Handball-Bundesliga:

Wildunger Vipers hadern mit ihrer Offensive und unterliegen Neckarsulm 30:32

Durchbruch: Jana Scheib (Bad Wildungen) hat die Lücke zwischen die Neckarsulmerinnen Lucie-Marie Kretzschmar und Jill Kooij gefunden.
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Durchbruch: Jana Scheib (Bad Wildungen) hat die Lücke zwischen die Neckarsulmerinnen Lucie-Marie Kretzschmar und Jill Kooij gefunden.

Bad Wildungen – Wenn die Offensive der Vipers vorn so gut agiert hätte, wie ihre Torfrau Manuela Brütsch hinten, dann könnte man sagen, die Keeperin hat den Sieg für die HSG Bad Wildungen gegen die Sport-Union Neckarsulm festgehalten.

Doch es lief anders. Die Handballerinnen aus der Badestadt ließen in dieser Bundesligapartie im Angriff einiges liegen und diese Partie ging 30:32 (11:15) verloren.

Es ist bezeichnend für diese Begegnung, dass die Mannschaft von Trainerin Tessa Bremmer nur einmal in Führung lag - beim 1:0 durch Maxime Struijs, die zur erfolgreichsten Werferin für Bad Wildungen werden sollte.

Der Tabellensiebte gab vor rund 220 Zuschauern in der Edertal-Halle in Bergheim schnell zu verstehen, wer hier die dominantere Rolle spielen will. Sie gingen fix mit 3:1 in Führung und die Ex-Viper Johanna Maria Stockschläder brachte ihr Team nach sieben Minuten mit 6:3 nach vorn, Wildungen war in Unterzahl.

Dieser Spielstand schien für beide Teams unüberwindlich zu sein, denn es ging nun sechs Minuten lang hin und her ohne Torerfolg. Kaum war die Zeitstrafe für die Wildunger Rückraumspielerin Munia Smits vorbei, handelte sich die Rückraumspielerin Jana Scheib eine weitere Zwei-Minuten-Strafe ein.

Brütsch parierte dreimal glänzend und auf der anderen Seite stand ihr die Torhüterkollegin Sarah Wachter in nichts nach. Auch sie zeigte Reaktionen auf Würfe, bei denen man keine Reaktion mehr erwartet hat.

Anna-Maria Spielvogel wird sich nur ungern an diese bewegliche Keeperin erinnern, denn die Vipers-Linksaußen lief in entscheidenden Situationen zweimal allein auf Wachter zu und brachte den Ball nicht an ihr vorbei.

Nachdem Brütsch erneut eine Glanztat gezeigt hatte, kamen die Vipers durch einen von Struijs verwandelten Siebenmeter sogar auf 6:7 heran. Doch näher sollten sie im Verlauf des Spiels ihrem Gegner nicht mehr kommen.

Diese Mannschaft von Trainerin Tanja Logvin agierte wie das gute Pferd, das immer nur so hoch springt wie es gerade muss. Sobald die Vipers dran waren, zogen die Gäste ihre Spiel einerseits wieder an, andererseits profitierten sie dabei teilweise vom Unvermögen der Wildungerinnen, diese Schwächen des Gegners auszunutzen.

Angetrieben von einer Lynn Knippenborg, die nicht nur im Rückraum die Fäden zog, sondern auch die erfolgreichste Werferin ihres Teams war (8/2), baute Neckarsulm den Vorsprung nach rund 20 Minuten immer mehr aus und kurz vor dem Seitenwechsel waren sie mit fünf Toren weg.

Nach dem Wechsel lange Zeit das gleiche Bild. Neckarsulm spielt auch ein Partie in der sich Hochs und Tiefs abwechseln, aber die Sport-Union hält meist einen Fünf-Tore-Vorsprung, weil die Vipers zu hastig abschließen, dumme Schritt- und Abspielfehler begehen oder an Wachter scheitern. Die Wildunger Fans war schon recht ruhig geworden, da wurden sie in der Schlussphase aber noch einmal von ihrer Mannschaft wachgerüttelt.

Die hatte nun der Wir-haben-nichts-mehr zu verlieren-Kampfgeist gepackt und damit brachten sie die Neckarsulmerinnen vermehrt zu schlechten oder überhasteten Abschlüssen.

Aus einem 22:29-Rückstand in der 51. Minute wurde innerhalb von fünf Minuten ein 28:30, das Jolina Huhnstock am Kreis erzielte. Doch erneut schlugen sich die Wildungerinen nun wieder selbst, denn Kira Schnack handelte sich prompt eine Zeitstrafe ein.

Manuela Brütsch zeigt ich dieser Phase noch einmal ihre ganze Klasse, parierte zweimal großartig, aber der Angriff der Vipers kann an diesem Tag diese Vorlagen ihrer Torfrau nicht für einen durchaus möglich gewesenen Heimsieg nutzen. (rsm)

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