Geologie

Steinbruch bei Laisa bietet ungewöhnliche Vielfalt an Fossilien

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Aus dem Steinbruch Horst: Prof. Dr. Michael Amler (Universität Köln) zeigt eine versteinerte Pflanze, die sich vor Millionen Jahren an eine Muschel angeheftet hat.

Holzhausen/Laisa. Wegen seiner ungewöhnlichen Vielfalt an Fossilien ist der ehemalige Steinbruch Horst bei Laisa „in den Fokus der Wissenschaft gerückt“.

Davon ist jedenfalls Norbert Panek vom Projektbüro Geopark Grenzwelten (Korbach) überzeugt. „Wir wollen diesen geologischen Aufschluss in die Öffentlichkeit tragen, ihn auch für Schulen und Kindergärten interessant machen“, sagte Panek bei einem Ortstermin gegenüber der HNA.

Als Fossilienfundstätte sei der ehemalige Steinbruch Horst, der zur Holzhäuser Gemarkung gehört, bereits seit Jahrzehnten bekannt, erklärte Prof. Dr. Michael Amler vom Institut für Geologie und Mineralogie der Universität Köln. Nun aber seien durch eine „Pflegemaßnahme“ die Schichtprofile im Steinbruch wieder sichtbar gemacht worden. Diese seien zuvor von Erosionsschichten überdeckt gewesen.

„Hier, wo wir stehen, war vor 340 Millionen Jahren ein Meer mit 300 bis 400 Metern Wassertiefe“, sagte der Geologie-Professor. Das sei durch die zahlreichen Posidonia-Muscheln, Trilobiten-Schwanzschilde und Pflanzen, die man heute versteinert vorfinde, belegt.

„Man will die Funde schichtgenau dokumentieren“, sagte Prof. Michael Amler. „Wir haben hier ein nahezu lückenloses Archiv eines Zeitraumes von über zehn Millionen Jahren.“

Nachdem die so genannten „Laisa-Schichten“ nun wieder freigelegt sind, plant die Universität Köln geowissenschaftliche Grabungen im Steinbruch Horst. Im Rahmen eines Fachkongresses, der internationalen Karbon-Perm-Konferenz (ICCP) in Köln ist laut Prof. Amler im Juli auch eine Exkursion nach Laisa/Holzhausen geplant. „Das heißt, diese Fundstätte wird international bekannt“, sagte der Kölner Geologie-Professor.

Die „Pflegemaßnahme“ (Schurf) zur Freilegung der Schichtprofile hatte das Hessische Landesamt für Naturschutz finanziert. 6500 Euro hatte dieser mit dem Fachdienst Naturschutz der Kreisverwaltung Waldeck-Frankenberg abgestimmte Schurf gekostet.

Norbert Panek vom Projektbüro Geopark Grenzwelten sprach sich dafür aus, Führungen im ehemaligen Steinbruch Horst anzubieten und eine Infotafel aufzustellen.

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