Polizei warnt vor Betrugsmasche

Tausend Euro überwiesen: Wildungerin fiel auf Microsoft-Betrüger rein

Vorsicht Betrug: Microsoft-Mitarbeiter melden sich nicht beim Kunden mit technischem Support.
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Vorsicht Betrug: Microsoft-Mitarbeiter melden sich nicht beim Kunden mit technischem Support (Symbolbild).

Im Landkreis Waldeck-Frankenberg gab es in jüngster Zeit erneut einige Anrufe angeblicher Microsoft-Mitarbeiter. In zwei Fällen verloren die Opfer vierstellige Geldbeträge.

Waldeck-Frankenberg – Zuletzt wurden zwei Menschen in Frankenberg und Bad Wildungen Opfer dieser Betrugsmasche, berichtet die Polizeidirektion in Korbach, um die Bevölkerung zu warnen. Die Software-Firma Microsoft rufe nicht bei Privatpersonen an, stellt Polizeisprecher Dirk Richter klar.

Wie er berichtete, bekam vor Kurzem eine 60-jährige Frau aus dem Raum Bad Wildungen auf ihrem Computer eine Einblendung, in der sie aufgefordert wurde, zehn Euro zu überweisen, um ihre Microsoft-Lizenz zu verlängern. Anschließend erhielt sie eine Mail, in der man ihr mitteilte, dass sie offensichtlich versehentlich deutlich zu viel Geld überwiesen habe. Statt der geforderten zehn Euro seien es 999 Euro gewesen.

Die Betrüger übersandten ihr einen angeblichen Bankscheck im Wert von 2000 Euro und forderten sie auf, den Unterschiedsbetrag von 1001 Euro auf ein litauisches Konto zu überweisen. Da die Bad Wildungerin den Betrag überwies, hat sie nun einen finanziellen Schaden von 1011 Euro.

Zugriff per Fernwartung zugelassen

In einem schon etwas länger zurückliegenden Fall erhielt eine junge Frau aus dem Frankenberger Land einen Anruf von einem Mann, der sich als Mitarbeiter von Microsoft vorstellte. Ihm gelang es, das Vertrauen der Frau zu gewinnen. So konnte er sie dazu bewegen, ihm über eine Fernwartungssoftware Zugriff auf ihrem Rechner und ihr Mobiltelefon zu gewähren. Anschließend führte der Betrüger Überweisungen über den Online-Banking-Account der jungen Frau durch. Der Betrüger ergaunerte mehrere tausend Euro, berichtete Kriminalhauptkommissar Dirk Richter.

So funktioniert die Masche

In den beiden geschilderten Fällen waren die Betrüger erfolgreich, in den meisten Fällen scheitern sie jedoch. Die Masche sei fast immer die gleiche: Die Täter rufen oft unter manipulierten Telefonnummern bei den Opfern an. Die angeblichen, häufig nur Englisch oder gebrochen Deutsch sprechenden Microsoft-Mitarbeiter behaupten, dass der Rechner des Angerufenen Fehler aufweise, von Viren befallen oder gehackt worden sei oder ein neues Sicherheitszertifikat benötige. Dazu bieten sie ihre Hilfe an.

Dazu sollen ihre Opfer auf ihren Geräten eine Fernwartungssoftware installieren, mit der die angeblichen Probleme gelöst werden können. Mit diesem Programm haben die Betrüger Zugriff auf die Rechner ihrer Opfer und auf sensible Daten, beispielsweise Passwörter für das Online-Banking.

Darüber hinaus verlangen sie für ihre vermeintliche Service-Leistung eine Gebühr. Manchmal fordern sie für das Erneuern einer angeblich abgelaufenen Lizenz ebenfalls Geld oder sie überreden ihre Opfer dazu, einen kostenpflichtigen Wartungsvertrag einzugehen.

Weigern sich die Betroffenen zu zahlen oder auf das Angebot einzugehen, drohen die Täter mit dem Sperren des Rechners und dem Verlust der Daten. Sie fragen unter anderem nach den Kreditkartendaten oder nutzen während des Fernzugriffs das Online-Banking des Geschädigten.

Unter dem Vorwand die Transaktion sei fehlgeschlagen, verlangen sie Zugriff auf weitere Zahlungsarten und fordern eine nochmalige Zahlung. Zum Teil werden Opfer aufgefordert, im Supermarkt oder an der Tankstelle Gutscheincodes (z.B. iTunes) für das Bezahlen im Internet zu erwerben.

Tipps der Polizei

So schützen Sie sich: Seriöse Unternehmen wie Microsoft nehmen nicht unaufgefordert Kontakt zu ihren Kunden auf. Sollte sich ein Servicemitarbeiter bei Ihnen melden, ohne dass Sie darum gebeten haben: Legen Sie einfach den Hörer auf. Geben Sie auf keinen Fall private Daten z.B. Bankkonto- oder Kreditkartendaten, oder Zugangsdaten zu Kundenkonten (z.B. PayPal) heraus. Gewähren Sie einem unbekannten Anrufer niemals Zugriff auf Ihren Rechner beispielsweise mit der Installation einer Fernwartungssoftware.

Wenn Sie bereits Opfer wurden: Trennen Sie Ihren Rechner vom Internet und fahren Sie ihn runter. Ändern Sie über einen nicht infizierten Rechner unverzüglich betroffene Passwörter. Lassen Sie Ihren Rechner überprüfen und das Fernwartungsprogramm auf Ihrem Rechner löschen. Nehmen Sie Kontakt zu den Zahlungsdiensten und Unternehmen auf, deren Zugangsdaten in den Besitz der Täter gelangt sind. Lassen Sie sich von Ihrem Geldinstitut beraten, ob Sie bereits getätigte Zahlungen zurückholen können. Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Sie können den Betrugsversuch zusätzlich bei Microsoft melden: www.microsoft.com/de-DE/concern/scam

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