Frau wurde beinahe von Ast erschlagen

Im Sturm abgebrochen: Kirchenlinde in Laisa darf nicht gefällt werden

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Noch teilweise eingerüstet ist die Kirche in Laisa nach der Dachsanierung. Im Vordergrund die Kirchenlinde, bei der am 3. Juni bei einem Sturm der Wipfel abbrach, der beinahe eine 58-jährige Frau erschlagen hätte. 

Laisa. „Was wurde aus ...?“ heißt unsere Serie zum Jahresrückblick, in der wir erzählen, was aus besonderen Themen des Jahres geworden ist. Heute geht es um die im Sturm abgebrochene Kirchenlinde in Laisa.

Immer noch mit einem gehörigen Schrecken denkt Laisas Pfarrer Stefan Peter an den 3. Juni zurück: Während eines Sturms war ein Hauptast der Kirchenlinde abgebrochen und hatte eine 58 Jahre alte Frau, die Schutz vor dem Unwetter suchte, beinahe erschlagen. „Als ich gemerkt habe, dass der Baum kracht, habe ich gedacht: Das war es für mich“, sagte die Frau am Tag danach der HNA.

Es hätte noch viel schlimmer kommen können. Wie Pfarrer Peter berichtet, wollte er an jenem Tag mit einer Seniorengruppe der Laisaer Tagespflege „Haus am Wald“ in der Kirche Gottesdienst feiern. Weil damals jedoch die Kirchentreppe saniert wurde, habe man sich kurzfristig entschieden, nach Berghofen auszuweichen. 

Was passiert wäre, wenn der große Ast auf zum Teil gehbehinderte und demente Menschen gekracht wäre, möchte sich Pfarrer Peter gar nicht ausmalen. „Manchmal hat er halt doch seine Finger im Spiel“, sagt der Pfarrer über seinen himmlischen Chef, der nach Stefan Peters Überzeugung Schlimmeres verhindert hat.

Gefällt werden darf die Kirchenlinde trotz ihres nun arg gerupften Erscheinungsbildes übrigens nicht. „Als Naturdenkmal wird der Baum stehen bleiben“, sagt Peter.

Der Baum hatte bereits den großen Brand von Laisa am 26. Juli 1868 überlebt. Weil er damals aber stark beschädigt worden war, dachten die Laisaer, er würde nicht überleben, und pflanzten eine neue Linde direkt daneben. Doch der alte Baum erholte sich und trieb wieder aus. Deshalb stehen vor der Laisaer Kirche heute zwei Linden.

Unterdessen ist die rund 410 000 Euro teure Dachsanierung an der Dorfkirche in Laisa fast abgeschlossen. „Ein kleines Fenster muss noch eingesetzt werden, dann kann das Gerüst wieder abgebaut werden“, sagt Peter.

Die seit dem Frühjahr laufende Dachsanierung habe ihm nur wenig Arbeit gemacht. Der Pfarrer weiß, bei wem er sich zu bedanken hat: „Kirchenvorstandsmitglied Rainer Biebighäuser hat sich sehr um die Dachsanierung gekümmert. Unser Regionales Kirchenbüro in Battenfeld hat alle Rechnungen gesichtet, ich musste dann nur noch unterschreiben.“

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