Arbeitsplätze mit extremen Temperaturen

Hitze im Landkreis: Firma Hasenclever in Battenberg arbeitet bei 1750 Grad

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Brodelndes Eisen: Yasin Dizlek scheidet die Schlacke vom geschmolzenen Metall ab. 

In der Gießerei der Firma Hasenclever und Sohn in Battenberg sind die Mitarbeiter an den Umgang mit der Hitze gewohnt.

Zischend fließt das heiße Eisen in die Formen, Funken sprühen. Es ist laut und warm. Yasin Dizlek steht am Schmelzofen und schöpft die Schlacke ab. Dabei trägt er eine Schutzmaske, Sicherheitsschuhe und einen Aluminiummantel. Das ist auch nötig: Das geschmolzene Eisen hat im Schnitt Temperaturen von 1500 bis 1750 Grad, ohne die Schutzkleidung besteht akute Verbrennungsgefahr.

Wurden die Öfen früher noch mit Koks befeuert, so geschieht dies heute mithilfe von Elektrizität. Es werden sogenannte Induktions-Tiegelöfen verwendet.

„Im Winter beneiden manche Mitarbeiter die Männer an den Öfen“, sagt Betriebsratsvorsitzender Ali Korkmaz. Im Sommer sehe dies anders aus.

„Man gewöhnt sich nicht vollständig an die Hitze“, sagt Yasin Delitz, nachdem er die Schlacke abgeschöpft hat. Mit der Zeit lerne man aber, mit ihr umzugehen. „Am meisten freue ich mich auf die kalte Dusche nach Feierabend“, sagt der junge Mann. Diese Erfrischung kann er sich auf dem Werksgelände gönnen; dort gibt es Duschen. Und: „Für die Mitarbeiter gibt es in jedem Pausenraum Wasserautomaten, wo sie sich mit kostenlosem Wasser versorgen können“, sagt Korkmaz. Dazu wurden Trinkflaschen verteilt.

Zudem werden ab 25 Grad Außentemperatur Wasserflaschen an die Mitarbeiter an den Schmelzöfen verteilt. „Die Mitarbeiter können immer kurze Pausen einlegen, wenn es ihnen zu warm wird“, sagt Korkmaz, der selbst 30 Jahre in der Gießerei gearbeitet hat. Zudem sind große Gebläse aufgestellt, in deren Luftstrom sich die Mitarbeiter abkühlen können.

Am Auhammer wird seit rund 240 Jahren Metall verarbeitet. Die Firma hat sich als Zulieferer der Automobilindustrie auf hochtemperaturfesten Stahlguss für Turboladergehäuse und Auspuffkrümmer für Pkw spezialisiert.

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