1. Startseite
  2. Lokales
  3. Frankenberg / Waldeck
  4. Bad Wildungen

Vipers: Die Kurve gerade noch gekriegt

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Kaum zu stoppen: Die torgefährliche Bad Wildunger Halblinke Munia Smits (Zweite von rechts) hat sich gegen die Buxtehuderinnen Annika Lott (links) und Isabelle Dölle durchgesetzt. Maxime Struijs beobachtet die Szene.
Kaum zu stoppen: Die torgefährliche Bad Wildunger Halblinke Munia Smits (Zweite von rechts) hat sich gegen die Buxtehuderinnen Annika Lott (links) und Isabelle Dölle durchgesetzt. Maxime Struijs beobachtet die Szene. © malafo

Elfter wurde die HSG Bad Wildungen in der schwierigsten Saison seit der Erstliga-Rückkehr 2014. Erst mit dem glücklichen 29:28 Ende April in Zwickau waren die Weichen für den Klassenerhalt endgültig gestellt.

Bad Wildungen – „Wir haben die Kurve gerade noch gekriegt“, brachte Kapitänin Manuela Brütsch die durchwachsene Bad Wildunger Saison auf den Punkt. Dass die Vipers so lange zittern mussten, lag an der katastrophalen Hinrunde mit 4:22 Punkten. Mit dem 31:27 über Oldenburg am 16. Februar gelang der HSG ein gelungener Start in die Rückserie, in der sie als siebtbestes Team 13:13-Zähler holte und sich so noch von Relegationsrang 13 auf Platz elf vorarbeitete.

„Die erste Saisonhälfte war komplett verkorkst, die zweite Serie dafür sehr stark. Da hat man gesehen, welches Potenzial in der Mannschaft steckt“, sagt Tessa Bremmer, die im Januar selbst „das erste Mal überhaupt“ am Klassenerhalt zweifelte. „Da dachte ich, dass es sein könnte, dass wir es nicht schaffen könnten, aber nach dem Sieg gegen Oldenburg gab es einen kompletten Stimmungsumschwung und ich war wieder vom Klassenerhalt überzeugt“, so die Trainerin.

Bad Wildungen Vipers: Die Gründe für den Fehlstart

„Wir haben bis Anfang des Jahres gebraucht, um zusammenzufinden, obwohl wir gerade in der Breite den stärksten Kader der vergangenen zehn Jahre hatten“, sagt Brütsch. Wieso die HSG „einen klassischen Fehlstart“ hinlegte und „wir gefühlt schon abgestiegen waren“, so Kreisläuferin Annika Ingenpaß, darüber rätseln die Vipers immer noch. Das 24:27 zum Auftakt gegen Leverkusen „hat uns  wohl einen mentalen Knacks gegeben“, sagt Bremmer. Auffallend war die mit Ausnahme von Rechtsaußen Kira Schnack fehlende Konstanz des Teams.

Selbst die Halblinke Munia Smits, die insgesamt die beste HSG-Spielerin war und in der Hinserie sogar die Ligatorschützenliste anführte, hatte neben vielen Höhen auch Tiefs zu verzeichnen. Insgesamt machte die Belgierin aber einen sehr großen Leistungssprung.

Überraschte positiv: Verena Oßwald.
Überraschte positiv: Verena Oßwald. © malafo

Der ähnelte dem von Jana Scheib in der Vorsaison. Während die Halbrechte nicht an ihre glanzvolle Spielzeit anknüpfen konnte und Spielmacherin Maxime Struijs eine enttäuschende Runde spielte, schwächelte selbst Brütsch, fast ein Jahrzehnt die Zuverlässigkeit in Person bei der HSG. Dass die Torwartleistung lange Zeit „ungenügend“ gewesen sei, führt die sehr selbstkritische Schweizer Nationalkeeperin als einen Grund für die lange prekäre Lage an.

Ihr zwischenzeitliches Formtief ließ Ingenpaß ihren Platz im Nationalteam verlieren, während sie bei der HSG für einige Spiele dem starken Neuzugang Jolina Huhnstock (Thüringen) den Vortritt lassen musste.

So gut waren die Neuzugänge der Vipers

Von den Zugängen überraschte die als Ergänzungsspielerin verpflichtete Verena Oßwald (Aalborg) und verdrängte zeitweise sogar Smits, die mit 141 Treffern Rang fünf in der Ligatorschützenliste belegte. „Beide haben eine Megaentwicklung gemacht“, sagt Bremmer.

Sie freute sich über die guten Ansätze von Nachwuchsspielmacherin Anika Hampel (Mainz), die das eminent wichtige Siegtor in Zwickau erzielte, während Leonie Patorra (Bietigheim) schnell das Heimweh packte.

Wir haben in der Rückrunde gezeigt, dass wir ein Team auf der Platte sind.

Munia Smits, beste Vipers-Spielerin der Saison

Die zu Kirchhof wechselnde Julie Hafner (Dortmund U19) war meist nur zweite Linksaußen, während dort Anna-Maria Spielvogel nach ihrem berufsbedingten Ausscheiden von Thea Oby-Olsen (Fredrikstad) abgelöst wurde. Wie die zum Ende hin etwas abbauende Norwegerin kam auch Anouk Nieuwenweg (Neckarsulm) im Januar, wobei die niederländische Halbrechte an alter Wirkungsstätte fast nur bei den Siebenmetern Akzente setzte.

„Wir haben in der Rückrunde gezeigt, dass wir ein Team auf der Platte sind. Es war unglaublich, wie wir aus dem Tief herausgekommen“, sagt Smits über den Formanstieg der HSG, die vor allem auswärts in Buchholz (32:25) und Bensheim (30:27) überzeugte und beim 30:31 gegen Vizemeister Dortmund ihr Potenzial andeute. „Wir haben in der Rückserie gezeigt, was wir können“, sagt Brütsch, die sich wie Ingenpaß und Scheib in der Rückrunde deutlich gesteigert hatte. (jh)

Auch interessant

Kommentare