Vor Neuansiedlung eines Betriebs in Battenberg: Kanal muss saniert werden

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Darum geht’s: Zwischen den Straßen „Im Tiefenbach“ (links) und der Bundesstraße 253 (rechts) möchte ein Battenberger Unternehmen neu bauen. Unter dem Grundstück verläuft jedoch ein städtischer Kanal, der für viel Geld saniert werden muss.

Battenberg. Die Stadt Battenberg hat ein teures Abwasserproblem: Im Tiefenbach, unterhalb der Tankstelle Neussel, muss einer der städtischen Hauptkanäle saniert werden.

Weil der Kanal bis zu zwölf Meter tief liegt, stehen Kosten von bis zu 1,8 Millionen Euro im Raum.

Hintergrund: Ein bereits in Battenberg ansässiges Handwerksunternehmen möchte unterhalb der Tankstelle neu bauen. Vorgesehen sind rund 300 Quadratmeter für Büro- und Ausstellungsflächen sowie weitere 500 Quadratmeter für ein Lager. Unter dem Grundstück, das die Firma bebauen möchte, verläuft jedoch der städtische Kanal.

Im Dezember hatte die Stadtverwaltung ein externes Unternehmen damit beauftragt, den Zustand des Kanals durch eine Kamerabefahrung zu dokumentieren. Dabei stellte sich heraus, dass nur ein Kanalschacht zugänglich war. Mindestens zwei weitere, tiefe Schächte wiesen Risse auf und hatten sich teilweise so verschoben, dass sie nicht mit einer Kamera befahren und schon gar nicht durch einen Mitarbeiter begangen werden konnten.

In einer Sitzung des Bauausschusses stellten zwei Vertreter des Ingenieurbüros Gröticke (Twistetal) nun mögliche Sanierungsvarianten vor. Zunächst sei der Kanal gebaut, dann sei „kräftig aufgefüllt worden“, sagte Diplom-Ingenieur Boris Perplies. Durch die Auffüllungen in den 1990er-Jahren hätten sich die Schachtbauwerke „horizontal verschoben“. Die Schäden seien aber noch nicht so groß, dass man es „nicht mit einem Liner reparieren könnte“. Bei diesem Verfahren wird eine Art Schlauch eingezogen, ohne dass die komplette Kanalstrecke aufgebaggert werden muss.

Kuriosum: Es wurden „mindestens zwei“ große seitliche Zuläufe in den Kanal gefunden, von denen die Stadt bisher nichts wusste. „Normalerweise“ müsste der Kanal „komplett bis zur Marburger Straße neu gebaut werden“, sagte Boris Perplies. Man könne jedoch „auf alle Fälle noch mit einem Liner arbeiten“.

Im Ausschuss gab es unterschiedliche Meinungen. Wolfgang Stein (BLD) regte an, wegen der „vielen Unbekannten“ über eine „große Lösung“ nachzudenken. „Wenn der Boden weiter rutscht – hält der Inliner das aus?“, fragte Matthias Vetter (FDP).

Einstimmig folgten die Ausschussmitglieder schließlich einem Vorschlag des Bürgermeisters, zunächst drei Schächte für rund 100 000 Euro in Ordnung zu bringen. „Wir müssen in die Schächte reingucken und wissen, was seitlich noch dran hängt. Wenn wir Glück haben, müssen wir die anderen Schächte nicht sanieren“, sagte Christian Klein. Ein neuer Kanal würde nach Schätzungen des Ingenieurbüros Gröticke etwa 1,8 Millionen Euro kosten.

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