Junge Mädchen halten Tradition am Leben

In Laisa kommt das Christkind persönlich zu den Kindern

+
Anprobe im Wohnzimmer: (von links) Alina Bernhard mit der Engelshaar-Perücke, Alina Schäfer, die an Heiligabend das Christkind darstellen wird, und Angelina Kreis mit der goldenen Krone. 

Laisa. In manchen Familien bringt der Weihnachtsmann die Weihnachtsgeschenke, in anderen das Christkind. Und in manchen Dörfern kommt an Heiligabend das Christkind „leibhaftig“ zu den Kindern. Zum Beispiel in Laisa.

Für Alina Schäfer, Alina Bernhard und Angelina Kreis wird es wieder ein besonderer Heiliger Abend. Die drei Mädchen aus Laisa gehen als Christkind und seine Begleiter durch das Dorf, um Kinder und ältere Menschen zu besuchen. So ist es seit Jahrzehnten Tradition in Laisa.

Eigentlich übernehmen die Konfirmandinnen diese Aufgabe. Auch Alina Schäfers Mutter Eva war vor 33 Jahren schon Christkind – mit weißem Kleid, Schleier, Engelshaar und goldenen Stern auf dem Kopf. „Damals war das noch streng geregelt: Das älteste Mädchen des Jahrgangs war das Christkind“, erinnert sich die 47-Jährige. Als Belohnung gab es von den Familien Eier, die später zusammen gebacken wurden, heute bekommen das Christkind und seine Begleiter etwas Geld.

Im aktuellen Jahrgang gibt es keine Konfirmanden in Laisa. Auch in den vergangenen Jahren war es schwierig, die Rollen von Christkind und Begleitern zu besetzen. Deshalb machen Alina, Alina und Angelina das schon zum fünften Mal, obwohl sie bereits konfirmiert sind. „Wir machen es weiter, weil es Tradition ist“, sagt die 15-jährige Angelina Kreis, die in den vergangenen beiden Jahren das Christkind war. „Es ist schön, den Kindern an Weihnachten die Geschenke zu bringen.“

Die Reaktionen der Kinder auf das verschleierte Wesen ganz in Weiß seien sehr unterschiedlich, sagte Alina Bernhard: Manche seien sehr offen, manche wollten nicht mit dem Christkind tanzen oder ein Gedicht aufsagen. Manche Kinder weinten sogar.

Zwei bis sieben Jahre sind die Kinder alt, die die drei heute auf Anmeldung besuchen. Zwischen 15 und 20 Uhr sind sie im Dorf unterwegs und verzichten damit auch auf Zeit mit der eigenen Familie. Vor der Tür läutet das Christkind mit einem Glöckchen, drinnen singt es mit den Begleiterinnen Weihnachtslieder und sagt etwas über die Kinder. „Meistens etwas Positives“, sagt Angelina. „Ich habe dem Christkind über meine Töchter damals gesagt, dass sie besser aufräumen sollen“, erzählt Eva Schäfer.

Das Wichtigste für die Kinder: Das Christkind überreicht die Geschenke, die es von den Eltern im Hausflur bekommt. „Als Eltern ist man mit den Kindern aufgeregt, weil das so ein besonderes Ereignis ist“, sagt Eva Schäfer. 

Sie freut sich daher, dass ihre Tochter und ihre Freundinnen die Tradition weiterführen. „Wir machen das gerne und würden es nicht zulassen, dass es ausfällt“, sagt die 14-jährige Alina, die dieses Jahr zum ersten Mal in das Christkind-Kleid schlüpft.

Der Spruch des Christkindes

In Laisa sagt das Christkind in jedem Haus:

"Das Christkindlein werd' ich genannt,bin allen Kindern wohlbekannt, drum tret' ich ein in jedes Haus und teile gute Gaben aus."   

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.