28 Millionen Euro an Investitionen

Wildunger Holzfachschule behauptet sich in Pandemie und plant Modernisierung

Neue Werkstätten benötigt die Holzfachschule.
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Neue Werkstätten benötigt die Holzfachschule.

Die Wildunger Holzfachschule schlägt sich in der Corona-Pandemie gut und will bis zu 28 Millionen Euro in den nächsten Jahren investieren.

Bad Wildungen – Diese Fakten präsentierte der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am Dienstagmorgen im Auditorium.Ein großer Teil der Kurse läuft zwar in Gestalt von Blockseminaren, aber für die Jahresstatistik wird in Tagesteilnehmer umgerechnet, erläuterte Geschäftsführer Hermann Hubing: „Wegen Corona mussten wir im vorigen Frühjahr zwei Monate lang schließen, sodass wir für 2020 auf 38 000 Teilnehmer und damit rund 2000 weniger kommen als im Vorjahr.“

Der Rückgang gehe dabei fast ausschließlich auf Auszubildende zurück, die wegen Corona nicht angereist seien. Meisterkurse waren wie geplant ausgelastet. Die Holzfachschule, die als gemeinnützige GmbH keine dauerhaften Gewinne erwirtschaften darf, schließt mit einem Plus von 60 000 Euro ab.

Anpassung an moderne Lern- und Arbeitsbedingungen

Das Jahr 2021 laufe ebenfalls gut an, fügte Hubing hinzu. Die Schule stellte sich auf die veränderten Bedingungen unter anderem durch Aufbau eines eigenen Corona-Testzentrums ein oder organisierte vermehrt Online-Veranstaltungen mit Vorträgen und Diskussionen.Ungleich höheren Aufwand verlangt die generelle Anpassung an moderne Lern- und Arbeitsbedingungen.2022/23 will die Holzfachschule eine neue Mensa mit 120 Plätzen eröffnen. Die Baukosten liegen zwischen 3,4 und 4,4 Millionen Euro.

2025/26 sollen neue Werkstätten für die Tischlerei-Aus- und Fortbildung zur Verfügung stehen. 10 Millionen Euro braucht das Bildungsinstitut für diesen Zweck. „Die Werkstätten stammen aus den 1920er und 1950er Jahren, entsprechen nicht mehr dem Stand der Zeit und sind zu mehr als 100 Prozent ausgelastet“, erklärte Hubing. Das heißt, es werden mehr Teilnehmende dort unterrichtet, als auf dem Papier Praxis-Arbeitsplätze zur Verfügung stehen. Für das Bestattergewerbe möchte die Schule in Zukunft neben der Theorie praktische Aus- und Weiterbildung anbieten. Der Aufbau eines dafür notwendigen Raumes würde rund 2 Millionen Euro kosten.

Idee für digitales Sägewerk

Von großem Ehrgeiz zeugt die Idee, ein digitales Sägewerk zu errichten. Es wäre laut Hubing das erste seiner Art in Deutschland und verlangt Investitionen in Höhe von rund 12 Millionen Euro. „Grundlegende Funktionen erfüllt es real. Die gesamte Bandbreite der Sägewerkstechnik erschließt sich im Weiteren über Simulationen“, erläuterte Hubing. Zu derlei Einmal-Investitionen gesellen sich jedes Jahr erhebliche Anstrengungen, Technik und Maschinenparks für die Kurse auf dem modernen Stand zu halten: in allen Sparten des Bildungsinstitutes vom Tischlerhandwerk über Modellbau, Sägewerksindustrie, Bestattungsbranche bis zum Holzhandel. „Allein 2020 steckten wir 2,4 Millionen Euro in solche Modernisierungen“, schloss Hubing.

Ohne staatliche Zuschüsse seien solche Summen nicht zu schultern, unterstrich er. Das Geld stammt in erster Linie von Bund und Land, die bis zu 90 Prozent Zuschuss zu den Investitionen geben. Allerdings muss sich die Holzfachschule dieses Geld aus eigener Perspektive hart erkämpfen in einem dichten Dschungel von Förderrichtlinien und zersplitterten Zuständigkeiten vieler staatlicher Stellen. (Matthias Schuldt)

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