15 Millionen Teile in 15 Jahren verarbeitet

Wildunger Pflegeheim-Bewohner arbeiten für Frankenberger Firma Hettich

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Bekanntes Zubehör, neue Perspektive: 15 Millionen Teile sind in den vergangenen 15 Jahren kontrolliert und sortiert worden.

Bad Wildungen. Der weltweit tätige Familienbetrieb Hettich produziert Möbel-Zubehörteile in  Frankenberg - und ein kleiner Teil davon findet seinen Weg in die Welt über Bad Wildungen.

Dort sortieren, entgraten und kontrollieren Bewohner des Pflegeheims „Am Laupark“ seit 15 Jahren Ausschussteile und Reklamationsfälle.

Wichtig für Tagesstruktur

„Für unsere Bewohner ist das ein wichtiger Teil der Tagesstrukturierung“, erklärt Freizeittherapeut Klaus Hölscher. Er empfing kürzlich Vertreter des Unternehmens in den Therapieräumen.

Hettich-Geschäftsführer Frank Blanke bewunderte die Disziplin und Anstrengung, mit der die Bewohner trotz gesundheitlicher Einschränkungen die Arbeit verrichten. Im „Laupark“ leben Menschen jüngeren und mittleren Alters, deren Gehirn durch Unfälle oder Erkrankungen dauerhaft geschädigt ist.

Selbst verdientes Geld

„Jeden Vormittag bieten wir so die Möglichkeit, eigenes Geld zu verdienen“, fügt Therapeut Hölscher hinzu. „Es sind nur ein paar Euro, aber das Gefühl zählt“, erklärt ein Bewohner, der Freude daran hat, sich mit selbst verdientem Geld ein paar Wünsche zu erfüllen.

Obwohl im Pflegeheim der Wicker Cartiola KG viele Therapien und Freizeitangebote wie Basteln, Computerspiele oder Ausflüge organisiert werden, vermittelt das Aufbereiten der Hettich-Teile nicht nur wegen des damit verbundenen Verdienstes ein besonderes Gefühl der Bestätigung. Das betont Heimleiterin Dagmar Ehlert.

Noch mehr zählt, was sich im Lächeln und im zustimmenden Nicken eines anderen Bewohners mit Sprachstörungen und halbseitiger Lähmung zeigt: „Echte Arbeit fühlt sich gut an.“

15 Millionen Teile

15 Millionen Teile sind in den Jahren durch die Hände der Laupark-Bewohner gegangen. Über die spezielle Logistik und über ungewöhnliche Wege, Probleme zu lösen, erfuhr das Hettich-Team vor Ort einiges.

Manche Bewohner halten die Arbeit wenige Minuten am Tag durch. Andere brauchen Stunden für wenige Teile. Arbeiten im dritten Stock, ein kleiner Personenaufzug als Transportfahrzeug und selbst gebaute Hilfsmittel, die auch Bewohnern mit Halbseitenlähmung oder anderen Beeinträchtigungen die Teilnahme am Arbeitsleben ermöglichen – nur dank großzügiger Zeitvorgaben, gut greif- und sichtbarer Formen und des richtigen Gefühls für Machbarkeit ist die Laupark-Hettich Kooperation ein dauerhaftes Erfolgsprojekt geworden. Darin sind sich die Beteiligten einig.

Das Therapeutenteam hob dabei die Rolle seines Ansprechpartners Dieter Seibel hervor, der als Prozessverantwortlicher ein hohes Maß an persönlichem Engagement zeige. „Wir sind dankbar für die Möglichkeit, solche Arbeit anbieten zu können“ unterstreicht Dagmar Ehlert. Mit den Bewohnern und ihrem Team freut sie sich darauf, dass Hettich auch künftig kleine Teile von großer Bedeutung in die Wildunger Laustraße zur Bearbeitung sendet. 

(Von Tina Fischer)

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