Forderungen des Wanderverbandes an Politik

Wandertag Bad Wildungen: Wanderer wollen gegen Radfahrer nicht den Kürzeren ziehen

Zu Gast beim Wandertag in Bad Wildungen: Eva und Ulrich Gövert aus Osnabrück.
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Zu Gast beim Wandertag in Bad Wildungen: Eva und Ulrich Gövert aus Osnabrück.

Zur Eröffnung des Deutschen Wandertages in Bad Wildungen am Donnerstag forderte Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß, Präsident des Deutschen Wanderverbandes, viel mehr Unterstützung von der Politik.

Bad Wildungen – „Manche hätten aufgegeben: Bad Wildungen nicht“, bedankte sich Rauchfuß in der Wildunger Wandelhalle zunächst bei den Gastgebern des 120. Deutschen Wandertages. Die Veranstaltung begann am Donnerstag wegen Corona mit einem Jahr Verspätung und dauert bis zum Sonntag.

Ein im Programm reduzierter Wandertag in außergewöhnlicher Zeit, unterstrichen Rauchfuß und Hubert Thorwirth, Vorsitzender des Hessisch-Waldeckischen Gebirgs- und Heimatvereins: Einerseits zog die Pandemie unzählige Menschen aus den Städten zum Wandern in die Natur. Andererseits waren den Wandervereinen ihre Touren untersagt. Querfeldein-Wandern als Massenphänomen beeinträchtige jedoch Naturschutz, Jagdpächter und Waldbesitzer. Nun gelte es, den durch Corona gestärkten Trend zur Bewegung im Grünen mit Hilfe der Wandervereine in die richtigen Bahnen zu lenken.

Wandervereine brauchten mehr Unterstützung für ehrenamtliche Arbeit auf allen Ebenen

Von der Politik auf allen Ebenen fordert Rauchfuß deshalb deutlich mehr Unterstützung statt neuer Hürden: „300 000 Kilometer Wanderwege zeichnen unsere ehrenamtlichen Wegewarte in Deutschland aus. Doch zunehmende Anforderungen von der Datenschutzgrundverordnung über Transparenzregister bis zu Versicherungen treiben die Vereine zur Verzweiflung.“ Die Vereine bräuchten feste Ansprechpartner in Landes- und Bundesministerien sowie auf Bundesebene eine Koordinierungsstelle „Wandern“. Auch eine finanzielle Förderung für den Aufbau und Erhalt des Wanderwegenetzes mahnte Rauchfuß an.

Und: Der Ausbau des Radverkehrs dürfe nicht zu Lasten der Wanderer und generell der Fußgänger gehen. Beispiel: der geplante Mountainbike-Grenztrail Waldeck-Frankenberg. „Grundsätzlich ein gutes Projekt“, betonte Hubert Thorwirth. Doch Rad- und Wanderwege müssten getrennt werden, um Konflikte zu vermeiden, wie sie auf beliebten Wegen schon aufträten, etwa dem Kellerwaldsteig: „Ohne zu klingeln, sausen Mountainbiker an einem vorbei.“ Zum Beheben der Konflikte setzt der Verband auf gute Wegeplanung, Aufklärung und Werbung für Toleranz. Dazu bedürfe es des Einsatzes auch der Politik.

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