Neue Gießanlage bei Eisenwerk Hasenclever

Großauftrag von Mercedes: Auhammer in Battenberg investiert 15 Millionen Euro

Auhammer: Das Eisenwerk Hasenclever in Battenberg hat seine Silhouette verändert. Neu gebaut wurde eine Gießanlage mit Niederdruck-Verfahren. Gut zu erkennen ist das neue, 16 Meter hohe, graue Gebäude in der Mitte.
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Auhammer: Das Eisenwerk Hasenclever in Battenberg hat seine Silhouette verändert. Neu gebaut wurde eine Gießanlage mit Niederdruck-Verfahren. Gut zu erkennen ist das neue, 16 Meter hohe, graue Gebäude in der Mitte.

Knapp zwei Jahre wurde gebaut, rund 15 Millionen Euro wurden investiert: Jetzt ist eine neue Produktionsanlage des Battenberger Eisenwerkes Hasenclever fertig, die im Niederdruck-Verfahren arbeitet. Fachleute sprechen von einer „Kernschieß-Maschine“.

Battenberg - Ein Großauftrag von Mercedes-Benz machte die Investition erforderlich, die bei der rund 650-köpfigen Belegschaft des Battenberger Eisenwerkes Hasenclever nicht nur Arbeitsplätze sichert, sondern nach den Worten des kaufmännischen Geschäftsführers Carsten Kloes auch „30 bis 40“ neue Jobs schaffen wird.

Derzeit läuft die neue Anlage, in der Roboter die fertigen Stahlguss-Teile entnehmen, noch im Testbetrieb. Produzieren wird das Eisenwerk Hasenclever künftig auch Stahlguss-Turbolader für die Mercedes-Motorenreihen 254 und 260. „Unser Ziel sind eine Million Stück pro Jahr“, sagt Carsten Kloes.

Perspektiven für andere Märkte

Mit der neuen Anlage sei es möglich, wesentlich dünnwandigere und damit leichtere Teile zu gießen, fügte Carsten Kloes hinzu. Das eröffne auch Perspektiven in völlig anderen Märkten. Wegen der unklaren Zukunft des Verbrennungsmotors gehe es schließlich auch darum, neue Geschäftsfelder zu erschließen. „Wichtig ist, dass die Perspektive nach vorn stimmt“, so Kloes.

Rohstoffe fehlen

Zunächst aber muss der Auhammer noch eine Durststrecke überstehen: Weil Rohstoffe und insbesondere Halbleiter fehlen, hat die Automobilindustrie europaweit ihre Produktion gedrosselt. Mit einigen Monaten Verspätung ist dieser Effekt nun auch beim Eisenwerk Hasenclever angekommen, weil dieser Betrieb in der Lieferkette „weiter hinten“ liegt.

An der neuen Kernschieß-Maschine: Werkleiter Alexander von Waldow (links) und der kaufmännische Geschäftsführer Carsten Kloes. Roboter entnehmen die fertigen Teile aus den Gussformen mit Sandkernen.

„Wir haben unsere Produktion Ende August von drei auf zwei Schichten zurückgefahren“, erläuterte Carsten Kloes. Die Zahl der Leiharbeiter habe man von 70 auf 40 reduzieren müssen.

Stammbelegschaft halten

„Unsere Stammbelegschaft von 650 Mitarbeitern werden wir jedoch halten, weil wir heute schon wissen, dass wir für die nächsten drei bis vier Jahre voll ausgelastet sind“, sagte der kaufmännische Geschäftsführer.

Er hoffe, dass die „Durststrecke“ im Frühjahr des kommenden Jahres überwunden sei, wenn die Nachfrage der Pkw-Kunden wieder anziehe.

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