CDU-Antrag angenommen

Nein zu Steingärten: Battenberg verabschiedet Resolution zum Insektenschutz

Pflanzen ragen aus einem Vorgarten mit grauen und schwarzen Kieselsteinen. In einigen Städten will man gegen die umstrittenen Schotter- und Steingärten vorgehen.
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Pflanzen ragen aus einem Vorgarten mit grauen und schwarzen Kieselsteinen. In einigen Städten will man gegen die umstrittenen Schotter- und Steingärten vorgehen.

Mit breiter Mehrheit, bei einer Gegenstimme der AfD, hat das Battenberger Parlament eine Resolution verabschiedet. Darin werden Hauseigentümer und Mieter aufgerufen, auf Steingärten und Bodenversiegelungen in ihren Gärten zu verzichten - zum Schutz heimischer Tiere, insbesondere Insekten.

Battenberg – Er habe zunächst gedacht, er hätte sich verlesen, als er einen Resolutionsantrag auf den Tisch bekam, bei der Neugestaltung von Gärten und Beeten auf bodenversiegelnde Maßnahmen und Steingärten zu verzichten, sagte Dr. Andreas Salzmann (AfD) im Parlament. Nicht Bündnis 90/Die Grünen oder der Nabu habe den Antrag gestellt, sondern die CDU, äußerte Salzmann seine Verwunderung.

Nach Ausflügen in die Bundespolitik kam Salzmann zu dem Schluss, diesen Resolutionsantrag abzulehnen, weil dieser ein „ökototalitäres Verbot“ und Eingriffe in die persönliche Freiheit darstelle.

Ziel: Schutz heimischer Insekten

Alle anderen Fraktionen stimmten für den CDU-Antrag, den Fraktionschef Martin Schelberg unter anderem damit begründete, dass durch die vielen Schlagzeilen der Corona-Pandemie der Schutz heimischer Tier- und vor allem Insektenarten aus dem Blickfeld geraten sei. Die naturschutzrechtlichen Zusammenhänge könne Parlamentschef Heinz-Günther Schneider „viel besser erklären“, räumte Schelberg offen ein. Die CDU wolle niemanden in seinen Freiheitsrechten beschneiden, sondern setze auf Aufklärung.

Etwas überrascht, jedoch grundsätzlich positiv, äußerte sich Dirk Wind (Bürgerliste Battenberg). In neue Bebauungspläne am Hofenstück oder Stammholz habe man ein Verbot von Steingärten bereits eingebaut, erinnerte Wind. „Auch wir waren etwas verwundert, aber es spricht nichts dagegen“, sagte SPD-Fraktionsvorsitzende Petra Henkel. „Wir dürfen den Bürgern nicht alles bis ins Detail vorschreiben“, meinte Wolfgang Stein (BL Dodenau), stimmte aber ebenso zu wie die FDP und die Bürgerlisten Laisa, Frohnhausen, Berghofen.

Nabu-Broschüre verteilt

Parlamentschef und Nabu-Kreisvorsitzender Heinz-Günther Schneider reagierte auf seine eigene Art: Er ließ eine Nabu-Broschüre mit vielen Tipps für eine naturnahe Gartengestaltung verteilen.  

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