Unterwegs mit dem "Pizza-Jupp"

Battenberger backt seit 20 Jahren mobil Pizza

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Seine Pizza bringt die Kunden zum Strahlen: Stammkundin Herta Winter kommt für die Pizza von „Pizza-Jupp“ Franz-Joseph Barth sogar aus Ludwigshafen nach Battenfeld. 

Battenfeld/Battenberg. Franz-Josef Barth backt als "Pizza-Jupp" seit 20 Jahren Pizza in seinem Wagen. Die Kunden stehen auch in Battenfeld oft Schlange. 

Man nehme hausgemachten Pizza-Teig, belege diesen mit Zutaten nach Wunsch und einer großen Portion Käse und garniere ihn mit viel Charme und Witz – das ist das Erfolgsrezept von Franz-Josef Barth. Als „Pizza-Jupp“ verkauft er seit 20 Jahren Pizza, Pasta und Salat aus seinem Wagen auf einem Battenfelder Parkplatz.

Das belegte Fladenbrot aus Italien war schon immer sein Ding, wie Barth sagt: „Auf Familienfeiern war ich schon immer der, der für alle Pizza backen musste“, erzählt er. Da kam ihm die Idee, seine Pizza auf Festen als Alternative zu Bratwurst anzubieten. 

Also ließ er sich einen Pizza-Wagen anfertigen und fing an, seine Pizzen an verschiedenen Orten anzubieten. Zum ersten Mal öffnete er seine Klappe 1998 auf dem Parkplatz vor dem Rewe-Markt Battenfeld.

Wagen von damals noch derselbe

Dort steht er noch heute jede Woche, auch der Wagen von damals ist derselbe. Nur der Ofen musste mittlerweile vergrößert werden. Denn Pizza-Jupp und seine Ware sind bei den Kunden sehr beliebt. Dafür kommen sie zum Teil von weit her, wie zum Beispiel Herta Winter aus Ludwigshafen. 

Immer, wenn sie ihre Tochter in Battenfeld besucht, ist eine Pizza von Pizza-Jupp Pflicht. „Eigentlich esse ich nicht gerne Pizza“, sagt Winter. „Doch die von Jupp lasse ich mir nicht entgehen.“

Auch Dominik Soldan aus Frankenberg ist Stammkunde. Längst ist Barths Pizza für ihn zum Ritual geworden, das am Freitag nach Feierabend das Wochenende einläutet. „Ich komme aber auch wegen Jupp, er ist einfach ein lustiger Kerl“, sagt Soldan.

Talent für Comedy

Denn obwohl Barths Vorname nicht Mario ist, hat er ein Talent zur Comedy: Mit seinen lockeren Sprüchen und Witzen habe er schon jedem Kunden ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert – auch, wenn der Hunger noch so groß war.

Denn nicht selten müssen die Kunden bis zu einer halben Stunde warten. „Die stehen dann in drei, vier Reihen vor meinem Wagen“, erzählt er. Da auch telefonisch Bestellungen bei ihm durchgegeben werden, steht das Telefon gerade zur Mittagszeit nicht still. 

Doch dafür hat Barth einen Trick: Das Handy kommt in den Kühlschrank, damit er gar nicht rangehen kann. „Kunden, die in der Kälte stehen, haben immer Vorrang“, findet Barth.

Mittlerweile hat Barth für die Pizza sogar seinen Beruf im Außendienst eines chemischen Werkes aufgegeben. „Irgendwann musste ich mich entscheiden, beides ging nicht“, sagte Barth. Seitdem steht er an jedem Wochentag von morgens bis abends mit seinem Wagen auf Supermarkt-Parkplätzen in drei Ortschaften. Bereut hat er seine Entscheidung bis heute nie.

Wie lange er noch Pizza in seinem Wagen backen möchte, verrät er nicht. „So lange, bis es eben nicht mehr geht“, sagt Barth. Vielleicht auch etwas früher, sollte sich ein würdiger Nachfolger finden. „Der müsste dann aber erst mal ein Praktikum bei mir machen.“

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