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Wildunger löst mit giftstinkendem Müllfeuer Polizeieinsatz aus

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Amtsgericht Fritzlar
300 Euro Geldstrafe lautete das Urteil am Amtsgericht Fritzlar. © Matthias Schuldt

Wegen des unerlaubten Umgangs mit gefährlichen Abfällen hat das Amtsgericht Fritzlar einen 33 Jahre alten Wildunger zu einer Geldstrafe verurteilt.

Bad Wildungen/Fritzlar – Die Staatsanwaltschaft Kassel hatte dem bereits vierfach vorbestraften Mann vorgeworfen, im November 2021 auf seinem Grundstück in der Badestadt unter anderem mit Leim behandelte Holzpaletten sowie gummi- und plastikummantelte Kabel verbrannt zu haben. Dabei habe er Schadstoffe wie Dioxine, Halogene und Furane freigesetzt. Wegen dichten Qualms und des Gestanks, den das Feuer verursachte, riefen Nachbarn die Polizei. Einen Durchmesser von rund 1,50 Meter wies die illegale Müllverbrennung deren Aussage zufolge auf. Die Schutzmänner soll der Beschuldigte „auf üble Weise beschimpft haben“, ergänzte die Anklageschrift.

„Es ist halt so passiert“, kommentierte der Angeklagte. Durch einen Unfall sei er arbeitslos geworden. Er sei psychisch krank, habe „gesoffen, gesoffen, gesoffen“, leide an Diabetes. „Hat es Ihnen die Sicherung durchgehauen?“, fragte die Richtern. „Ja: „Ich war betrunken“, gab der Vater zweier Kinder an.

Beleidigungen stieß der Bekannte des Angeklagten gegen die Polizisten aus

„Hiwis, Hilfspolizisten, asoziales Pack“ – mit diesen und weiteren Schimpfworten wurden die alarmierten Polizeibeamten tatsächlich auf dem Grundstück empfangen – aber nicht vom Angeklagten selbst, sondern von dessen Bekanntem, der beim Feuer dabei war. Das stellte sich im Prozess heraus.

Der Angeklagte habe den Wasserschlauch gegen die Streife gerichtet und ihr vorgeworfen, sie sei illegal da, berichtete ein Oberkommissar im Zeugenstand. . Ein „Verpisst euch“, setzte der Angeklagte demnach noch hinzu. Am nächsten Tag habe sich der Mann entschuldigt, berichtete der Beamte, der mit anderen Vergehen des Angeklagten in der Vergangenheit drei Mal befasst war.

Platzangst und Panikattacken

Der Angeklagte schilderte, früher auf Montage gewesen und derzeit krankgeschrieben zu sein. Er habe Platzangst und Panikattacken. „Ich will wieder arbeiten“, beteuerte er. Der Registereintrag weist vier Vorstrafen für ihn auf, unter anderem wegen Fahrens ohne Führerschein, Körperverletzung, Betrugs und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Zur jüngsten Straftat habe er sich „geständig eingelassen“, hielt ihm die Staatsanwältin zugute. Die angeklagten Beleidigungen seien von einem anderen Mann ausgegangen, habe die Beweisaufnahme ergeben. Daher beantragte die Anklagevertretung eine Geldstrafe in Höhe von 30 Tagessätzen zu je zehn Euro. In seinem Schlusswort sagte der Angeklagte: „Ich weiß, dass ich mich gebessert habe. Der Alkohol ist weniger geworden, ich bin jetzt aktiver, darauf bin ich stolz.“

Er könne stolz sein, „wenn Sie hier nicht mehr auftauchen“, entgegnete die Richterin. Sie folgte dem Antrag der Staatsanwältin. Der Angeklagte sei geständig und schuldeinsichtig gewesen. Eine alkoholbedingte Enthemmung habe bei der Straftat eine Rolle gespielt. „Es war das letzte Mal“, versicherte der Mann. Er nahm das Urteil an. (Manfred Schaake)

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