Auktion im Internet

Noch kein Gebot: Battenberg versteigert Flüchtlings-Wohncontainer im Internet

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Stehen zum Verkauf: Battenberg Bürgermeister Christian Klein zeigt zwei der fünf Wohnmobile, die ursprünglich als Unterkünfte für Flüchtlinge gedacht waren. 

Battenberg. Die ursprünglich zur Unterbringung von Flüchtlingen gedachten Wohncontainer (Mobile-Homes) der Stadt Battenberg stehen im Internet zum Verkauf.

Interessenten können noch bis zum heutigen Donnerstag um 9.15 Uhr ihre Gebote abgeben.

Insgesamt 86 gebrauchte Wohncontainer hatte der Landkreis Waldeck-Frankenberg im Auftrag der Städte und Gemeinden auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise im Jahr 2015 aus Litauen angeschafft. Der Stückpreis soll bei rund 15 000 Euro gelegen haben. Nur zehn der 86 Wohncontainer wurden tatsächlich in Betrieb genommen – in Frankenberg und Allendorf/Eder. Die anderen standen nur herum – unter anderem, weil Anschlüsse für Wasser, Strom und Gas nicht zu den deutschen Standards passten.

Im Januar meldet die HNA, dass mehr als die Hälfte Wohnmobile inzwischen weiterverkauft wurde. Deutlich unter dem Preis, zu dem sie 2015 angeschafft worden waren. Nun stehen auch die fünf Container der Stadt Battenberg zum Verkauf: drei stehen am Feuerwehr-Gerätehaus in Dodenau, zwei auf dem Festplatz in Laisa.

„Hinterher ist man immer schlauer“, sagt Battenbergs Bürgermeister Christian Klein heute. Er erinnert an die Notlage, vor der 2015 viele Kommunen standen. Alles habe sehr schnell gehen müssen: „Wir haben freitags ein Fax gekriegt. Darin stand, wie viele Flüchtlinge am folgenden Montag eintreffen.“ Vor vollbesetzten Hallen in Dodenau und Laisa habe er sich rechtfertigen müssen. „Es gab fertige Zeichnungen für die Unterbringung von Flüchtlingen in der Battenberger Festhalle und dem alten Penny-Markt.“ Klein: „Das ist heute alles vergessen.“

2500 Euro beträgt das Mindestgebot für jedes der fünf möblierten Battenberger Mobile-Homes. Wer einen solchen Wohncontainer kauft, muss allerdings selbst organisieren, wie der Anhänger an seinen neuen Bestimmungsort gelangt. „Grundsätzlich sind sie mobil“, sagt Christian Klein. Doch schon 2015 kamen die Mobile-Homes per Schwertransport nach Battenberg. Ihr Zustand ist seitdem nicht gerade besser geworden.

„In Holland kann man solche Mobile-Homes mieten“, weiß Klein.

Anfragen, aber kein Gebot

Für die fünf Battenberger Wohncontainer habe es „einige Anfragen“ gegeben, berichtet der Bürgermeister – allerdings bis Mittwochnachmittag kein einziges Gebot. Wer sich für die Auktion interessiert, kann auf der Homepage der Stadt Battenberg nachschauen und mitbieten. Falls niemand ein „vernünftiges Gebot“ abgeben sollte, kann sich Bürgermeister Klein auch eine Nutzung durch örtliche Vereine oder Jugendclubs vorstellen.

Klar ist: Den Verkaufserlös, den die Stadt möglicherweise erzielt, dürfte sie behalten. Angeschafft worden waren die Container damals zentral vom Landkreis. Finanziert wurden sie über die sogenannte Flüchtlingspauschale von den Kommunen.

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