Bürgermeister nennt Gründe für Beschränkung

Prüfung läuft: bleibt Terminpflicht im Bürgerbüro Bad Wildungen auch nach Pandemie?

Die „Stelle für alle Fälle“: Unter diesem Titel, der Bürokratieabbau signalisierte, wurde das Bürgerbüro zwar einst ins Leben gerufen, doch die zunächst pandemiebedingte Zugeknöpftheit könnte dauerhaft erhalten bleiben.
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Die „Stelle für alle Fälle“: Unter diesem Titel, der Bürokratieabbau signalisierte, wurde das Bürgerbüro zwar einst ins Leben gerufen, doch die zunächst pandemiebedingte Zugeknöpftheit könnte dauerhaft erhalten bleiben.

Ausgerechnet das Bürgerbüro ist die einzige Anlaufstelle der Stadtverwaltung Bad Wildungen, für die man weiter einen Termin vereinbaren muss. Bleibt´s auch nach der Pandemie dabei?

Bad Wildungen – Das Bürgerbüro Bad Wildungen ist weiterhin allein nach Terminvereinbarung für die Bürgerinnen und Bürger erreichbar. Zur Begründung hat der Magistrat mit Bürgermeister Ralf Gutheil an der Spitze die aktuelle Corona-Lage angeführt. Die übrigen Ämter im Rathaus darf man jedoch wieder ohne Termin besuchen, die Verwaltung ist prinzipiell also geöffnet. „Manche kritisieren ja die Öffnung in dieser Phase durchaus“, antwortet Gutheil zunächst ausweichend auf die Frage, warum allein und ausgerechnet das Bürgerbüro wegen der Pandemie strikteren Regeln unterworfen bleibt. Bürgerbüros in anderen Kommunen des Kreises sind schließlich zu einem offeneren Betrieb zurückgekehrt.

„Das liegt an den Räumlichkeiten“, meint Gutheil. In Waldeck mit ähnlich engen Verhältnissen etwa lasse sich der Zutritt am Haupteingang kontrollieren. Die Besucher gelangten in einer Art Einbahnstraßenregelung hinein und hinaus. Frankenberg als weiteres Beispiel verfüge dagegen über eine ausreichend große Wartezone. Aber: In Bad Wildungen gründen die Einschränkungen längst nicht mehr allein auf Corona, räumt der Bürgermeister ein.

Als „Stelle für alle Fälle“ ging das Bürgerbüro Bad Wildungen einst an den Start

Die „Stelle für alle Fälle“: unter diesem Namen wurde das Bürgerbüro Bad Wildungen vor rund zwei Jahrzehnten gegründet, um größere Bürgernähe durch unbürokratischen Zugang zu gewährleisten. Viele alltägliche Behördengänge sollten den Bürgern als „Kunden“ der Verwaltung so leichter gemacht werden.

Damit ist es vorbei – und vielleicht nicht nur vorerst, sondern dauerhaft, selbst wenn die Pandemie ausgestanden ist: „Wir lassen gerade prüfen, ob wir durch Umbau, etwa das Öffnen von Wänden, für die Zukunft wieder Bedingungen schaffen können, die einen Verzicht auf Termine im Bürgerbüro Bad Wildungen ermöglichen“, erklärt Ralf Gutheil. Das Ergebnis der Prüfung sei offen.

Rücksichtsloses Verhalten beim Betreten des Bürgerbüros Bad Wildungen nicht selten

Er berichtet von gedanken- und rücksichtslosem Verhalten, das beim Besuch des Bürgerbüros Bad Wildungen nicht selten zu Tage trete: „Menschen platzen einfach herein, obwohl sie sehen, dass alle Arbeitsplätze besetzt sind.“ Dieses Verhalten stelle nicht nur ein Problem mit Blick auf Corona dar, sondern auch aus Perspektive der schärferen Datenschutzbestimmungen. Datenschutz sei bei Terminvergabe besser zu gewährleisten unter den momentanen, äußeren Bedingungen. „Seit der Einrichtung des Bürgerbüros hat sich allein in diesem Punkt sehr viel geändert“, sagt Gutheil.

Insgesamt habe sich mit der Zeit der Aufwand erheblich erhöht für die einzelnen Dienstleistungen des Bürgerbüros Bad Wildungen, darunter Standesamts- oder Ausweis- und Pass-Fragen. Die Bearbeitungsdauer sei gewachsen. Hinzu komme, dass im Zuge der engeren interkommunalen Zusammenarbeit auch Edertaler inzwischen diverse Angelegenheiten im Bürgerbüro erledigten. (Matthias Schuldt)

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