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Wildunger BKW fährt bald Korbacher Stadtbus und hat urplötzlich neuen Geschäftsführer

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Von: Matthias Schuldt

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Urplötzlicher Wechsel an der Spitze der Verkehrssparte der BKW: der 58-jährige Dortmunder Uwe Bonan tritt die Nachfolge von Geschäftsführer André Boos an.
Die beliebte Linie 500 zwischen Frankenberg und Kassel über Bad Wildungen ist eines der Bündel, das die BKW mit ihren Bussen bedient. Hier hält einer der Doppeldecker am Wildunger Bahnhof. © Matthias Schuldt

Urplötzlicher Wechsel an der Spitze der Verkehrssparte der BKW: der 58-jährige Dortmunder Uwe Bonan tritt die Nachfolge von Geschäftsführer André Boos an.

Bad Wildungen – Boos stehe ab sofort nicht mehr zur Verfügung. So formuliert es Bürgermeister Ralf Gutheil, kraft dieses Amtes auch Aufsichtsratsvorsitzender der städtischen „Bad Wildunger Kraftwagen-, Verkehrs- und Wasserversorgungsgesellschaft“. Informationen zu den Ursachen und Hintergründen des Abgangs von Boos dürfe und wolle er nicht nennen. Allerdings verweist Gutheil darauf, dass die BKW-Verkehr in den letzten Jahren Gewinne eingefahren habe und die gesamte städtische Gesellschaft finanziell gesund da stehe.

Mehr noch: Uwe Bonan, der gemeinsam mit weiterhin Stefan Tent vom Geschäftszweig Wasser nun die BKW-Geschäftsführung bildet, steht als erstes vor der nächsten Erweiterung des Linienbus-Betriebes. „Im Dezember übernehmen wir drei neue Verkehrsbündel im Norden unseres Landkreises: den Stadtbus Korbach, die Linie Diemelsee und die Verbindung Bad Arolsen-Volkmarsen“, kündigt Bürgermeister Gutheil an.

10 Millionen Euro Investition in 39 weitere Busse

Die BKW investiere rund 10 Millionen Euro in 39 neue Busse. Zu denen zählt ein weiterer Doppeldecker für die Linie 500, „denn der NVV will die beliebte Verbindung zwischen Kassel und Frankenberg enger takten“, fügt der Aufsichtsratsvorsitzende hinzu. Insgesamt rund 90 Busse der BKW fahren damit künftig im Linienverkehr. Hinzu kommen vier Reisebusse, bei denen nach zwei Jahren Corona-Zwangspause das Geschäft wieder anzieht.

Um die Aufgaben zu bewältigen, benötigt die Gesellschaft mehr Fahrerinnen und Fahrer. Das wird nicht einfach. „Wir bewegen uns in einem Arbeitnehmermarkt“, unterstreicht Uwe Bonan. Das heißt, es herrscht Fachkräftemangel.

Eigene Busfahrschule für Nachwuchs seit 2021

Vor Jahren war die BKW öffentlich in die Kritik geraten, weil Lenkzeiten überschritten und Ruhepausen nicht vorschriftsmäßig eingelegt worden waren. „Das haben wir inzwischen im Griff“, sagt Ralf Gutheil. Er räumt auch ein, dass die roten BKW-Busse in den letzten Jahren vermehrt in Unfälle verwickelt waren. Um genug qualifiziertes Personal zur Verfügung zu halten, betreibt die BKW seit dem vorigen Jahr eine eigene Busfahrschule für den Bedarf der Gesellschaft. „So wollen wir Fachkräfte binden“, meint Ralf Gutheil.

Begrüßung am Rathaus durch Bürgermeister und BKW-Aufsichtsratsvorsitzenden Ralf Gutheil (links): Uwe Bonan, zuständig für die Verkehrssparte, bildet mit Stefan Tent als Verantwortlichem für die Wasserversorgung das Tandem der BKW-Geschäftsführung.
Begrüßung am Rathaus durch Bürgermeister und BKW-Aufsichtsratsvorsitzenden Ralf Gutheil (links): Uwe Bonan, zuständig für die Verkehrssparte, bildet mit Stefan Tent als Verantwortlichem für die Wasserversorgung das Tandem der BKW-Geschäftsführung. © Matthias Schuldt

Außerdem verspreche die BKW sichere Arbeitsplätze. „Das ist nicht zuletzt der Grund, aus dem wir uns um die drei neuen Linienbündel bemüht haben, denn in den Jahren 2023 bis 2025 laufen die Verträge für drei andere Bündel aus“, ergänzt der Aufsichtsratsvorsitzende. Man werde versuchen, sie zu behalten, aber in Gestalt der ALV und der Deutschen Bahn gebe es große Konkurrenz. Die DB betreibt bisher etwa den Stadtbus Korbach, die ALV das Pendant in Frankenberg.

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