Appell an Bevölkerung, zu Hause zu bleiben

Viele Corona-Fälle in Allendorf und Battenberg: "Aufmerksamkeit, aber keine Aufregung"

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Symbolbild: Ein Plakat, das unter einem Fenster eines Wohnhauses hängt, fordert mit der Aufschrift "stay home, stay healthy" auf, zuhause und gesund zu bleiben.

Wegen vieler Corona-Fälle in Allendorf und Battenberg appelliert der Landkreis erneut an die Menschen dort, Abstand zu halten, Hygienevorschriften zu beachten und nach Möglichkeit zu Hause zu bleiben.

+++ aktualisiert um 18.15 Uhr +++ In Waldeck-Frankenberg gibt es – Stand Dienstagabend – 64 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus. Das hat der Landkreis mitgeteilt. Die Hälfte dieser Fälle sei im Südkreis gemeldet worden. 

Wie berichtet, sind vor allem Battenberg und Allendorf-Eder betroffen. Der Landkreis hatte bereits am 20. März mitgeteilt, dass vor allem in den Orten Battenberg, Allendorf, Battenfeld und Haine mehrere Erkrankungs- und Quarantänefälle aufgetreten seien. Wie berichtet, hatten sich unter anderem Teilnehmer einer privaten Gruppe aus Battenfeld beim Skiurlaub Anfang März in Ischgl mit dem Coronavirus infiziert. 

Angesichts des vermehrten Aufkommens im Südkreis rät der Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernent Karl-Friedrich Frese zu umsichtigem Verhalten. „Aufmerksamkeit ja, Aufregung nein“, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Kreishaus. 

„Es ist verständlich, dass Bürger aus den Gemeinden angesichts dieser Häufigkeit verunsichert sind“, sagt Karl-Friedrich Frese. Es bestehe aber kein Anlass zur Aufregung – wohl aber für umsichtige Aufmerksamkeit und besonnenes Verhalten. 

„Wir appellieren erneut an die Bevölkerung in den genannten Orten, zu Hause zu bleiben und soziale Kontakte auf das absolute Minimum zu reduzieren“, schreibt der Landkreis. „Jeder kann eigenverantwortlich etwas dafür tun, damit die Infektionszahlen nicht weiter steigen“, sagt Karl-Friedrich Frese. Daher werde dringend dazu geraten, die Hygieneregeln einzuhalten, soziale Kontakte zu vermeiden und – wenn möglich – zu Hause zu bleiben. 

Auch die Tatsache, dass sich einige Hausärzte aus dem Oberen Edertal, wie berichtet, in Quarantäne begeben hätten, zeuge von der Eigenverantwortlichkeit der Mediziner in dieser Lage, sagt Frese. Häusliche Isolation sei auch beim Verdacht einer Infektion sinnvoll und wichtig, um mögliche Ansteckungen zu verhindern. „Die hausärztliche Versorgung in der Region ist durch Vertretungsregeln sichergestellt“, betont Frese. 

In unserer Dienstagsausgabe hatte der Dodenauer Hausarzt Dr. Andreas See gesagt, dass der Raum Allendorf-Battenberg-Hatzfeld „ein absoluter Hotspot“ für Corona-Erkrankungen sei. Hatzfeld dazuzuzählen, sei „defintiv falsch“, betonte am Dienstag der Hatzfelder Bürgermeister Dirk Junker. Dies sei ihm auch vom Landrat bestätigt worden, so Junker.

Allendorfer Arzt in Quarantäne

Vorsorglich in häusliche Quarantäne begeben hat sich kürzlich auch der Allendorfer Hausarzt Dr. Stefan Packebusch. „Ich habe am Donnerstag mit Handschuhen und Mundschutz einen schwer kranken Mann behandelt, der mittlerweile ins Klinikum Marburg verlegt wurde“, berichtete Dr. Packebusch auf Anfrage der HNA. 

Er habe sich selbst am Freitag untersuchen lassen und sich für zwei Wochen in häusliche Quarantäne begeben, obwohl er „keinerlei Symptome“ für eine Corona-Erkrankung aufweise, sagte Packebusch. Er empfange derzeit keine Patienten, habe jedoch am Montag von 8 bis 11 Uhr eine telefonische Sprechstunde abgehalten. 

Nach Dr. See und Sigrid Scheller ist Dr. Stefan Packebusch bereits der dritte Arzt aus dem oberen Edertal, der sich vorbeugend in Quarantäne begeben hat. Dr. Packebusch will sich in der Karwoche erneut untersuchen lassen, ehe er seine Praxis wieder für Patienten öffnen will. 

Die Praxis von Sigrid Scheller bleibt noch am Dienstag, 31. März, geschlossen. Die Dodenauer Praxis von Dr. Andreas See ist nach überstandener Quarantäne wieder geöffnet.

64 Fälle im Landkreis

Laut Gesundheitsdezernent Karl-Friedrich Frese gibt es in Waldeck-Frankenberg 64 Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert sind (Stand 31. März). Davon gelten 24 als genesen. „Von gestern auf heute kamen zwei neue Infizierte hinzu und drei Genesene sind rausgefallen“, sagte Frese am Dienstagabend. 

Der Landkreis liege damit „gut im Trend der Verlangsamung des Anstiegs der Zahl der Infizierten“, den auch das Robert-Koch-Institut beobachte. Das sei „ermutigend“, so Frese.

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