Bahnhofsvorplatz ist neue Visitenkarte der Stadt Marburg

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Mit Blick auf den Hauptbahnhof: Der Bahnhofsvorplatz in Marburg wurde in den vergangenen dreieinhalb Jahren umgebaut. Er ist jetzt für Autos gesperrt.

Marburg. Die Umgestaltung des Marburger Bahnhofsvorplatzes ist abgeschlossen.

Dreieinhalb Jahre nach Beginn der Bauarbeiten ist der zentrale Platz offiziell wieder eröffnet worden. Allerdings werden Autos weitgehend ferngehalten, indem das nun verkehrsberuhigte Areal für den Durchgangsverkehr gesperrt bleibt. Auf die Renovierung hatten die Bahnreisenden in Marburg zuvor mehr als 20 Jahre gewartet.

Während in der Vergangenheit täglich bis zu 12 000 Autos vor dem Bahnhof brausten, haben in Zukunft nur noch Busse und Fahrräder freie Fahrt. Anlieger, Hotelgäste und Bahnkunden können den Bahnhof mit dem Auto zwar noch über die Neue Kasseler Straße anfahren, müssen den Ort jedoch nach einem Wendekreis auf dem gleichen Weg wieder verlassen. Und: Es darf nicht schneller als 20 Stundenkilometer gefahren werden. Es gibt Kurzzeitparkplätze.

Ziel des umfangreichen Umbaus war es, den Platz zu einer Visitenkarte der Stadt zu machen. Schließlich wird er täglich von rund 15 000 Menschen besucht. Während sich Fußgänger und Buskunden bislang am Rand des Platzes drängelten, warten sie nun auf überdachten Mittelinseln. Die Gehsteige wurden ebenfalls verbreitert. Nur Busse und Fahrräder können den verkehrsberuhigten Bahnhofsvorplatz direkt aus Richtung Bahnhofsstraße ansteuern und von dort wieder in diese Richtung wegfahren. Dafür gibt es ab sofort eine Busampel. Noch eingerichtet wird eine Ampel für Radler, die vom Bahnhofsvorplatz in die Innenstadt fahren wollen.

Dagegen müssen Autofahrer den Bahnhofsbereich über die Mauer- und die Ernst-Giller-Straße umfahren. Auch der Taxenstand ist in die Neue Kasseler Straße gezogen. Neben den restlichen Pflanzarbeiten steht noch die Installation eines dynamischen Fahrgastinformationssystems an, das wie in Großstädten anzeigt, in wie viel Minuten welcher Bus kommt.

Die renovierte Empfangshalle des mehr als 160 Jahre alten Bahnhofs konnte schon 2013 wieder eröffnet werden. Im Erdgeschoss des neobarocken Gebäudes richtete die Bahn neue Serviceschalter, mehr Schließfächer und einen Wartebereich ein. Dazu kamen neue Cafés und Geschäfte. Im Obergeschoss wurden Wohnungen sowie ein Hostel eingerichtet.

Die Modernisierung der Bahnsteige wurde Ende 2014 abgeschlossen. Seitdem ist der Marburger Bahnhof sowohl für Blinde als auch für Rollstuhlfahrer gut erreichbar. Von der ebenfalls renovierten Unterführung führen Aufzüge zu den Gleisen. Die Bahnsteige wurden so erhöht, dass ein stufenloser Einstieg möglich ist. Für die zahlreichen Blinden der Universitätsstadt gibt es Leitstreifen durch den gesamten Bahnhof bis zu den Gleisen.

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