausgedient. Wega wurde zum Haltepunkt degradiert, die Bahnmitarbeiter des Schalters und des Stellwerks abgezogen.

2008 dann ein weitere Schock für Wega. Der als Ersatz für den Schalter installierte Fahrkartenautomat wurde abgebaut - ebenso die Automaten an den Haltestellen in Mandern, Ungedanken und Zennern. „Zu wenig Umsatz“, sagte der NVV damals.

Seitdem, fristet der Bahnhof nur noch ein Stiefmütterchendasein. Eine Wohnung im Obergeschoss ist vermietet. Die kostenlosen Parkplätze auf dem Gelände werden gern von Pendlern genutzt. Neun Züge fahren täglich ab 5.28 Uhr in Richtung Wabern und Bad Wildungen. (sch)

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