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Wunsch der Vipers: Metzingen auf dem falschen Fuß erwischen

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Und rein damit: Die Wildungerin Kira Schnack hofft, dass die Metzinger Torfrau Nicole Roth diesen Ball nicht mehr in die Finger bekommt.
Und rein damit: Die Wildungerin Kira Schnack hofft, dass die Metzinger Torfrau Nicole Roth diesen Ball nicht mehr in die Finger bekommt. © malafo

Die Vipers singen wieder. „Ja, es war nach dem Spiel gegen Leverkusen endlich mal wieder eine andere Heimfahrt als viele andere zuvor“, erzählt Tessa Bremmer, Trainerin der Wildunger Handballerinnen. Nun geht es gegen die TuS Metzingen.

Bad Wildungen – Auf solch ein Spiel wie gegen Leverkusen haben ihre Spielerinnen schon seit Wochen gewartet. Es passten plötzlich wieder Abläufe zusammen, bei denen die Mannschaft Zweifel hatte, ob sie überhaupt noch vorhanden und abrufbar sind.

Wären die Vipers-Spielerinnen derzeit mit mehr Selbstvertrauen ausgestattet, hätten sie sich vermutlich in Leverkusen den Sieg nicht mehr nehmen lassen. So wurde es ein 26:26 - ein Unentschieden mit vielen positiven Signalen.

Aber bereits im nächsten Spiel droht dieses kleine Wir-können-es-noch-Pflänzchen von den Metzingerinnen schon wieder zertreten zu werden. Der Tabellendritte der Bundesliga kommt am Samstag (19 Uhr) in die Edertalhalle nach Bergheim. Ein guter Aufbaugegner sieht anders aus, denn der letzte Sieg der Vipers gegen den TuS liegt schon über zehn Jahre zurück.

Nach dem Ärger über einen Punkt folgte die Freude

„Direkt nach dem Spiel war der Ärger über den verpassten Sieg bei uns größer als die Freude über einen Punkt, aber heute sind wir auch erleichtert über das Unentschieden und vor allem über unsere Leistungssteigerung“, sagt Bremmer. Das sieht auch Anouk Nieuwenweg ähnlich, die Rückraumspielerin sagte in einem hbf-Interview: „Ich bin froh, dass wir ein gutes Spiel gemacht haben und denke, das gibt uns viel Selbstvertrauen für die nächsten Spiele.“

Natürlich war auch die Stimmung in der Mannschaft in dieser Woche im Training viel positiver als in den vergangenen Wochen. „Wir haben fleißig und mit guter Laune weitergearbeitet, denn wir wissen natürlich, dass es nicht der einzige Punkt war, denn wir noch für den Klassenerhalt brauchen.“

Gutes Abwehrverhalten macht Hoffnung

Mit der Frage, ob eine hohe Niederlage gegen Metzingen, diese positiven Gefühle wieder zerstören könnte, möchte sich die Trainerin gar nicht erst beschäftigen. Gut dann kehren wir die Frage um: Ist Metzingen schlagbar? „Ja, ich denke schon, denn sie haben sich in dieser Saison schon den einen oder anderen Patzer erlaubt und gegen Mannschaften verloren, von denen man es nicht erwartet hatte.“

Dennoch behält die Trainerin den realistischen Blick: „Für einen Sieg müsste aber schon einiges zusammenkommen. Wir müssten Metzingen auf dem falschen Fuß erwischen und bei uns müsste alles klappen.“

Hoffnung mache ihr das gute Abwehrverhalten in Leverkusen mit der sehr beweglichen und aggressiven 5:1-Deckung. Mit einem guten Defensivverhalten könnte man die starken Metzinger Rückraumspielerinnen bremsen. „Metzingen ist stark im Konterspiel, deshalb dürfen wir den Ball im Angriff nicht zu einfach verlieren, das kann einem Gegner schon in ein paar Minuten das Genick brechen“, betont Bremmer. Doch auch die Vipers haben ihren Killerinstinkt in einer berauschenden Anfangsphase in Leverkusen wieder neu entdeckt..

Sport war Nebensache - Rott: Kamera-Affäre noch nicht überwunden

Seit über zehn Jahren hat die TuS Metzingen nicht mehr gegen die Wildunger Vipers verloren. Hat die Trainerin Edina Rott Zweifel, dass dieses Siegesserie am Samstag reißen könnte? „Das ist nur gute Statistik“, antwortet die Übungsleiterin. „Ja, ich habe immer Zweifel am Sieg gegen unseren nächsten Gegner und Wildungen ist bekannt für sein kämpferisches Spiel und deshalb immer ein unangenehmer Gegner.“

Rott hat auch das Spiel der Vipers gegen Leverkusen gesehen und war vor allem von der imposanten Startphase der Vipers beeindruckt. „Wildungen spielt drei verschiedene Abwehrformationen, da müssen wir sehen, wie wir darauf reagieren können.“

Das Team aus Metzingen steht derzeit auf dem dritten Tabellenrang. Ein Platz, der ein wenig zum Ausruhen veleiten könnte, denn höher geht es nicht mehr, weil Dortmund und Bietigheim die Spitze für sich beanspruchen. Rott befürchtet aber nicht, dass sich Bruder Leichtfuß in ihrem Kader breitmachen könnte. „Wir haben eine junge Mannschaft, viele Spielerinnen sind erst zu Saisonbeginn gekommen, daher suchen wir immer noch nach Stabilität, vor allem in der Abwehr.“

„Die Mannschaft war schockiert“

Möglicherweise verhindert auch eine kriminelle Handlung eine konstante Leistung des Teams. Die Spielerinnen hatten Mitte Januar zwei versteckte Kameras in ihrer Umkleidekabine entdeckt. Die Polizei ermittelte eine Person aus dem näheren Umfeld, die die Kameras dort installiert haben soll.

„Die Mannschaft war schockiert“, betont die Trainerin. Aber die Spielerinnen hätten kurz danach unbedingt gegen Bietigheim spielen wollen. Sie habe allerdings in dieser Begegnung schon bemerkt, dass einige ihrer Spielerinnen nicht so konzentriert gewesen seien wie gewohnt.

Mittlerweile könnten die Spielerinnen besser mit diesem Vorfall umgehen, betont Rott, „aber der Satz ‘Ihr könnt jetzt duschen gehen’ kommt mir immer noch schwer über die Lippen.“

Es wird für Rott das vorerst letzte Spiel mit ihrer Metzinger Mannschaft in Bad Wildungen. Denn sie gibt den Trainerposten zum Saisonende an den Schweizer Werner Bösch ab.

Damit endet für Rott zum zweiten Mal die Cheftrainerinnen-Zeit bei Metzingen. Sie hatte den Club in der Zeit von 2009 bis 2013 in die Bundesliga geführt und sich dann stärker um die Jugend und die zweite Mannschaft gekümmert. 2019 sprang sie noch mal ein, weil Andre Fuhr kurz vor Saisonbeginn entlassen worden war. rsm

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