Interessierte Firmen gesucht

Flüchtlinge in Battenberg wollen Deutsch lernen und Praktika machen

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Deutschkurs für Asylbewerber im Wohnheim am Wingertsberg in Battenberg: Mona Rezaiezadeh aus dem Iran (links) zeigt eine Liste der deutschen Wochentage. 

Battenberg. Knapp 70 Flüchtlinge sind derzeit im früheren DRK-Altenheim am Wingertsberg untergebracht. Vor wenigen Tagen sind wieder Aslybewerber aus Syrien in Battenberg angekommen. 

Außerdem wohnen Flüchtlinge aus dem Irak, aus Eritrea, Mazedonien, dem Iran, Afghanistan und Somalia in dem früheren Altenheim. Viele wollen Deutsch lernen und Praktika machen.

„Für rund 50.000 Euro haben wir die mittlere Etage des Hauses als Gemeinschaftsunterkunft hergerichtet“, sagte DRK-Kreisgeschäftsführer Christian Peter beim Besuch unserer Zeitung. Die Stadt Battenberg habe diese Etage angemietet, nachdem die Elektroinstallation erneuert und Brandschutzauflagen erfüllt worden waren. Auch die Sanitäranlagen wurden teilweise erneuert. Eine offizielle Genehmigung liegt vor.

„Das hier ist keine Zeltstadt, sondern eher eine familiär geführte Jugendherberge“, sagt Christian Peter. Dass trotz unterschiedlicher Herkunftsländer und Religionszugehörigkeiten „bis jetzt alles ohne größere Konflikte“ laufe, sei ganz wesentlich ein Verdienst der Hausmeisterin Ute Becker-Raukamp, sagt Peter. Mit Rat und Hilfe steht auch Angela Neuhaus-Klinkosch von der DRK-Migrationsberatung den Flüchtlingen regelmäßig zur Seite.

Das sind die Ohren: Beim Sprachkurs in Battenberg geht’s auch mal lustig zu. Hier zeigen Abdul Uzbek aus Afghanistan und Lehrer Matthias Schneider (rechts) den Flüchtlingen ganz praktisch die Bestandteile des menschlichen Kopfes.

Ehrenamtlich bietet der frühpensionierte Lehrer Matthias Schneider zwei Mal in der Woche Deutschkurse für Asylbewerber an - eine Herkulesaufgabe. „Mal kommen zwei oder vier, es können aber auch 21 Personen sein“,sagt Matthias Schneider. Beim Besuch unserer Zeitung waren es sogar 30 Personen, darunter eine Frau mit Baby, drei Grundschulkinder sowie Frauen und Männer unterschiedlichster Herkunft.

„Das Angebot ist freiwillig, im Gegensatz zu den offiziellen Integrationskursen, die in Frankenberg stattfinden“, erklärte Matthias Schneider. Es bestehe keine Verpflichtung zur Teilnahme.

Die Asylbewerber entschieden „von Stunde zu Stunde, ob sie mitmachen möchten“. Kontinuierlicher Unterricht sei so unmöglich. „Wir fangen immer wieder von vorne an.“

Alle Flüchtlinge, mit denen wir gesprochen haben, wollen die deutsche Sprache lernen. „Ich möchte gern in meinem Beruf als Friseurin arbeiten und dann mit meiner Tochter in einer eigenen Wohnung leben“, erzählt eine Frau aus Mazedonien.

„In vielen Gesprächen ist der Wunsch nach Praktika in verschiedenen Berufsfeldern deutlich geworden“, sagt Matthias Schneider. Er bemüht sich, Praktika zu vermitteln. Interessierte Firmen und Betriebe können sich bei der DRK-Kreisgeschäftsstelle, 06451/ 722 711, melden. Ab dem 12. Oktober wird der Sprachkurs geteilt, weil die Vorkenntnisse der Teilnehmer sehr unterschiedlich sind. Angebote gibt es dann zwei Mal wöchentlich von 14 bis 15 Uhr für Anfänger sowie von 15.15 bis 16.15 Uhr für Fortgeschrittene.

Der Unterricht erfolgt mit Arbeitsmaterialien, Tafelbildern und Gesprächsübungen. Die mediale Ausstattung des Übungsraumes hat das Allendorfer Heiztechnik-Unternehmen Viessmann übernommen.

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