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Quarantäne endet für Wildunger Handballerinnen – Pokalspiel in Buxtehude nächstes Ziel

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In den Kreis der Mannschaft zurückkehren: Dieser Wunsch ist bei der Vipers-Trainerin Tessa Bremmer derzeit stark, nach den vielen Corona-Fällen im Team.
In den Kreis der Mannschaft zurückkehren: Dieser Wunsch ist bei der Vipers-Trainerin Tessa Bremmer derzeit stark, nach den vielen Corona-Fällen im Team. © kaliske

Gute Besserung, statt gutes Spiel. So oder so ähnlich kann man sich die Kommunikation bei der HSG Bad Wildungen Vipers derzeit vorstellen. Corona hat den Handball-Bundesligisten arg gebeutelt.

Bad Wildungen – Nur vier von den 15 Spielerinnen blieben von der Viruserkrankung verschont und auch zwei aus dem Betreuerstab wurden positiv getestet. Da stellt die sich die erste Frage an die gesund gebliebene Trainerin Tessa Bremmer fast von allein: Wie geht es der Mannschaft und wie schwer hat es die einzelnen Spielerin erwischt?

„Alle betroffenen Mädels sind natürlich in Quarantäne, die meisten Verläufe waren eher harmlos, aber zwei Spielerinnen hat es stärker erwischt, etwa so wie bei einem schweren grippalen Infekt.“ Die Dauer der Quarantäne sei recht unterschiedlich, mal sieben, aber auch 14 Tage, je nach Krankheitsverlauf.

Nun kommt täglich eine Spielerin zurück aus der Quarantäne. Bremmer hat wieder mit leichtem Training begonnen und sie hofft, dass sie in der kommenden Woche wieder alle Spielerinnen zur Verfügung hat. Woher genau diese Corona-Welle gekommen ist, die die Vipers aus dem Spielbetrieb gerissen hat, weiß niemand. Ein spezieller Infektionsherd sei nicht festgestellt worden, betont Bremmer. „Bei uns gehen alle Spielerinnen arbeiten, sie gehen einkaufen, da kann man sich überall anstecken.“

Arzt entscheidet, ob Sport wieder möglich ist

Die Trainerin sieht auch keinen Sinn darin, über Konsequenzen und neue Sicherheitskonzepte nachzudenken, damit solch ein Krankheitseinbruch künftig vermieden werden kann. „Ich glaube, das kann im Moment kein Mensch verhindern, alle Spielerinnen werden täglich getestet, die Liga verlangt den PCR-Test, ich denke wir testen fünfmal mehr es der Durchschnittsdeutsche tut.“ Aber auch wenn alles Spielerinnen wieder in der Halle stehen werden, bedeutet das noch nicht die Rückkehr zum normalen Trainingsalltag. Zuvor entscheidet eine ärztliche Untersuchung darüber, ob Sport wieder möglich ist.

Und auch Bremmer muss sich auf eine für sie neue Situation einstellen. Die Intensität werde noch recht niedrig sein und die Übungen würden teilweise auch individuell auf die einzelne Spielerin abgestimmt, kündigt die Trainerin an.

Außerdem kommt für sie noch ein psychischer Faktor hinzu: „Das sind alles junge Mädels, die in ihrer kleinen Wohnung einige Tage eingesperrt waren, sie konnten nicht raus an die frische Luft, konnten sich nur eingeschränkt bewegen. „Wir bauen das jetzt alles wieder auf“, betont die Trainerin mit einem optimistisch klingenden Unterton.

Die Gesunden haben für die Kranken Botengänge erledigt

Doch eigentlich hat Bremmer gar nicht die Zeit für ein langsames Heranführen an die alte Leistungsfähigkeit, denn schon am 30. Januar müssen ihre Spielerinnen beim Pokalspiel in Buxtehude von ihren Körpern wieder Hochleistung abrufen. „Ich gehe davon aus, dass dieses Spiel stattfinden wird, auch wenn dann vielleicht ein, zwei Mädels von uns noch nicht wieder fit sind.“

Und dann flatterte in diesen Quarantänezeiten auch noch die Hiobsbotschaft bei den Vipers rein: Munia Smits verlässt den Verein zum Saisonende und wechselt zum Ligakonkurrenten Neckarsulm. „Klar, Munia ist für uns schon ein großer Verlust und ich habe in diesem Jahr auch noch nicht mit einem Wechsel gerechnet, aber sie spielt eine gute Saison und steht dadurch im Fokus von anderen Vereinen, aber solche Wechsel gehören einfach zum Leistungssport dazu.“

Vielleicht kann man zumindest einen kleinen positiven Effekt aus diesem plötzlichen Corona-Überfall auf die Vipers heranziehen. Der Teamgeist wurde dadurch indirekt gestärkt. Denn Bremmer und die vier gesunden Spielerinnen waren für die anderen da, die Gesunden haben für die Kranken eingekauft, Schnelltests und Medikamente aus der Apotheke besorgt oder andere Botengänge erledigt. Auch solche Hilfen können einer Mannschaft zusätzlichen sportlichen Schub verleihen.

Das zweite von den drei ausgefallenen Ligaspielen wurde neu angesetzt. Die Vipers empfangen am 30. März (19.30 Uhr) Borussia Dortmund. Der Termin für das Spiel bei der HSG Bensheim/Auerbach steht noch aus. (rsm)

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