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Dodenauer verabschiedeten Schausteller-Familie van Elkan

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Von: Willi Arnold

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Abschiedsfoto beim Maifest: Dodenauer Vereine mit der ehemaligen Schaustellerin Ursula van Elkan
Abschiedsfoto: (von links) Klaus-Peter Müller (TSV) und Maximilian Laukel (Feuerwehr) mit dem Präsentkorb und Maria Spieß (MGV) mit einer Foto-Collage für die ehemalige Schaustellerin Ursula van Elkan. Rechts Hartmut Specht (Feuerwehr). © Willi Arnold

Während des Frühschoppens beim Dodenauer Maifest wurde die Frankenberger Schaustellerfamilie van Elkan verabschiedet, die über viele Jahrzehnte das Maifest mitgeprägt hatte.

Dodenau – Wehrführer Hartmut Specht unterbrach am Sonntag kurz das fröhliche Zusammensein und informierte, warum diesmal der Autoscooter fehlte und auch die Reihe mit Schieß- und Zuckerbude leer geblieben war: „Die Frankenberger Schaustellerfamilie van Elkan, die unser Maifest mit seiner langen Tradition wesentlich mitgeprägt hat, kommt nicht mehr, weil sie ihren Betrieb aufgegeben und verkauft hat. Diese Ära ist jetzt leider zu Ende und wir Dodenauer werden Ursula und Jonny van Elkan auch persönlich sehr vermissen“, sagte Hartmut Specht.

Wie Ursula van Elkan die Dodenauer informierte, sei nicht etwa die Corona-Pandemie der ausschlaggebende Punkt für die Geschäftsaufgabe gewesen, das Alter und die Gesundheit hätten ihnen keine andere Wahl gelassen.

Präsentkorb überreicht

Als Zeichen der Dankbarkeit überreichten am Sonntag die drei ausrichtenden Vereine des Maifestes – Sportverein, Männergesangverein und Feuerwehr – einen Präsentkorb sowie ein Erinnerungsbild an Ursula van Elkan, die leider ohne ihren Ehemann Jonny kommen musste. Mit dabei waren auch ihre langjährigen Mitarbeiter Herbert und Erna, die weiterhin eine enge Beziehung zu Dodenau pflegen.

Erstes Karussell im Jahr 1898

Bereits 1898 drehte sich in der Elkan-Schausteller-Dynastie das erste Karussell, welches noch von Pferden gezogen wurde, berichtete Hartmut Specht. Damals aber nicht in Dodenau, sondern auf dem Frankenberger Pfingstmarkt. Das Karussell gehörte Philipp van Elkan, dem Gründer und Namengeber des Familienbetriebes, der Großvater von Jonny. Sein Vater Gottfried van Elkan führte diesen Betrieb weiter, aber auch dessen Bruder Fritz van Elkan war jahrelang mit seinem Kettenflieger auf dem Dodenauer Maifest. „Ich erinnere mich noch daran, wie flau mir im Magen war, als ich als junger Bursche nach ein paar Bier auf diesem Kettenflieger meine Runden gedreht hatte“, erzählte Specht. 1976 Übernahm dann Jonny zusammen mit seiner Frau Ursula den Betrieb in dritter Generation, und bis auf ganz wenige Ausnahmen war dieser Schaustellerbetrieb immer Teil des Dodenauer Maifestes.

Specht: „Ich weiß leider nicht, ob die van Elkans schon beim allerersten Maifest hier in Dodenau waren, aber da der heute 75 Jahre alte Jonny während der Zeit des Maifestes hier in Dodenau in den Kindergarten und in die Schule gegangen ist, müssten sie rund 70 Mal hier gewesen sein und haben so manche Nacht hier in ihrem Wohnwagen geschlafen.“

Von Willi Arnold

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