32 lebende Rasenmäher

Hobby-Schäfer beweidet Wiese des Laisaer Solarparks mit Schafen

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Seine Schafe sorgen für eine Beweidung des Solarparks in Laisa: Wiegand Knau aus Elsoff (71 Jahre), hier mit Schäferhund Falk. 

Laisa. Um die Pflege der Wiese des Laisaer Bürgersolarparks kümmert sich Hobby-Schäfer Wiegand Knau mit seiner Schafherde.

Mit einer Fläche von rund 40.000 Quadratmetern ist der Solarpark der Bürgerenergiegenossenschaft Ederbergland (BEGEB) und der Firma Krug Energie etwa so groß wie sechs Fußballfelder. Doch wer kümmert sich darum, dass das Gras unter den 11.232 Solar-Paneelen nicht zu hoch wird?

Auch das erledigt die Bürgerenergiegenossenschaft, gemäß ihrem Anspruch, nachhaltig und umweltfreundlich: 32 Schafe sind „Auf der Hänge“ als natürliche Rasenmäher im Einsatz.

„Ich halte Schafe, seitdem ich denken kann“, sagt Wiegand Knau (71). Der Rentner aus Elsoff hat sich am Solarpark eine Hütte gebaut und es sich dort in der Nähe seiner Schafe gemütlich gemacht. Ständiger Begleiter des Elsoffers ist Schäferhund „Falk“.

„Das sind Kreuzungstiere“, sagt Knau über seine kleine Schafherde. Schwarzköpfe, Bergschafe und Coburger Füchse waren die Ursprungsrassen. Dieses Jahr wurden 14 Lämmer geboren. „Ich hatte eigentlich mit mehr gerechnet“, erzählt Wiegand Knau.

Mit einem Weidezaun grenzt Knau „immer zwei Felder“ zur Beweidung ab. „Was abgefressen ist, wird gemulcht“, erklärt der Hobby-Schäfer. Die Fläche des Solarpark sei längst groß genug, damit seine Schafe „nie altes, abgestandenes Gras“ fressen müssen.

Das Johanniskreuzkraut sei anfangs ein Problem gewesen, berichtet Knau. Das Gift dieser Pflanze lagere sich in der Leber an und könne sowohl bei Schafen als auch bei Menschen zum Tode führen. „Da musste ich, mit Handschuhen, viel rausrupfen“, erzählt der Hobbyschäfer. Doch inzwischen wachse kaum noch Johanniskreuzkraut unter den Solarpaneelen.

Der Vorstand der Bürgerenergiegenossenschaft ist froh, mit Wiegand Knau einen zuverlässigen und engagierten Partner gefunden zu haben. „Er macht das wunderbar“, erklärten Vorstandsvorsitzender Günter Jakobi und Hans-Hermann Zacharias von der Firma Krug Immobilien bei einem Ortstermin.

Seitdem ständig jemand vor Ort ist, ist im Solarpark Laisa auch nichts mehr passiert. Zur Erinnerung: Im Dezember 2015 hatten Unbekannte 37 Solar-Module im Wert von etwa 4500 Euro abgeschraubt und gestohlen. Weitere 34 Paneele lagen abholbereit an der Nordseite des Parks. „Ich habe gehört, dass die Täter gefasst wurden“, erzählte Hans-Hermann Zacharias der HNA.

Heute wacht Schäferhund „Falk“ nicht nur über die 32 Schafe seines Herrchens, sondern passt im „Nebenberuf“ auch auf, dass kein Unbefugter das eingezäunte Solarpark-Gelände betritt.

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