Stadt investierte in vier Jahren über 300 000 Euro

Bad Wildunger Kurhaus verschlingt Geld: Bürgermeister weist Kritik zurück

Wieder zum Dauerbrenner der Stadtpolitik geworden: In die Unterhaltung des weitestgehend ungenutzten Kurhauses investiert die Stadt viel Geld. Foto:  Klein

Bad Wildungen. Die Stadt Bad Wildungen hat in den vergangenen vier Jahren mehr als 300 000 Euro in die Unterhaltung des seit Jahren leerstehenden Kurhauses an der Langemarckstraße investiert. Kritik wiesen Bürgermeister und Bauamtsleiter zurück.

Kritik, wie sie von der CDU kam („Wie hier mit dem Eigentum Wildunger Bürger umgegangen wird, ist eine Unverschämtheit“), wiesen Bürgermeister Volker Zimmermann und Bauamtsleiter Klaus Weidner in einem Pressegespräch energisch zurück.

Die Übernahme des Staatsbades brachte der Stadt nach den Worten des Bürgermeisters Menge von Immobilien ein, die zum Teil „in erbärmlichem Zustand“ waren. „Als ich mein Amt antrat, fanden wir ein völlig marodes Kurparkcafé vor, das inzwischen für einen erheblichen Beitrag instandgesetzt wurde“, erklärte Zimmermann. Die Konzertmuschel wurde saniert und die Wandelhalle Reinhardshausen in Ordnung gebracht. Zimmermann: „Wir haben Hunderttausende investiert.“

„Ein schönes Gebäude, aber keine Perle“

Zu diesen Immobilien zählte das in den 1980er Jahren vom Land gebaute Kurhaus. „Ein schönes Gebäude, aber keine Perle, die top in Schuss war“, meinte Bauamtsleiter Weidner.

Um zumindest einzelne Großveranstaltungen ausrichten zu können, wurde 2010 bei einem Ortstermin der aktuelle Beschädigungsgrad dokumentiert. „Das Fazit war ernüchternd“, sagte Weidner. Ohne aufwändige Renovierungsarbeiten sei es unverantwortlich gewesen, dort eine Großveranstaltung stattfinden zu lassen. Erkannt wurde auch, dass das Dach saniert werden musste. Kosten allein dafür: 100 000 bis 150 000 Euro. In einer im Jahr darauf erarbeiteten Vorlage fürs Stadtparlament über den Instandsetzungsbedarf für Veranstaltungen mit hohem Besucheraufkommen wird eine Summe von 300 000 Euro genannt. 2012 musste auch das Parkdeck geschlossen werden. Eine „Gefahrenverhütungsschau“ brachte erhebliche Mängel an den Tag. Geschätze Investitionssumme dafür: 470 000 Euro. Weidner: „Insgesamt hätten wir in die Kurhaustechnik damals rund 615 000 Euro investieren müssen.“

Angesichts der im Parlament geäußerten Kritik, die Stadt habe Wartungsverträge auslaufen lassen und keine neuen mehr abgeschlossen, erklärten Weidner und Zimmermann: Ohne Prüfung und umfassende Sanierung wäre eine Vergabe neuer Wartungsverträge gar nicht möglich.

Umfassende Sanierungsarbeiten gab es mit Blick auf den ins Auge gefassten Verkauf des Objektes nicht - aber laufende Unterhaltungs- und Investitionsmaßnahmen. So investierte die Stadt 230 000 Euro für die Unterbringung der Technischen Hochschule Mittelhessen im Lesesaalgebäude. Das marode Gründach wurde rückgebaut.

Die Fahrstühle werden regelmäßig vom TV geprüft, um die Zulassung nicht zu gefährden. Auch das Dach wird jährlich genau unter die Lupe genommen, Gullys und Einläufe werden gesäubert, die Schutzfolie wird verklebt. (sch)

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