Beispiel Gesamtschule Battenberg

Rückkehr in Schulen im Frankenberger Land: Phase 2 beginnt

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Englisch-Unterricht in Corona-Zeiten an der Gesamtschule Battenberg: Unser Bild zeigt einige Schüler der Klasse R10a mit Lehrer Peter Weber (rechts). Mit dabei (hinten von links) Schulleiter Reinhold Gaß, Elternbeiratsvorsitzende Michaela Theis und Konrektorin Cornelia Muth-Heldmann. 

Seit zwei Wochen haben die Abschlussklassen 9 und 10 wieder "Präsenzunterricht" in der Gesamschule Battenberg. Am Montag sollen weitere 200 Schüler aus den Klassen 8 und 9 folgen.

„Es läuft ganz ordentlich“, stellt Schulleiter Reinhold Gaß nach zwei Wochen Unterricht in den Abschussklassen H9 und R10 an der Gesamtschule Battenberg fest. Am kommenden Montag startet Phase zwei für den Wiederbeginn des Unterrichts an der Battenberger Gesamtschule mit den „Vorabschlussklassen“ H8, G9 und R9. „Dann werden wir von gut 100 auf fast 300 Schüler anwachsen“, kündigt Reinhold Gaß an. Für die anderen gut 700 Schüler ist weiterhin Homeschooling angesagt – also Unterricht mit elektronischen Medien und Aufgaben, die zu Hause gelöst werden müssen.

Fertige Pläne für die Vorabschlussklassen hat Konrektorin Cornelia Muth-Heldmann bereits seit zwei Wochen in der Schublade, musste aber auf das Startsignal des Kultusministeriums warten.

„Mit zehn Klassen sind wir dann räumlich und personell am Ende unserer Kapazitäten“, sagt Schulleiter Gaß. „Begrenzender Faktor ist dabei der Hygieneplan des Landes.“ Dieser schreibt Lerngruppen mit maximal 15 Schülern vor, in den Klassenräumen ist ein Mindestabstand von 1,50 Metern einzuhalten.

Und wie soll das funktionieren, wenn irgendwann wieder 1000 Schüler an der Gesamtschule unterrichtet werden? – Auch dafür hat Konrektorin Muth-Heldmann schon einen Plan entworfen. Die Idee: Die Schüler der Jahrgänge 6 und 8, 7 und 9 sowie 5 und 10 haben jeweils an einem Wochentag Unterricht in der Schule und arbeiten an den übrigen Wochentagen von zu Hause aus. Diese Lerngruppen hat Cornelia Muth-Heldmann in die Farben Grün, Blau und Gelb eingeteilt. Bewusst habe sie nicht die Jahrgänge 9 und 10 auf einen Tag gelegt, „weil die sowieso immer zusammen hängen“, lacht die Konrektorin.

Hände desinfizieren an der Gesamtschule Battenberg: Schülerin Vivian Geringer zeigt, wie das geht. Dahinter (von links) Konrektorin Cornelia Muth-Heldmann, Elternbeiratsvorsitzende Michaela Theis und Schulleiter Reinhold Gaß.

Abstand halten sei jedoch weiterhin das Gebot. Auf dem Schulhof solle sich dann eine „Entmischung“ einstellen, die Schüler seien dann „alle vier Tage“ zum Präsenz-unterricht in der Schule. Das biete „klare, verlässliche Strukturen“ und ermögliche es, zeitnah Fragen zu beantworten, die sich zuhause beim Homeschooling ergeben hätten.

Muth-Heldmann: „Dieser Plan würde aber nur bis zu den Sommerferien gelten. Danach hätten wir A- und B-Wochen.“ Das bedeutet: Die eine Hälfte der Gesamtschüler hätte in der einen Woche Präsenzunterricht, die andere in der zweiten Woche. „Am Ende hätten wir alle etwa auf dem gleichen Stand.“

Trotz halbierter Klassengrößen, zusätzlicher Arbeit durch das Homeschooling und der Tatsache, dass 40 Prozent des Lehrerkollegiums einer Risikogruppe angehören – also beispielsweise über 60 Jahre alt sind oder Vorerkrankungen haben – werde es keine zusätzlichen Planstellen geben, sind sich Reinhold Gaß und Cornelia Muth-Heldmann einig: „Wir müssen personell mit dem auskommen, was wir haben.“

Gaß: Bauchen Glasfaser

Dankbar ist die Schulleitung der Gesamtschule für die angekündigte Spende der Firma Viessmann, die mehreren Schulen im Südkreis Laptops und i-Pads im Wert von 100 000 Euro zur Verfügung stellen will (HNA berichtete). „Das ist eine ganz tolle Aktion“, sagte Schulleiter Gaß. Schulleitungsmitglied Alexander Blahnik ergänzte: „Wir hatten schon mehrere Anfragen von Schülern und Eltern.“ Etwa die Hälfte des noch vorhandenen Bedarfs von über 100 Computern an der Gesamtschule Battenberg könne durch die Viessmann-Spende abgedeckt werden. Reinhold Gaß weist in diesem Zusammenhang auf ein noch größeres Problem hin: Spannende und lehrreiche Programme für das Homeschooling könnten an der Gesamtschule Battenberg nicht richtig genutzt werden, weil keine ausreichende Internet-Anbindung vorhanden sei. Gaß: „Wir haben hier nur eine Übertragungsrate von 2 mal 16 MBit.“ Zu Hause habe er 400 MBit. Für eine Medien-Schule wie die Gesamtschule Battenberg sei die vorhandene Kapazität absolut nicht ausreichend. Gaß: „Wenn sich eine bestimmte Anzahl Schüler eingeloggt hat, kann ich nicht mal mehr einen Eintrag in den Terminkalender vornehmen. Wir müssen da einen großen Schritt machen und brauchen dringend einen Glasfaser-Anschluss. Selbst bei unserer Partnerschule in Tansania gibt es ein besseres Handy-Netz.“ Bei ihrem wöchentlichen Besuch bei der Schulleitung hat sich Elternbeiratsvorsitzende Michaela Theis am Mittwoch sehr positiv geäußert: „Ich bekomme auf alle Fragen sofort eine Rückmeldung. Vieles wurde auch über die Homepage der Schule kommuniziert.“ Sie bedauere im Sinne der Kinder, dass derzeit Corona-bedingt weder Projekttage noch Schulfahrten möglich sind. off

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