Dodenauer bauen Wein an - 60 Rebstöcke gepflanzt

Weinanbau in Dodenau: (von links) Ortsvorsteher Wolfgang Stein, Manfred Glöser, Werner Benfer und Reiner Zissel vom Verein „825 Jahre“ setzten Rebstöcke in der Auestraße. Foto: Hoffmeister

Dodenau. Nach der Köhlerei und dem Bierbrauen wird nun in Dodenau Wein angebaut. 60 Rebstöcke wurden am Wochenende an einem Südhang in der Auestraße gepflanzt.

Der Verein „825 Jahre“ hat das Projekt in Angriff genommen. 60 Rebstöcke wurden am Wochenende an einem Südhang in der Auestraße gepflanzt. In drei Jahren wollen die Dodenauer Heimatfreunde die Ernte einfahren und dann ein zünftiges Weinfest feiern.

Die veredelten Rebstöcke kommen aus der Pfalz. „Wir haben uns für eine rote Beere entschieden, weil die sehr resistent ist und nicht gespritzt werden muss“, erklärte Manfred Glöser, der sich nach der Köhlerei und dem Bierbrauen auch schon intensiv in das Thema Weinanbau eingelesen hat. Das Ziel des Vereins „825 Jahre“ sei es, in drei Jahren etwa 200 Liter Wein zu erreichen. „Wir haben uns bei einem Winzer erkundigt, wie viele Rebstöcke wir dafür brauchen“, sagte Glöser. So kamen die Organisatoren zu dem Entschluss, 60 veredelte Rebstöcke für rund 200 Euro zu kaufen.

Im Oberen Edertal Wein anbauen? - Da waren einige Dodenauer zunächst skeptisch. Doch Manfred Glöser ist sicher: „Schon im 13. Jahrhundert muss es Weinanbau in Dodenau gegeben haben.“ Das belegt nach seinen Worten ein Einkünfteverzeichnis des Stiftes St. Peter und Alexander zu Aschaffenburg aus dem Jahre 1259. Danach hatte der „Fernbesitz Dadinhauwe (Dodenau) jährlich sieben Ohm Pfründenwein zu liefern. Das entspricht einer Menge von rund 1050 Litern.

Angebaut wird der Dodenauer Wein auf einem privaten Grundstück, das die Familie Albrecht zur Verfügung gestellt hat. Die Lage an einem Südhang ist für den Weinanbau prädestiniert. Eine oberhalb des Grundstücks gelegene Mauer soll noch weiß gestrichen werden, damit weitere Wärme reflektiert wird.

Manfred Glöser ist überzeugt, dass der Dodenauer Wein im Mittelalter „an der Hardt“, außerhalb der Ortslage, angebaut wurde. Dieser Gedanke wurde jedoch aus Kostengründen verworfen. „Dort hätten wir die Fläche einzäunen müssen. Hier haben die Nachbarn ein Auge drauf.“ Deshalb habe man sich für die Auestraße in der Struth entschieden.

Die Hobbywinzer aus Dodenau halten Kontakt zum Weingut Diehlenhof in Landau, das einige Mitglieder des Vereins „825 Jahre“ vor einigen Jahren bei einer Verköstigung kennengelernt hatten. „Der Winzer wird in den nächsten Jahren mal einen Blick auf unsere Rebstöcke werfen und uns beim Schnitt helfen“, kündigte Manfred Glöser an.

Bei den freiwilligen Helfern des Vereins „825 Jahre Dodenau“ hat die Idee des Weinanbaus jedenfalls schon gezündet. „Wir haben einen festen Stamm von zwölf bis 15 Leuten, auf die man sich verlassen kann“, sagt Vorstandsmitglied Reiner Zissel.

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