Daniel Bamberger betreibt ein Observatorium

Sein Name fliegt durchs All: Asteroid nach Hobby-Astronom aus Laisa benannt

Laisa. Schon als Kind hat Daniel Bamberger aus Laisa mit einem Teleskop den Himmel beobachtet. Jetzt ist dem 31-Jährigen eine besondere Ehre zuteil geworden: Nach ihm ist ein Asteroid benannt worden.

Daniel Bamberger bezeichnet sich selbst als „Asteroiden-Jäger“. Der 31-Jährige, der aus Laisa im Kreis Waldeck-Frankenberg kommt und seit 2010 in Marburg wohnt, hat gemeinsam mit dem Briten Guy Wells vor einigen Jahren ein Observatorium aufgebaut, das sich am Wohnort von Wells im Londoner Stadtteil Northolt befindet. Seitdem Bamberger Wells im Jahr 2015 zufällig kennengelernt hatte, arbeiten die beiden zusammen bei ihrem gemeinsamen Anliegen – vor allem per Internet.

Daniel Bamberger (links) und der Engländer Guy Wells betreiben ein Observatorium in London. Jetzt sind zwei Asteroiden nach ihnen benannt worden.

„Ich arbeite täglich an Beobachtungsplanung, Auswertung, Verbesserungsideen und anderem“, erläutert Bamberger. Mit Hilfe des Spezialteleskops in London können sie Asteroiden beobachten. Wenn sie fotografiert worden sind, folgen weitere Messungen, wozu etwa die genaue Positionsbestimmung sowie die Schätzung der Helligkeit des Objekts gehört. „Ungefähr einmal pro Woche helfen wir mit, einen Asteroiden zu entdecken“, schätzt Bamberger. 

Seit der Gründung des Observatoriums haben die beiden Amateur-Astronomen bereits 5000 Messungen an erdnahen Asteroiden gemacht. „Wir sind das momentan aktivste Asteroiden-Observatorium in England und eines der 50 aktivsten weltweit.“

Jetzt gibt es eine große Anerkennung für die beiden Forscher: Der Asteroid mit der Nummer 128345 trägt künftig den Namen Danielbamberger, der Asteroid mit der Nummer 72834 heißt Guywells.

Recht bei Namensvergabe hat der Entdecker

Das Recht der Namensvergabe hat in Sachen Asteroiden immer der Entdecker. Das ungeschriebene Gesetz lautet allerdings, dass er sie nicht nach sich selber benennen kann. In beiden Fällen hat dieses Mal der 1948 geborene Amateur-Astronom Loren Ball aus dem US-Bundesstaat Alabama die Namen für die „Asteroidentaufe“ vorgeschlagen.

Die Benennung ist ein langwieriger Prozess. Dem Namensvorschlag muss die Internationale Astronomische Union IAU zustimmen. Dies geschah in beiden Fällen. Bisher hatten beide Asteroiden keinen Namen, sondern nur eine Katalog-Nummer. Aus dem 2001 entdeckten Asteroid 2001 HQ16 wurde nun Guywells, und der 2004 entdeckte Asteroid 2004 GY18 wurde in Danielbamberger umbenannt.

Nachricht kam am 1. April

„Die Nachricht kam übrigens am 1. April“, erzählt Daniel Bamberger. Er sei dann aber doch sehr froh gewesen, dass dies kein Aprilscherz gewesen sei. „Es ist cool“, freut sich der Marburger.

Insgesamt findet es der 31-Jährige ein sehr faszinierendes Hobby, Asteroiden am Firmament zu beobachten. „Das Spannende ist, wie viele da draußen rumschwirren.“ Der nach ihm benannte Asteroid hat übrigens einen Durchmesser zwischen zwei und fünf Kilometern. Die genaue Materialart (Stein oder Metall) ließ sich bisher nicht bestimmen. Die kürzeste Entfernung auf der Umlaufbahn des Asteroiden zur Erde ist übrigens etwas länger als die Entfernung von der Erde zur Sonne und beträgt rund 177 Millionen Kilometer. Derzeit ist der Asteroid bei uns allerdings erst wieder ab November sichtbar.

Von Manfred Hitzeroth

Rubriklistenbild: © NASA/ dpa

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