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Gemeindepflegerin kümmert sich um Senioren im Raum Frankenberg und im Oberen Edertal

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Von: Thomas Hoffmeister

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Gibt Rat und Auskunft: Lisa Rampe, Gemeindepflegerin für das Obere Edertal, Frankenberg, Burgwald und Rosenthal.
Gibt Rat und Auskunft: Lisa Rampe, Gemeindepflegerin für das Obere Edertal, Frankenberg, Burgwald und Rosenthal. © Thomas Hoffmeister

Seit April sind sie im Amt: Vier Gemeindepflegerinnen, die sich unter dem Dach des Fachdienstes Gesundheit beim Landkreis darum kümmern, dass ältere und pflegebedürftige Menschen nicht „durchs Raster fallen“. Eine von ihnen stellen wir vor: Die gelernte Krankenschwester Lisa Rampe (30) aus Frankenberg.

Battenberg/Frankenberg - Lisa Rampe Sie hat ihr Büro im Battenberger DRK-Seniorenzentrum, wird aber später ins Gesundheitszentrum einziehen, das für 5,4 Mio. Euro an der Senonchesstraße in Battenberg gebaut wird. Zuständig ist Lisa Rampe für Senioren und pflegebedürftige Menschen in Battenberg, Allendorf, Hatzfeld, Bromskirchen, Frankenberg, Burgwald und Rosenthal.

„Junge Menschen ziehen fort, ältere Menschen bleiben allein zurück“, beschreibt die examinierte Krankenschwester die häufige Ausgangssituation. Zwei typische Beispiele: „Ich habe drei Kinder, bin aber immer allein“, hat eine ältere Dame am Telefon erzählt. Eine andere Seniorin ist sehr stolz, dass ihr Sohn „Professor in Boston“ ist – doch der Professor kommt nur selten zu Besuch.

„Wollen Soziallotsen und Kümmerer sein“

Prävention – also Vorsorge – kenne das deutsche Gesundheitssystem bisher nicht, sagt Lisa Rampe. Doch genau dort setzt das Projekt Gemeindepflegerin an: „Wir wollen Soziallotsen und Kümmerer sein. Oft ersetzen wir dabei die Tochter oder die Schwiegertochter“, sagt Lisa Rampe, die zuvor in der Geri-atrie (Altersmedizin) im Frankenberger Kreiskrankenhaus beschäftigt war.

Das größte Plus der Gemeindepflegerin sei, dass sie Zeit mitbringe, sagt Lisa Rampe. Zeit, die im eng getakteten Arbeitstag eines Krankenhauses oder Pflegeheimes einfach nicht zur Verfügung stehe.

Nehmen Senioren ihre Medikamente?

In persönlichen Gesprächen mit den Senioren versuche eine Gemeindepflegerin, verschiedene Dinge herauszufinden. Zum Beispiel: Gibt es einen Hausnotruf? Wie ist der Alltag strukturiert? Kommt regelmäßig ein Pflegedienst ins Haus? Nehmen die Menschen ihre Medikamente? Trinken und essen sie genug? Gibt es eine SOS-Dose mit den wichtigsten Daten für einen Notfall? Gibt es eine Vorsorge-Vollmacht?

„Wenn man sich längere Zeit mit den Menschen unterhält, kommen auch die Probleme auf den Tisch“, hat Lisa Rampe in den ersten Wochen ihres neuen Aufgabenfeldes erfahren. Ganz wichtig ist ihr, „dass die Betroffenen keine Schuldgefühle entwickeln“. Sie sei keine Kontrollinstanz, die über eine Einweisung in ein Pflegeheim entscheide, betont Rampe.

Ganz im Gegenteil: „Wir möchten, dass die Menschen möglichst lange und selbstbestimmt zu Hause leben können“, sagt die Gemeindepflegerin. Sie gebe gern Hilfestellung im Umgang mit Behörden und Instanzen, beim Ausfüllen von Anträgen.

Zuständig für 40000 Menschen

Ein Problem ist natürlich, dass eine einzige Frau für etwa 40 000 Menschen in Frankenberg, Burgwald, Rosenthal sowie dem gesamten Oberen Edertal zuständig ist. Deshalb kann es gut sein, dass die Handynummer der Gemeindepflegerin besetzt ist. „Sprechen Sie mir auf die Mailbox, ich rufe zurück“, verspricht Lisa Rampe.

Ihre drei Kolleginnen im Landkreis haben ihre Arbeitstellen in Adorf, Sachsenhausen und Frankenau. Die vier Gemeindepflegerinnen werden vom Land Hessen über ein Pilotprojekt bezahlt; ihre Stellen sind zunächst auf ein Jahr befristet – mit guter Aussicht auf Verlängerung.

Kontakt zu den Gemeindepflegerinnen im Landkreis

Gemeindepflegerin Lisa Rampe ist unter der Mobilnummer 0171/2717977 wochentags von 8 bis 16 Uhr erreichbar.

Ihre Kolleginnen im Landkreis sind:

. Brigitte Saure (Diemelsee, Korbach, Lichtenfels und Willingen), 0171/2134789

. Kathrin Kornemann (Bad Arolsen, Diemelstadt, Twistetal, Volkmarsen und Waldeck), 0171/2710749

. Catrin Eberle (Bad Wildungen, Edertal, Frankenau, Gemünden, Haina und Vöhl). Für Catrin Eberle nannte der Landkreis noch keine Handynummer.

Die Gemeindepflegepersonen sind per E-Mail unter der Sammeladresse gemeindepflege@lkwafkb.de zu erreichen. Eine Vermittlung kann auch über den Pflegestützpunkt Korbach erfolgen. Ansprechpersonen dort sind Kathrin Hartmann, Tel. 0 56 31/95 45 56 und Matthias Engel, Tel. 0 56 31/95 48 81. red

Von Thomas Hoffmeister

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