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Genossenschaft Ederbergland erwartet höhere Erträge aus Solarstrom

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Von: Thomas Hoffmeister

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Bürgerenergiegenossenschaft Ederbergland: (sitzend von links) Vorsitzende Sandra Hinrichs und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Kreis sowie (stehend von links) Wolfram Mattner, Rainer Zollner, Heinfried Horsel, Klaus Hinrichs, Norbert Schäfer und Steffen Werner.
Bürgerenergiegenossenschaft Ederbergland: (sitzend von links) Vorsitzende Sandra Hinrichs und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Kreis sowie (stehend von links) Wolfram Mattner, Rainer Zollner, Heinfried Horsel, Klaus Hinrichs, Norbert Schäfer und Steffen Werner. © Thomas Hoffmeister

Positive Zahlen hat der Vorstand der Bürgerenergiegenossenschaft Ederbergland (BEGEB) in der Generalversammlung auf den Tisch gelegt.

Battenberg - Nach einem erfolgreichen Jahr mit ihrem Anteil am Solarpark in Laisa weist die Genossenschaft einen Bilanzgewinn von 23 273 Euro aus (Vorjahr: 8106 Euro). Beschlossen wurde eine dreiprozentige Ausschüttung auf das Genossenschaftskapital der Mitglieder.

In Vertretung des Aufsichtsratsvorsitzenden Dirk Junker eröffnete Wolfgang Kreis die Versammlung. Vorstandsvorsitzende Sandra Hinrichs sprach von einer „glücklichen und soliden Finanzlage“ der Genossenschaft.

Zahl der Geschäftsanteile begrenzt

Um das Ergebnis „nicht weiter zu verwässern“, werden neue Mitglieder derzeit nur aus den Kommunen Allendorf, Battenberg, Hatzfeld und Bromskirchen aufgenommen. Neue Mitglieder dürfen maximal zehn Geschäftsanteile zu je 200 Euro erwerben. Die Summe der Einlagen bereits vorhandener Mitglieder wurde auf 5000 Euro gedeckelt. Diese Regelung gelte, bis die Genossenschaft „ein neues Projekt“ generiert habe, sagte die Vorstandsvorsitzende. Man könne sich beispielsweise ein Projekt im Bereich Agri-PV (aufgeständerter Solarpark über einer weiterhin landwirtschaftlich genutzten Fläche) oder einen kleineren Windpark vorstellen. Dafür fehlten jedoch derzeit die „politischen Voraussetzungen“, sagte Sandra Hinrichs.

Mit dem Solarpark „Auf der Hänge“ in Laisa wurden laut Sandra Hinrichs im vergangenen Jahr 814 357 Kilowattstunden Strom erzeugt – etwas weniger als im Vorjahr. Gründe dafür seien weniger Sonnentage sowie ein technischer Defekt im Oktober gewesen. „Es hat einen Cluster-Controller zerschossen. Daraufhin stand der Park fünf Tage lang still“, berichtete die Vorsitzende. Die finanziellen Einbußen hätten sich jedoch „in Grenzen“ gehalten.

1200 Euro mehr an Eon

50 Euro mehr als bisher müsse die BEGEB an den lokalen Energieversorger EWF bezahlen. Die Eon als Direktvermarkter des Stroms habe den Vermarktungsvertrag gekündigt und einen neuen Vertrag angeboten, der für die BEGEB 1200 Euro Mehrkosten im Jahr bedeute, berichtete die Vorsitzende. Man habe alternative Angebote geprüft; diese seien aber noch teurer gewesen.

Seit November zeichne sich eine „leicht ansteigende Vergütung“ des erzeugten Stroms ab. Deshalb hoffe man auf ein gutes Jahresergebnis.

Neuer Technik-Vorstand

Für den aus zeitlichen Gründen ausgeschiedenen Jürgen Battenfeld ist Wolfram Mattner (Battenberg) als Technik-Experte neu im Vorstand. Mattner erklärte, der Solarpark sei „top in Ordnung“. Man habe seit Bestehen des Parks drei Wechselrichter getauscht. Zwei weitere Wechselrichter wolle man bestellen und „auf Reserve legen“, denn die Lieferzeit dieser Teile liege derzeit bei etwa sechs Monaten. In den ersten Monaten dieses Jahres habe die Anlage schon 389 900 Kilowattstunden Strom produziert. Das entspreche einer CO2-Entlastung von 230 000 Kilogramm. „Das kann sich schon sehen lassen“, sagte Wolfram Mattner.

Siegfried Franke erkundigte sich, ob ein Windpark bzw. einzelne Windkraftanlagen im neuen interkommunalen Gewerbegebiet Münchhausen/Burgwald/Battenberg denkbar seien. Dafür sei es noch zu früh, antwortete Bürgermeister Christian Klein. „Da entsteht gerade erst die Bauleitplanung.“

Rückstellungen erhöht

Über den Jahresabschluss im Detail berichtete Steffen Werner. Die Bilanzsumme lag nach seinen Worten bei 704 346 Euro, das Geschäftsguthaben der Mitglieder summierte sich auf 395 000 Euro, das Eigenkapital betrug 427 492 Euro. „Wir hatten 2021 praktisch keine Reparaturen. Für den Austausch von Wechselrichtern haben wir die Rückstellungen um 5000 Euro erhöht“, berichtete Werner. Insgesamt sei die Genossenschaft „sehr solide aufgestellt“.

In einer Prognose für 2022 erklärte Vorstandsmitglied Norbert Schäfer: „Wir werden den Ertrag voraussichtlich um mindestens 50 Prozent steigern können.“

Von Thomas Hoffmeister

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