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Störche auch in Mandern bei Bad Wildungen geschlüpft

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Die Manderner Störche wechseln sich ab mit Jungenbetreuung und Futtersuche.
Die Manderner Störche wechseln sich ab mit Jungenbetreuung und Futtersuche. © Hermann Sonderhüsken

Nicht nur an der Wesemündung in Giflitz läuft das Brutgeschäft der Störche, sondern nun offenbar auch in Mandern bei Bad Wildungen.

Bad Wildungen – Nachdem auf Anregung und mit aktiver Hilfe des Manderner Ernst Möller im Juli 2015 ein Nistangebot für Störche erstellt worden war, wurde dies in dieser Saison endlich von einem Brutpaar angenommen. Die Gastgeber hatten auf Anraten des Ornithologen Wolfgang Lübcke den Horst mit Kalkfarbe befleckt, als hätten dort schon einmal Adebare genistet. Am 17. März war ein Storch auf dem Horst gelandet, ein zweiter gesellte sich am 30. März dazu, beide ringlos. Möglicherweise sind es frühere Junge der Edertaler Störche oder des Bestandes in Wabern.

Am 5. April wurde von Ernst Möller eine Paarung der Störche gemeldet. Bald danach wurde gebrütet und nun lässt sich am Verhalten der Altstörche ablesen, dass Junge im Nest geschlüpft sein müssen, das erste davon laut Beobachtungen wahrscheinlich am 17. Mai. Die Altstörche wechseln sich regelmäßig bei ihrem Dienst auf dem Horst ab. Einer der Elternvögel bleibt an Ort und Stelle, der andere geht auf Nahrungssuche. In den nächsten Tagen sollten die Jungen für Beobachterinnen und Beobachter auch regelmäßig zu sehen sein.

Vermehrt sind noch nicht geschlechtsreife Jungstörche im Kreis zu entdecken

Auffällig: In den letzten Wochen sind vermehrt Störche entlang der Felder zwischen Affolderner See und Fritzlar zu sichten. Es sind mehr, als sich durch die beiden Bruten erklären lassen. Kürzlich zogen zwei Störche wie suchend ihre Kreise in relative geringer Höhe über dem Dorfkern von Wellen. Abends in der Dämmerung ließen sie sich für eine Viertelstunde auf dem First eines Einfamilienhauses am östlichen Ortsrand nieder.

„Bei solchen Beobachtungen dürfte es sich um Jungtiere handeln, die meist erst mit drei bis vier Jahren geschlechtsreif werden“, meint Wolfgang Lübcke. Zur Zeit halte sich ein bemerkenswert großer Trupp von 15 Störchen bei Lengefeld auf, darunter ein Vogel mit besonderem Hintergrund. Seine Geschichte greift Natascha Schütze aus Giflitz für die Ausgabe der Vogelkundlichen Hefte Waldeck-Frankenberg 2023 auf.

Weitgereister Storch namens „Jonathan“

Der Jungstorch trägt den Namen Jonathan, verrät die Edertaler Vogelkundlerin schon jetzt. Jonathan schlüpfte 2020 auf dem Rathaus in Ostrach nördlich des Bodensees. Er wurde nicht nur beringt, sondern auch mit einem Sender versehen. So weiß man, dass er rund 14 000 Kilometer zurücklegte, bis er Mitte Mai in Waldeck-Frankenberg landete. Den Winter hatte er im Senegal verbracht, auf seiner Rückreise die Straße von Gibraltar überquert und über Frankreich, Weil am Rhein und Ginsburg-Gustavsburg ins Edertal gelangt, von wo er Richtung Korbach weiterzog, berichtet Natascha Schütze.

Vielleicht wird auch Jonathan einmal Storchenvater in Waldeck-Frankenberg, wer weiß? Sechs Brutpaare im Kreis seien bekannt, sagt Wolfgang Lübcke: neben dem dienstältesten an der Giflitzer Wesemündung und den Zuzüglern in Mandern ziehen Störche in Volkmarsen, Strothe (Werbetal), Külte und Mühlhausen ihren Nachwuchs auf. Das Edertal zieht sie an wegen der vielen Wiesen, die regelmäßig für Viehfutter gemäht werden. „Was für Wiesenvögel ungünstig ist, bietet den Störchen bei der Futtersuche Vorteile“, erläutert Lübcke.  (sdh/su)

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