Battenberger Eisenwerk investiert Millionen

An einem Roboter vor dem Ofen der Kernblockanlage: Die beiden Hasenclever-Geschäftsführer Rabah Amani (links) und Norbert Gerling. Foto: Hoffmeister

Battenberg. Weitere 3,5 Millionen Euro will das Eisenwerk Hasenclever in diesem und dem nächsten Jahr in eine Verbesserung der Produktivität investieren.

Ein neues Kapitel der Firmengeschichte begann am Battenberger Auhammer vor rund drei Jahren mit der Anschaffung von zwei gebrauchten Robotern. Inzwischen sind 20 dieser eisernen Gesellen im Einsatz. „Wir müssen die Produktivität verbessern“, betont der technische Geschäftsführer Rabah Amani. Hohe Stückzahlen der Battenberger Turboladergehäuse aus hochtemperaturfestem Stahlguss sind gefragt. 2,4 Millionen Stück waren es im Jahr 2015. Eingebaut werden die Turboladergehäuse in aufgeladene Benzinmotoren nahezu aller europäischer Autohersteller - zum Beispiel für Volkswagen, Porsche, BMW, Volvo oder Ford.

In 2015 wollten die beiden Geschäftsführer Amani und Gerling nach der Prognose eigentlich drei Millionen Turboladergehäuse verkaufen und damit einen Umsatz von 145 Millionen Euro generieren. „Der Markt ist um etwa zehn bis 15 Prozent hinter den Erwartungen zurückgeblieben“, sagte Diplom-Ingenieur Amani. „Deshalb haben wir für 2016 konservativ geplant. Wir gehen von 120 Millionen Euro Umsatz aus.“

Unter dem Strich blieb im vergangenen Jahr erstmals seit vielen Jahren „eine schwarze Null“, wie der kaufmännische Geschäftsführer Norbert Gerling feststellte. Dabei sind rund fünf Millionen Euro in Kapazitätssteigerung, Produktivitätserhöhung und Automation geflossen.

Verteilt auf zwei Jahre, werden weitere 3,5 Millionen Euro in die Ertüchtigung der Stahlguss-Fertigung fließen, sprich: in eine neue Kernblockanlage. Das soll die Produktivität um mindestens 20 Prozent erhöhen. „Wir machen aus einem VW Käfer einen Formel-1-Rennwagen“, scherzt Rabah Amani.  

In vielen Bereichen hat Diplom-Ingenieur Amani die Produktion gestrafft und neu organisiert. Statt eines weiteren Schmelzofens für drei Millionen Euro erreichte er die angestrebte Kapazitätssteigerung beispielsweise für weniger als 300.000 Euro.

„Die früheren Schwankungen sind weg“, sagt Amani. Der Materialfluss sei mittlerweile ausgeglichen und die Ausschussquote mehr als halbiert. Bei der Liefertreue - der Auslieferung bestellter Teile in korrekter Anzahl und Qualität zum richtigen Zeitpunkt - liege das Ergebnis inzwischen bei 95 Prozent, sagt Amani.

Auf dem Gebiet des hochtemperaturfesten Stahlgusses hat das Eisenwerk Hasenclever immer noch ein Alleinstellungsmerkmal. „Aber inzwischen drängen Asiaten nach Europa“, sagt der kaufmännische Geschäftsführer Norbert Gerling, der inzwischen auch für das Schwesterwerk in Brühl bei Köln tätig ist.

Den Eisenguss als „zweites Standbein“ wollen die beiden Hasenclever-Geschäftsführer „auf jeden Fall erhalten“. Dieser wird beispielsweise für Zylinderköpfe in Großmotoren benötigt. „Wir halten die Augen offen für das, was die Märkte wollen“, erklären Gerling und Amani - sowohl bei Werkstoffen als auch bei der Anlagentechnik. Im Bereich Forschung und Entwicklung arbeitet Hasenclever auch mit Universitäten zusammen.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.