Finanzausschuss befürwortet Investition von 650 000 Euro

Brandschutz im Oberen Edertal: Drehleiter-Fahrzeug soll nach Battenberg

Eine solche Drehleiter vom Typ DLAK 23/12 soll in Battenberg stationiert werden.	Foto: Feuerwehr Herdecke/nh
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Eine solche Drehleiter vom Typ DLAK 23/12 soll in Battenberg stationiert werden. Foto: Feuerwehr Herdecke/nh

Das Feuerwehr-Fahrzeug mit Drehleiter für das Obere Edertal soll in Battenberg stationiert werden. Das empfiehlt nach Abstimmung mit den Wehren der Nachbarkommunen der Battenberger Finanzausschuss.

Battenberg – Über dieses Thema wird seit Jahren unter Feuerwehrleuten im Oberen Edertal heiß diskutiert. Jetzt ist klar: Die Drehleiter – offiziell „Hubrettungsfahrzeug“ genannt – , die der Landkreis im Bedarfs- und Entwicklungsplan für das Obere Edertal zwingend fordert, wird in Battenberg stationiert. Der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt hat – trotz einiger Bedenken und Bauchschmerzen – eine einstimmige Empfehlung für die Anschaffung des rund 650 000 Euro teuren Fahrzeuges abgegeben.

Wenn Brandschutz-Einsätze der Feuerwehr bisher den Einsatz einer Drehleiter erforderlich machten, wurde das Fahrzeug aus Frankenberg angefordert. Ein Ingenieurbüro habe aber festgestellt, dass die Zeit, die die Frankenberger Drehleiter für die Anfahrt bis ins Obere Edertal benötigt – geschätzte 20 Minuten – nicht den Vorgaben der Feuerwehr-Organisationsverordnung entspreche. „Insbesondere in der Stadt Battenberg ist ein Hub-rettungsfahrzeug zur Sicherstellung des ersten Rettungsweges bereits in der Ausrüstungsstufe 1 erforderlich“, heißt es in der Beschlussvorlage der Verwaltung.

In einer gemeinsamen Sitzung der Bürgermeister und Stadtbrandinspektoren der betroffenen Kommunen Battenberg, Allendorf/Eder, Hatzfeld und Bromskirchen, an der auch Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese und Kreisbrandinspektor Gerhard Biederbick teilnahmen, wurde vor wenigen Wochen ein Finanzierungsvorschlag erarbeitet. Zu den zuwendungsfähigen Kosten von 620 000 Euro erwartet man Zuschüsse des Landes in Höhe von 310 000 Euro und des Landkreises in Höhe von 155 000 Euro. Noch offen wären nach dieser Rechnung 185 000 Euro.

Von dieser Summe muss man nach Angaben der Verwaltung noch 37 000 zu Lasten der Stadt Battenberg abziehen, weil diese nach der Ausrüstungsstufe 1 ohnehin eine Drehleiter vorhalten müsse. Die verbleibenden 148 000 Euro – so der Vorschlag der Bürgermeister und Stadtbrandinspektoren – könnte man dann, gestaffelt nach Einwohnerzahlen, auf die Kommunen Allendorf/Eder (52 392 Euro), Battenberg (50 024 Euro), Hatzfeld (27 528 Euro) und Bromskirchen (18 056 Euro) umlegen. „Für Battenberg bliebe nach jetzigem Stand ein Anteil von 87 000 Euro“, schreibt Büroleiter Reiner Zissel in der Vorlage.

Wenzel: Fachgremien haben das so festgelegt

Stadtbrandinspektor Michael Wenzel musste in der jüngsten Ausschusssitzung zahlreiche Fragen beantworten. „Wir haben hier den Bedarf und wir haben hier auch einen Stellplatz“, sagte der Stadtbrandinspektor. Nach zweifelnden Rückfragen betonte Wenzel: „Das Auto wird nicht größer als das, was wir schon haben.“

Auch Bedenken bezüglich der Lage des Battenberger Feuerwehrstützpunktes in einem Wohngebiet und möglicher Probleme beim Ausrücken mit einer Drehleiter teilt Michael Wenzel nicht. Man habe das bereits mit der Drehleiter der befreundeten Feuerwehr Frankenberg ausprobiert, erklärte er.

Er habe notwendige Anschaffungen für die Feuerwehr immer unterstützt, sagte Heinz-Günther Schneider (SPD): „Aber bei dieser Summe habe ich gewaltige Bauchschmerzen.“ Die äußerte auch Bernd Strieder (BLLFB), obwohl er selbst Feuerwehrmann ist. Strieder warf die Frage auf, warum die Kommunen zu so immensen Ausgaben gezwungen werden und nicht die Hauseigentümer, die mit mehrstöckigen Immobilien die Anschaffung einer Drehleiter erst erforderlich machten. Das habe mit dem Baurecht zu tun, antwortete Finanzausschussvorsitzender Dirk Wind. Das habe sich zwischenzeitlich geändert, bestehende Gebäude hätten Bestandsschutz.

Bernd Strieder fände einen Standort „in Allendorf, am Kreisel“ wesentlich sinnvoller für das Obere Edertal, doch Stadtbrandinspektor Wenzel erwiderte: „Die Fachgremien haben das so festgelegt. Der Bedarf ist hier, die Halle ist hier und das Personal ist hier.“

Am Ende der Debatte warb Bürgermeister Christian Klein um Zustimmung zu dem Kompromiss, der mit den Nachbarkommunen gefunden wurde. „Brandschutz kostet Geld. Aber das ist gut investiertes Geld. Es nützt uns allen“, betonte der Bürgermeister. Von Thomas Hoffmeister

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