1. Startseite
  2. Lokales
  3. Frankenberg / Waldeck
  4. Battenberg (Eder)

Battenberger Gesundheitszentrum soll nun 5,4 Millionen Euro kosten

Erstellt:

Von: Thomas Hoffmeister

Kommentare

So soll es aussehen: Das an der Senonchesstraße geplante Gesundheitszentrum in Battenberg. Grafik: Architekturbüro planwerk
So soll es aussehen: Das an der Senonchesstraße geplante Gesundheitszentrum in Battenberg. © Architekturbüro planwerk

Deutlich größer geworden ist das Projekt Gesundheitszentrum Battenberg. Die Fachplaner gehen inzwischen davon aus, dass das Gesundheitszentrum 5,4 Millionen Euro kosten wird.

Battenberg - Gegenüber dem Vorentwurf des Architekten Hendrik Pape vom Januar 2021 sei die Zahl der Nutzer von vier auf sechs angewachsen, die Nutzfläche von gut 1000 auf 1600 Quadratmeter, informierte Katharina Wilke vom Fachdienst Gesundheit des Landkreises, die als Koordinatorin für die Gesundheitszentren in Battenberg und Frankenau tätig ist. Nach vielen Abstimmungsgesprächen sei das Raumkonzept jetzt fertig und die Planung „als final bewertet“.

Nun mit Stapelgeschoss

Der Grundriss des Gebäudes sei nun rechteckig, der Gebäudekomplex weise zusätzlich ein „Stapelgeschoss“ auf, sagte Architekt Karsten Braune, Inhaber des Büros „Planwerk“. Von der Senonchesstraße aus erreiche man das Gebäude über einen Eingang in der Mitte. Links soll eine Arztpraxis mit mehreren Behandlungsräumen und Labor entstehen, rechts ein Ausstellungsraum der Firma Heti, die neben ambulanten Diensten auch ein kleineres Sanitätshaus-Sortiment vorhalten wird. Ebenfalls im Erdgeschoss wird eine podologische Praxis (Fußpflege) angesiedelt.

Über das Treppenhaus, einen Aufzug oder von der anderen Seite (Am Wingertsberg) kommt man ins erste Geschoss. Dort wird sich eine große Praxis für Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie ansiedeln. Ebenfalls im ersten Obergeschoss wird sich ein Raum für eine „Gemeindeschwester“ befinden, die dort unter anderem Pflegeberatungen anbieten wird.

Im Staffelgeschoss darüber schließlich wird sich eine Zahnarztpraxis mit mehreren Behandlungszimmern, Labor und Sozialräumen ansiedeln.

Kostenentwicklung von 3,4 auf 5,4 Millionen Euro

Architektin Simone Jungermann vom Fachdienst Gebäudewirtschaft des Landkreises nannte Zahlen. Der erste Entwurf sah nach ihren Worten Kosten von 3,4 Millionen Euro für vier Nutzer auf einer Fläche von 1087 Quadratmetern vor, eine erweiterte Kostenschätzung von September 2021 lag bei 4,6 Millionen Euro für sechs Nutzer auf einer Fläche von knapp 1400 Quadratmetern. In die aktuelle Berechnung von 5,4 Millionen Euro sind laut Simone Jungermann bereits eine Baukostensteigerung um 15 Prozent sowie ein Niedrigenergie-Standard (KfW 40), unter anderem mit besseren Fenstern, eingeflossen. Entsprochen habe man auch dem Wunsch der Zahnarztpraxis nach Glaswänden im Staffelgeschoss. Gleichwohl wies Architektin Jungermann darauf hin, dass Unwägbarkeiten bleiben: „5,4 Millionen Euro sind der Stand von Ende Januar.“

Fragen der Ausschussmitglieder

Die Battenberger Ausschussmitglieder hatten viele Fragen zum Gesundheitszentrum. So erkundigte sich Jan Grings (BLLFB) nach Möglichkeiten zur späteren Umgestaltung der Räume. Es gebe nur wenige „feste“ Wände, etwa 90 Prozent würden in Trockenbauweise erstellt, könnten also später wieder umgesetzt werden, sagte Architekt Karsten Braune.

Nach Erweiterungsmöglichkeiten erkundigten sich Stefan Waßmuth (BLLFB) und Dirk Wind (BLB). Eine weitere Aufstockung des Gebäudes oder einen Anbau sieht Architektin Jungermann jedoch kritisch. Nach den energetischen Standards fragte Petra Henkel (SPD). Es werde eine Wärmepumpe, Fotovoltaikanlagen und Wärmedämmung nach KfW-40-Standard geben, antwortete Karsten Braune. Zumindest die Räume der Zahnarztpraxis sollten klimatisiert werden.

Nach Parkmöglichkeiten erkundigte sich Dr. Andreas Salzmann (AfD). Neben etwa 30 Plätzen am Gebäude befinde sich der große Schwimmbad-Parkplatz in unmittelbarer Nähe, antwortete Bürgermeister Christian Klein. Der Standort sei das große Plus an der Senonchesstraße.

Bürgermeister: An den Start kommen

„Wichtig ist, dass wir jetzt an den Start kommen. Ich warne davor, zu viel Geld in Hätte, Wenn und Aber zu stecken“, sagte der Bürgermeister. „Wir sollten sehen, dass wir jetzt das Schleifchen ´dran kriegen“, meinte auch Bernd Strieder (BLLFB). „Die meisten Leerrohre liegen heute noch leer.“

Auch CDU-Fraktionschef Martin Schelberg sprach sich dafür aus, schnellstmöglich „an den Start“ zu kommen. Baubeginn könnte schon „Ende des zweiten Quartals“ sein, erfuhr Schelberg.

In einer nichtöffentlichen Sitzung soll besprochen werden, zu welchen Konditionen sich die einzelnen Nutzer in das Gesundheitszentrum einmieten können. Absichtserklärungen gebe es bereits; es sollten Mietverträge mit zehnjähriger Laufzeit geschlossen werden, sagte Projektkoordinatorin Katharina Wilke. Sie hält es für möglich, dass das Zentrum „im Herbst 2023“ bezogen werden kann. Beschlussempfehlungen gaben die Battenberger Ausschüsse nicht ab.

„Wir brauchen jetzt das Go der Stadtverordnetenversammlung und können dann die Mietverträge abschließen“, sagte der Erste Kreisbeigeordnete Karl-Friedrich Frese. Er verwies auf zugesagte Zuschüsse von 1,3 Millionen Euro aus der Dorferneuerung und sieht es als realistisch an, dass sich die Vorleistungen der Stadt Battenberg über einen Zeitraum von 30 Jahren durch Mieteinnahmen refinanzieren.

Dank an den Landkreis

Bürgermeister Christian Klein dankte allen Beteiligten: „Wir würden heute nicht hier sitzen, wenn wir nicht die massive Unterstützung des Landkreises gehabt hätten.“ Das Gesundheitszentrum sei eines der wichtigsten Zukunftsprojekte für das Obere Edertal.

Von Thomas Hoffmeister

Auch interessant

Kommentare