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Viel gegeben, nichts bekommen: Vipers haben Metzingen am Rand der Niederlage, verlieren aber 31:34

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Durchsetzungsvermögen. Diese Tugend war im Spiel der Wildunger Vipers gegen Metzingen überaus gefragt. Das Bild zeigt Annika Ingenpass, die den Ball gegen Madeleine Östlund (links) und Anna Albek behaupten muss.
Durchsetzungsvermögen. Diese Tugend war im Spiel der Wildunger Vipers gegen Metzingen überaus gefragt. Das Bild zeigt Annika Ingenpass, die den Ball gegen Madeleine Östlund (links) und Anna Albek behaupten muss. © malafo

Die Vipers können wieder begeistern. Leider haben sie die wichtige Spielerin, namens Glück, noch nicht wieder in ihren Reihen, denn die hätten die Wildunger Handballerinnen gebraucht, um die TuS Metzingen zu schlagen.

Bad Wildungen – Sie hatten den Tabellendritten bei dieser BundesligaPartie in der Edertalhalle am Rand der Niederlage, aber in den beiden Schlussminuten entschied sich Fortuna für Metzingen und der Gast gewann 34:31 (17:14).

Dass hier ein Spitzenteam der Liga am Werk war, sahen die 90 Zuschauer, bereits in den Anfangsminuten. Metzingen legte ein enormes Tempo, vor allem dann, wenn die Wildungerinnen ihre Angriffe beendet hatten, schaltete der Gast mit der schnellen Mitte blitzartig um und hielt den Wildungerinnen einige Male den Spiegel ihrer Langsamkeit vor Augen.

Doch die wissen sich nun gegenüber den Januar-Spielen besser zu wehren, wissen wieder, wie man dagegenhält. Sie gingen das Tempo immer besser mit. Und zeigten den Metzingerinnen nach einigen Minuten: Wir können auch schnell umschalten. Der Vipers-Motor lief nun auch auf hoher Drehzahl, Gas gaben dabei vor allem die Rückraumspielerinnen Marieke Blase und Verena Oßwald als Schützinnen und Vorbereiterinnen. Und das Tor von Anika Hampel zum 7:7 (9.) im Tempogegenstoss lieferte für diese Dynamik guten Anschauungsunterricht.

Die Zuschauer fragten sich, können die Vipers dieses Tempo bis zum Ende mitgehen und auch die Konzentration so lange hochhalten. Die ersten Zweifel kamen bereits Mitte der ersten Halbzeit, plötzlich häuften sich die einfachen Fehler im Wildunger Spiel, die eingewechselte Maxime Struijs addierte zu einem Fehlwurf noch einen Fehlpass, Jolina Huhnstock setzte frei vor dem Tor den Aufsetzer zu früh, sodass der Ball über das Tor sprang und Jana Scheib brachte eine hundertprozentige Chance auch nicht im Tor unter. Und schon lagen die Vipers nach 20 Minuten 9:13 hinten.

Vipers können wieder zurückkommen

Doch in dieser Phase zeigte die Mannschaft von Trainerin Tessa Bremmer, wie schon in Leverkusen, dass sie die Krise gemeistert hat, denn sie kann wieder zurückkommen. Bremmer wechselte die Torfrauen, Lea Schüpbach ging und Manueal Brütsch kam. Allerdings konnten sich beide Keeperinnen in diesem Spiel kaum auszeichnen, obwohl der ein oder andere Ball auch haltbar gewesen wäre. Die Vipers waren kurz vor der Halbzeit wieder dran, aber Huhnstock vergab einen freien Ball und statt mit 15:16 ging es mit 14:17 in die Kabine.

Aus der kam Wildungen mit viel Elan heraus und innerhalb von sechs Minuten machten sie aus dem Rückstand eine 18:17-Führung. „So dürfen wir nicht aus der Halbzeit kommen“, sagte TuS-Trainerin Edina Rott nach dem Spiel. „Daran sieht man, dass wir noch eine sehr junge und unerfahrene Mannschaft sind.“ Sie nahm eine Auszeit, aber deren Wirkung verpuffte. Die Vipers waren nun am Drücker, die Zuschauer begeistert und Metzingen kurz ohne Gegenmittel.

Umstrittene Zwei-Minuten-Strafen

Das Tor von Jana Scheib, die langsam wieder zu ihrer Form zurückfindet, bedeutete das 22:19 (41.). Siegen gegen diesen vermeintlich mächtigen Gegner war nun nicht mehr nur denkbar, sondern auch greifbar nah, wenn, ja wenn , die Wildungerinnen sich nicht so oft bei ihren Abwehraktionen eine Zweiminutenstrafe eingehandelt hätten. Einige davon waren allerdings auch umstritten. Siebenmal mussten Vipes-Spielerinnen in dieser Begegnung für 120 Sekunden das Spielfeld verlassen, drei davon fielen in die Schlussviertelstunde.

„Diese Strafzeiten haben natürlich auch einen Teil dazu beigetragen, warum wir dieses Spiel verloren haben“, meint Bremmer. Sie lobt ihre Team für die gute Leistung, lässt aber auch nicht unerwähnt, das ihre Spielerinnen viele frei Bälle nicht im Tor untergebracht hätten.

So gaben die Vipers diesen wertvollen Drei-Tore-Vorsprung leichtfertig wieder her. Und es sollte nun die Phase kommen in der sie diese achte Spielerin namens Glück hätten gut gebrauchen können. Die erneut stark spielende Verena Oßwald hatte den Pass der Metzingerinnen fast in einen Fehlpass umgewandelt, ihre Fingerspitzen waren zwar am Ball, sie bekam ihn aber nicht zu fassen. Statt Tempogegenstoss und Ausgleich, folgt Metzinger Führung.

Etwa zehn Minuten vor Schluss erhalten Blase und Scheib fast gleichzeitig zwei Zweiminutenstrafen und als die abgelaufen waren, führte Metzingen 27:25. Doch die Vipers blieben bissig, kämpften um eine Belohnung für ihre gute Leistung. Schließlich findet diese spannende Partie zweieinhalb Minuten vor der Schlusssirene ihren dramaturgischen Höhepunkt: Siebenmeter für die Vipers, Munia Smits wirft den Ball an die Latte, sie fängt ihn wieder, wirft erneut, aber Torfrau Rebecca Nilsson wehrt den Ball mit einer Reaktion ab, über die sie vermutlich selbst überrascht war.

Im Gegenzug geht der Gast mit 31:29 in Führung. Scheib verkürzt noch einmal und Metzingen verwandelt den Siebenmeter. Nun lösen die Vipers die Abwehrformation auf, spielen Alles oder Nichts. Und bekommen Nichts. (rsm)

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