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„Wir müssen da jetzt ran“: Vipers empfangen Zwickau und stehen in der Bringschuld

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Torwartfrau
Die Torwartleistungen gegen Oldenburg fand Vipers-Trainerin Tessa Bremmer in Ordnung. Vielleicht startet gegen Zwickau auch Lea Schüpbach (Bild), die gegen den VfL in der zweiten Halbzeit im Tor stand und zwei Siebenmeter hielt. © malafo

Am Ende steht ein großes, umfangreiches Warum. Auch Vipers-Trainerin Tessa Bremmer rätselt über die Art und Weise wie sich ihre Mannschaft diese 27:33-Niederlage beim VfL Oldenburg eingefangen hat.

Bad Wildungen – Nichts deutete in der Vorbereitung darauf hin, dass der Angriff so statisch, ideenlos und leicht ausrechenbar bei diesem wichtigen Spiel auftreten wird oder die Defensive so unbeweglich, körper- und teilweise kopflos agieren wird. Bremmer, die sich eigentlich immer vor ihre Mannschaft stellt, kann diesmal viele dieser Warum-Fragen auch nicht beantworten. „Fragen Sie das die Mannschaft“, sagt sie mehrmals. „Wir hatten uns taktisch perfekt vorbereitet, aber davon wurde nur die Hälfte umgesetzt.“

Leider bleibt dem Team und der Trainerin keine Zeit, darauf eine umfassende analytische Antwort zu suchen. Die liegt einmal mehr auf dem Platz, denn bereits am kommenden Sonntag (16 Uhr) steht in der Edertalhalle in Bergheim der nächste Klassenerhaltskrimi auf dem Programm: Mit dem Ballsportverein Sachsen Zwickau kommt eine Mannschaft gegen die die Wildungerinnen zum Siegen verdammt sind, um das Tabellenende wieder zu verlassen und auch, um die Liga zu halten. Ginge auch diese Partie verloren, würde der Abstand zum rettenden Ufer bereits vier Punkte betragen. „Hoffentlich haben die Mädchen jetzt gecheckt, in welch schwieriger Situationen wir stecken“, hofft Bremmer.

Nieuwenweg beste Spielerin

Es fällt ihr schwer etwas Positives aus dem Auftritt in Oldenburg zu erkennen, aber dann fällt ihr doch noch etwas ein: das gelungene Comeback von Anouk Nieuwenweg. „Nouki war mit Abstand unsere beste Spielerin.“ Die Vipers erwischen vielleicht den ungünstigsten Zeitpunkt, um auf Zwickau zu treffen. Während die eigene Leistungskurve eher nach unten zu gehen scheint, steigt sie bei den Frauen aus Sachsen an. Sie haben Mitte Oktober Leverkusen besiegt und gingen auch am vergangenen Mittwoch als Gewinner aus dem Kellerduell gegen Rosengarten hervor.

Bremmer will von einem guten oder schlechten Zeitpunkt nichts wissen, sie kann bei diesem Gegner auch auf keine Erfahrungen zurückgreifen, denn die beiden Teams stehen sich zum ersten Mal in einem Pflichtspiel gegenüber. Die Vipers-Trainerin weiß auch, dass Zwickau gegen ihr Team nicht nur mit einem Vorsprung an Punkten antreten wird, sondern auch mit einem mentalen.

Drei ehemalige Vipers spielen in Zwickau

Der BSV lebt genau wie die Vipers von der Teamarbeit. Bremmer beschreibt den kommenden Gegner als „geduldig, taktisch diszipliniert und sie machen relativ wenig Fehler“. Drei Spielerinnen der Sachsen feiern ein Wiedersehen mit Bad Wildungen, denn Petra Nagy, Anna Frankova und Isa-Sophia Rösike waren schon bei den Vipers aktiv.

