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Battenberger Fahrlehrer: Angst vor Prüfung ist meistens unbegründet

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Von: Thomas Hoffmeister

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Christoph Balzer, Inhaber einer Fahrschule in Battenberg, rät von privaten Fahrstunden dringend ab.
Christoph Balzer, Inhaber einer Fahrschule in Battenberg, rät von privaten Fahrstunden dringend ab. © Thomas Hoffmeister

Immer mehr Fahrschüler in Nordhessen fallen durch die Prüfungen. Das hat der Tüv Hessen mitgeteilt. Die Niederlassung Kassel hatte im Jahr 2021 mit 33,1 Prozent die in Hessen höchste Nichtbesteherquote in der praktischen Fahrerlaubnisprüfung aller Fahrklassen. 

Battenberg – Christoph Balzer, seit 2015 Inhaber einer Fahrschule in Battenberg, bestätigt den überregionalen Trend: „Es gibt auf jeden Fall mehr Durchfaller bei der Fahrprüfung“, sagt Balzer.

Bundesweit habe die Quote der Durchfaller im Jahr 2006 „unter 20 Prozent“ gelegen. 15 Jahre später hat knapp ein Drittel der Führerscheinbewerber im Bereich der Tüv-Niederlassung Kassel die Theorieprüfung im ersten Anlauf nicht bestanden.

Einfache oder pauschale Erklärungen für dieses Phänomen lehnt Christoph Balzer jedoch ab. Probleme gebe es vor allem bei der praktischen Prüfung, sagt der Battenberger Fahrlehrer. Zum Beispiel dann, wenn ein Prüfer zu eigenständigem Handeln auffordere, wie mit dem Satz: „Suchen Sie sich mal eine Stelle, um das Fahrzeug zu wenden.“

Praktische Prüfung dauert länger

Heute dauere eine praktische Fahrprüfung 55 Minuten, früher nur 45 Minuten. Gegen Ende der Prüfungsstunde lasse oft die Konzentration der Bewerber nach, hat Balzer beobachtet.

Stärker als noch vor 15 oder 20 Jahren sei bei Führerschein-Prüflingen die Sorge vor dem „Durchfallen“ ausgeprägt, sagt Christoph Balzer. Diese Angst sei jedoch weitgehend unbegründet: „Das ist ja nicht wie beim Abitur.“ Und: „Ich kenne keinen einzigen bösen Prüfer.“

Fahrlehrer rät von „privaten“ Fahrstunden dringend ab

Dringend rät der Battenberger Fahrschul-Inhaber von „privaten“ Fahrstunden auf Feldwegen ab: „Dabei riskieren die Eltern den eigenen Führerschein, eine Gefährdung anderer Menschen und einen Schaden am Auto, auf dem man dann auch noch sitzen bleibt.“

Was Fahrschüler früher an illegal erworbener Fahrpraxis schon mit in die Fahrschule gebracht hätten, „das kriegen wir Fahrlehrer in zwei Stunden locker hin“, versichert Balzer.

Theorie-Prüfung ist schwerer geworden

Die theoretische Fahrprüfung sei ohne Zweifel in den letzten Jahren schwerer geworden. „Früher hat man die Fragen der Prüfungsbögen einfach auswendig gelernt, heute gibt es Varianten mit bewegten Bildern und Fahrzeugen mit wechselnden Farben. Ohne entsprechenden Unterricht würde da wohl jeder versagen“, sagt Balzer.

„Fast alle“ jungen Menschen kommen laut Christoph Balzer heute mit 17 Jahren in die Fahrschule. Das „begleitete Fahren“ ab 17 über ein Jahr – überwiegend mit einem Elternteil als Beifahrer – habe sich absolut bewährt, sagt Balzer, weil die Führerscheinneulinge dabei viel praktische Erfahrungen sammelten.

Nach den Worten des Battenberger Fahrlehrers reagieren junge Menschen geschlechtsspezifisch unterschiedlich, wenn es Probleme bei der Führerscheinprüfung gibt: „Jungen geben eher auf, die Mädchen ziehen’s durch“, hat Christoph Balzer beobachtet.

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