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Wildunger Direktvermarktermesse wärmt Körper und Seele

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Von: Matthias Schuldt

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Stammanbieter: Hartmut und Sabine Schneider mit ihrer Gerberei und ihren Fell- und Wollprodukten.
Stammanbieter: Hartmut und Sabine Schneider mit ihrer Gerberei und ihren Fell- und Wollprodukten. © Matthias Schuldt

Die Direktvermarktermesse am Tag der Deutschen Einheit 2022 zog Tausende Gäste in und an die Wandelhalle in Europas größtem Kurpark.

Bad Wildungen – „Nein,“ antwortet Sabine Schneider von der gleichnamigen Gerberei aus Battenberg; die Nachfrage nach Schaffellen, Wollsocken und anderen wärmenden Utensilien sei nicht so in die Höhe gegangen wie die Energiepreise in Folge des Ukraine-Krieges. Gleichwohl war der Andrang groß beim Ehepaar auf der Direktvermarktermesse Bad Wildungen am Tag der Deutschen Einheit. Wie an praktisch allen anderen der rund 120 Stände, denn von Beginn an strömten die Besucherinnen und Besucher aus nah und fern in und an die Wandelhalle im Kurpark. Gaumenfreuden aller Art fanden reißenden Absatz. Missmut in den Warteschlangen kam nicht auf, denn sichtlich waren Tausende von Menschen hinter und vor den Theken froh, Geselligkeit zu erleben.

Was nicht heißt, dass die neue, kriegsbedingte Krise nach der Pandemie kein Thema auf der Direktvermarktermesse in Bad Wildungen war. Der Mittelstand und besonders kleinere Handwerksbetriebe sehen sich schlechter von der Politik unterstützt als die Industrie. „Sechs kleine Metzgerbetriebe, die Schaffleisch verarbeitet haben und von denen wir Felle bezogen, haben geschlossen. Sie konnten die Kombination aus höherem Mindestlohn und höheren Energiekosten nicht finanzieren“, erzählt Sabine Schneider, die mit ihrem Mann seit Jahrzehnten die Gerberei zu zweit betreibt.

Verlust kleiner Handwerksbetriebe wäre bei der nächsten Messe schmerzhaft spürbar

Sie wünscht sich einfache Hilfen und hat eine Idee: „Alle Handwerksbetriebe unterliegen der Pflichtmitgliedschaft in Handwerkskammern. Die Beiträge zu halbieren, würde schon was bringen.“ Wenn viele kleine Handwerksbetriebe in Folge der Krisen aufgeben müssten, wäre der Verlust auch bei Ereignissen wie der Direktvermarktermesse schmerzhaft für alle zu spüren, meint nicht nur Sabine Schneider.

Eigeninitiative treibt all diese Menschen an. Sie haben eine Idee, der sie nachgehen. Manchmal hilft Zufall nach wie bei Doris und Hans-Jürgen Rooß aus dem Leimbacher Ortsteil Willingshausen. Sie bieten Kürbisse aller Art von ihrem auf dieses Gemüse spezialisierten „Bastehof“ an.. Spaghetti-Kürbis, Hokkaido, Butternuss und andere Speisekürbisse, dazu eine Vielzahl an originellen Zierkürbissen Stoßen auf große Resonanz bei der Kundschaft.

Leidenschaft für Kürbisse

„Es begann vor 18 Jahren mit zwei Pflänzchen, die unsere Kinder aus dem Grundschulunterricht mitbrachten“, erinnert sich Doris Rooß. Mehr aus Jux „stellten wir im Herbst einen Karren an die Straße mit den Kürbissen zum Verkauf“, erzählt ihr Mann. Ein Erfolg. Von da an nahm die Sache ihren Lauf. Jedes Jahr kauft das Ehepaar Rooß das Saatgut für Speisekürbisse neu nach. Das müsse sein, wie bei Zucchini, denn selbst gewonnene Samen beinhalteten das Risiko, dass die daraus wachsenden Früchte bitter schmeckten, wie es bei den Zierkürbissen der Fall ist.

Süße Klänge für die Ohren brachte das Duo „Feileacan“ im Quellensaal der Wandelhalle Bad Wildungen zu Gehör. Harfenistin „Ditlinde“ und Querflötistin „Sunita“ sind, wie so viele Aktive der Messe, zum wiederholten Mal dabei. „Der Raum bietet eine so tolle Atmosphäre zum Musizieren“, sagt Ditlinde. Der Applaus der Gäste gibt den beiden Recht. Genüsse für alle Sinne und die Geschichten der Menschen, die sie dem Publikum bereiten – das macht diese Direktvermarktermesse im besonderen Umfeld der Wandelhalle und des historischen Kurparks Bad Wildungen aus. (Matthias Schuldt)

Bildergalerie von der Direktvermarktermesse Bad Wildungen 2022.

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