Was kann eine Trainerin in so kurzer Zeit tun, um ihre Mannschaft aus diesem Tief zu holen? „Ich werde das Team taktisch wieder gut vorbereiten, mit einem guten Matchplan, aber nun muss die Mannschaft selbst dafür sorgen, dass sie wieder mehr als solche auftritt, mehr Feuer in ihr Spiel bekommt und mit mehr Überzeugung auftritt.“

Dass jemand einen Fehler begeht, ist für Bremmer eigentlich kein Problem, aber sie erwartet von jeder Spielerin, dass sie dann auch versucht, diesen Fehler wieder gut zu machen indem sie schnell zurückläuft oder den Ball zurück erobert. „Es gab Szenen in Oldenburg, in denen der Gegner vier und wir zwei Meter vom Ball entfernt standen und der Gegner holte ihn sich. Damit komme ich als Trainerin gar nicht klar.“

Oldenburg abhaken und nur noch an Zwickau denken, heißt für die bleibenden Stunden das Motto für die Vipers. Sie haben in der Vorbereitung viel im mentalen Bereich gearbeitet, diese Arbeit könnte sich nun auszahlen. Die Trainerin geht hier wieder voran: „Es wird ein Alles-oder-Nichts-Spiel, aber wir müssen da jetzt ran.“

BSV-Trainer: „Wir kommen nicht als Favorit nach Wildungen“

Sie wollen das Gefühl des Sieges mit nach Bad Wildungen nehmen. Spätestens nach ihrem zweiten Saisonsieg am vergangenen Mittwoch gegen Rosengarten (25:24) kommen die Handballerinnen des Bundesliga-Aufsteigers RSV Sachsen Zwickau nicht mehr als Außenseiter in die Badestadt. „Wir kommen aber auch nicht als Favorit“, betont Trainer Norman Rentsch, „dafür sind wir viel zu demütig.“

Der Coach wusste, dass es schon eine Weile dauern könnte, bis seine Spielerinnen auch im Kopf in der Bundesliga ankommen würden. „Wir sind in der vergangenen Saison von Sieg zu Sieg geeilt und hatten es bis zur WM-Pause mit der Top 10 der Liga zu tun. „Das gibt in der Tabelle ein falsches Bild. Aber wir mussten erst den Respekt verlieren und wissen jetzt, wenn wir an unser Limit herankommen, können wir jeder Mannschaft aus der unteren Tabellenhälfte gefährlich werden“, betont der Coach. Sein Hauptsatz für eine gute Leistung lautet: Wir dürfen nicht zu viele einfache Fehler machen, denn die werden in der Liga fast immer mit einem Gegentor im Tempogegenstoss bestraft.“

Vipers wollen Zwickau das Siegesgefühl nehmen

Das Spiel findet vor Publikum statt. Laut den geltenden Corona-Regelungen darf die HSG bei den Heimspielen der Vipers in der Edertalhalle nur Dauer- und Businesskarteninhaber zulassen. Zusätzlich gilt die Regel 2G+, das heißt alle Zuschauer müssen einen offiziellen Schnelltest vorweisen (max. 24 Stunden) und sollten Personalausweis und Impfnachweis dabei haben.

Dieser BSV Sachsen ist aber auch kein Team, in dem jede Spielerin nun Neuland betritt. „Wir haben einige Spielerinnen die bereits in der Bundesliga gespielt haben“, sagt der Coach. Dazu zählt auch das ehemalige Vipers-Trio Petra Nagy, Anna Frankova und Isa-Sophia Rösike. Nagy wird diesmal wegen einer Verletzung fehlen.

Der Vorteil für die Mannschaft aus Bad Wildungen liegt nach Ansicht von Rentsch in ihrer langen Erfahrung in der Bundesliga. Aber insgeheim hoffen er und seine Mannschaft natürlich, dass sie dieses Siegesgefühl mit dem sie in die Badestadt gekommen sind, auch wieder mit zurück nach Zwickau nehmen können. rsm

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