Nachtjäger Messerschmitt ME 110 stürzte vor 70 Jahren bei Berghofen ab

Nachtjäger: Eine Maschine dieses Typs stürzte am Abend des 11. November 1944 am südlichen Ortsrand von Berghofen ab. Obwohl ursprünglich als Jagdbomber konzipiert, fungierte die „ME 110“ in der zweiten Hälfte des Krieges als Nachtjäger, um den wachsenden alliierten Bomberangriffen auf Deutschland entgegen zu treten. Quelle: Bundesarchiv Koblenz

Berghofen. Nur knapp entging der Battenberger Stadtteil Berghofen vor 70 Jahren einer Katastrophe. Eine Maschine des Typs Nachtjäger stürzte am Abend des 11. November 1944 am südlichen Ortsrand ab.

Was sich zugetragen hat, darüber berichtet Hugo Zimmermann in der Schulchronik: „Ich sitze gerade an der Schulchronik, als feindliche Kampfmaschinen laufend in unseren Gau einfliegen. Zugleich greifen starke Kampfverbände Dortmund an. Gegen 20.45 Uhr herrscht wieder Ruhe. Aufkommendes Motorengeräusch macht mich stutzig, es entfernt sich und kommt wieder näher, die Maschine kreist", schreibt Lehrer Zimmermann.

"Gerade, wie ich vom Schreibtisch aufstehe, schwillt das Motorengeräusch an. Die Maschine scheint zum Tiefflug anzusetzen. Jeden Augenblick erwarte ich den Bordwaffenbeschuss und den Einschlag von Bomben. Zum Aufsuchen des Schutzgrabens war es zu spät, die sechs Kinder der in der Schule wohnenden drei Familien lagen alle zu Bett und schliefen. Der Gedanke, dass man schutzlos sei, war noch nicht zu Ende gedacht, als es einen starken Schlag tat mit nachfolgenden kleinen Explosionen. Dann vollkommene Stille, kein Motorengeräusch, kein Beschuss, nur ein Prasseln, als ob es brennt. Im gleichen Augenblick kommt Hauptmann Loos, der ambulant im Frankenberger Lazarett behandelt wird, rufend: „Raus, ein Flugzeug ist abgestürzt!“ Rock und Hut gegriffen und hinter ihm auf den Feuerschein zu.

Die Ortsstraße war hell erleuchtet, die Berghöfer standen auf der Straße, ratlos, verwirrt und dachten, die Welt ginge unter. Vor allem die Frauen schrien und weinten." (nh/off)

Was aus der brennenden Scheune geworden ist und ob sich die Insassen des Flugzeuges retten konnten, lesen Sie in der gedruckten Dienstag-Ausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

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