Angela Eigenbrodt aus Wega

Wildungerin besucht alle 48 Kirchen im Kirchenkreis der Eder

Panoramablick: die Kirche von Ober-Werbe.
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Panoramablick: die Kirche von Ober-Werbe.

Angela Eigenbrodt aus dem Wildunger Stadtteil Wega ist begeistert von den „Himmlischen Ansichten“, die sie an allen 48 Kirchen im Kirchenkreis Eder entdeckte.

Wega – Es war um Ostern herum, als Angela Eigenbrodt von Pfarrerin Silvia Brusius von dem Pilgerpass erfuhr. Er geleitet zu 48 Gotteshäusern im Kirchenkreis Eder unter dem Motto „Himmlische Ansichten“. Schnell war für die seit 14 Jahren im Kirchenvorstand engagierte Wegaerin klar: „Da mache ich mit“ und sie dachte sich: „Das ist meine eigene Corona-Challenge.“ Mit ihrem E-Bike machte sich die begeisterte Radfahrerin auf den Weg und bewältigte 500 Kilometer. Mal war ihr Mann Reiner mit von der Partie, mal fuhr sie allein.

Der weiteste Weg, den das Ehepaar gemeinsam anging, führte bis nach Ernsthausen. Dazu fuhren die beiden zunächst mit dem Auto bis Thalitter und dann mit dem Fahrrad die Eder entlang bis zum Ziel und mit der Bahn wieder zurück. „Landschaftlich war diese Strecke ganz besonders schön“, sagt Angela Eigenbrodt. Auch andere Strecken haben sie beeindruckt, wie das Lengeltal bei Ellershausen oder das Reiherbachtal zwischen Selbach und Nieder-Werbe. „Hier hat man das Gefühl, man ist in Österreich.“ Da müsse man gar nicht mehr in Urlaub fahren.

Viele Fachwerkkirchen dabei

Die Kirchen, die den Kompass vorgaben, haben Angela Eigenbrodt tief beeindruckt. „Wenn ich heute eine Kirche, einen Altar aus dem Kirchenkreis auf einem Foto sehe, weiß ich genau, wo das ist.“

An der Quernst: Rainer und Angela Eigenbrodt.

Gerne erinnert sie sich an die „schöne, kleine Kirche“ in Haine bei Allendorf/Eder oder an den Lichteinfall in der Kirche in Thalitter. Viele Fachwerkkirchen seien dabei gewesen. Man sieht das Leuchten in ihren Augen, wenn sie den Moment beschreibt, in dem sie so manches Gotteshaus betrat und dessen Reize auf sich wirken ließ. Während die Kirche in Mohnhausen im Innenraum überwiegend mit Holz vertäfelt ist und sehr edel wirkt, kommt die Hugenottenkirche in Luisendorf wie ein Wohnzimmer daher.

Mit vielen Menschen im Gespräch

Mit vielen Menschen ist Angela Eigenbrodt während dieser Zeit ins Gespräch gekommen. Manche Kirchen waren geschlossen, so dass sie sich den Schlüssel holen musste. Die Kapelle auf der Quernst befindet sich im Wald, darum gab es dort auch keinen Aufkleber. Der Pfarrer in Frankenau stempelte den Entdecker-Pass ab.

Auf dem Heimweg von Frankenau erlitt Angela Eigenbrodt einen Platten am Rad – und hatte keine Luftpumpe dabei. So fragte sie mit ihrem Ehemann in jedem Ort. „Trotz Corona waren alle, bei denen wir klingelten, sehr hilfsbereit“, sagt sie dankbar. „Unser Essen hatten wir in Form eines Picknicks immer dabei“, denn Cafés oder Restaurants hatten noch geschlossen.

„Nach 24 Aufklebern gab es eine kleine Überraschung: ein Glas Honig und eine Tafel Schokolade“, sagt Eigenbrodt schmunzelnd. „Es war so schön. Ich hab’s für mich gemacht.“ Drei Fotoalben entstanden , denn Fotografieren ist eine Leidenschaft der Wegaerin. Sie kann nur empfehlen, die „Himmlischen Ansichten“ vor der Haustür zu entdecken (Sabine Degenhardt).

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