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Erweiterung der Kindertagesstätte Laisa kostet mehr als 800.000 Euro

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Von: Thomas Hoffmeister

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Noch eingerüstet: Der Anbau der Kindertagesstätte in Laisa. Sobald die Nächste frostfrei sind, soll das Gebäude verputzt werden.
Noch eingerüstet: Der Anbau der Kindertagesstätte in Laisa. Sobald die Nächste frostfrei sind, soll das Gebäude verputzt werden. © Jörg Paulus

Erheblich teurer als erwartet wird die Erweiterung der Kindertagesstätte in Laisa. 421.000 Euro waren im November 2019 für die Erweiterung der Kita um einen U3-Gruppenraum veranschlagt worden; inzwischen geht das Battenberger Architekturbüro Roth von „über 800.000 Euro“ aus.

Laisa - Die Stadt habe ursprünglich eine Minimallösung gewollt. „Peu à peu“ seien aber immer neue Anforderungen hinzu gekommen, sagte Architekt Achim Roth der HNA. Inzwischen habe sich die Nutzfläche fast verdoppelt. So habe man zunächst mit einem „Mini-Büro“ für die Kita-Leitung geplant; es sei auch kein Personalraum für die Erzieherinnen vorgesehen gewesen, sagte der Architekt. Ein weiterer, wesentlicher Faktor seien die allgemeinen Kostensteigerungen im Baubereich gewesen, die teilweise 20 Prozent betragen hätten. Für einige Gewerke habe man bei der Ausschreibung nur ein Gebot erhalten, das deutlich über der Kostenschätzung gelegen habe.

Teure Überraschung

Beim Einbau neuer, bodentiefer Fenster gab es noch eine teure Überraschung: Eine Holzrahmenkonstruktion, zur Parkplatzseite hin, war im Sockelbereich völlig verfault, weil über Jahre hinweg Regenwasser in diese Holzkonstruktion gelaufen war. Das Regenwasser sei seit den 1980er-Jahren auf einem parallel verlaufenden Weg nicht vom Gebäude weg, sondern zum Gebäude hin geleitet worden, sagte Achim Roth. Ein wasserabweisende Isolierung im Sockelbereich habe gefehlt. Nun würden neue Rinnen und Bodeneinläufe eingebaut, um weitere Schäden zu verhindern.

Verfault: Diese Holzständer des bisherigen Kita-Gebäudes waren durch Regenwasser völlig durchnässt und mussten ausgetauscht werden.
Verfault: Diese Holzständer des bisherigen Kita-Gebäudes waren durch Regenwasser völlig durchnässt und mussten ausgetauscht werden. © Architekturbüro Roth

Im Dachbereich sei der Anschluss von Neubau und Altbau seinerzeit nicht richtig ausgeführt worden. Da habe man nachbessern müssen. Von Seiten des Kreisjugendamtes und des Brandschutzes seien zusätzliche Auflagen gekommen; nachträglich sei auch eine neue Kücheneinrichtung gewünscht worden, berichtete der Architekt.

Klein: Vernünftig machen

„Ich habe auch erstmal einen Schrecken gekriegt“, sagte Bürgermeister Christian Klein zu den fast verdoppelten Kosten. Wenn man aber die Kindertagesstätte erweitere, dann wolle man das auch vernünftig machen. Es könne ja nicht sein, dass die Erzieherinnen „nicht mal einen Schrank“ zur Unterbringung ihrer Handtaschen gehabt hätten. Die vorgefundenen Baumängel führe er auch darauf zurück, dass früher vieles in Eigenleistung der Dorfgemeinschaft erledigt worden sei, sagte der Bürgermeister. Wegen der entstandenen Mehrkosten seien vom Land weitere Zuschüsse in Aussicht gestellt und auch bereits beantragt worden, erklärte Klein. „Das Ergebnis müssen wir abwarten.“

Außenputz fehlt noch

Bezüglich der Fertigstellung des Projektes erklärte Achim Roth, dass noch Außenputzarbeiten sowie Arbeiten im Außenbereich zu erledigen seien Der Außenputz könne erst dann aufgetragen werden, „wenn wir sicher sein können, dass wir keinen Frost mehr bekommen“. Der Architekt wollte sich nicht auf ein Fertigstellungs-Datum festlegen lassen, weil er nicht sicher sei, ob man im Bereich des Altbaues weitere Schäden vorfinden werde. Er schätze, dass der neue Kindergarten „spätestens zum Ende des Frühjahres 2022“ komplett fertiggestellt sein werde, sagte Achim Roth.

Der Betrieb der neuen zweiten Kita-Gruppe läuft bereits seit Februar. Einige Kinder in der neuen Gruppe sind aber auch schon älter als drei Jahre, weil der Bedarf mittlerweile nicht nur für U3-Kinder da war.

Von Thomas Hoffmeister

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