Rauchmelder in der Küche: Schon 21 Mal Fehlalarm im Flüchtlingsheim

Maschinisten-Ausbildung bei der Feuerwehr Battenberg: Stadtbrandinspektor Michael Wenzel (links) erklärt den Nachwuchskräften Marvin Koch, Sven Birkenbusch und Sabine Isaak die Technik des Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeuges HLF 20/16. Foto: Hoffmeister

Battenberg. 21 Mal hat die Brandmeldeanlage im früheren Altenheim am Wingertsberg in diesem Jahr Alarm ausgelöst. In dem früheren Heim sind derzeit 65 Flüchtlinge untergebracht.

Für die Feuerwehrleute um Stadtbrandinspektor Michael Wenzel ist es jedes Mal Ernst - und dann doch wieder nur Fehlalarm. Auf der Internet-Seite der Feuerwehr werden die Fehlalarme vom Wingertsberg anonymisiert als „Brandmelder“-Einsätze verbucht, weil die Brandschützer jedem Anflug von Fremdenfeindlichkeit vorbeugen wollen. Fakt ist: Viele Flüchtlinge sind ebenfalls unglücklich über die ständigen Einsätze der Feuerwehr. Und: Sie können oft gar nichts dazu.

„Am Anfang waren es Räucherstäbchen, Deospray oder Wasserkocher“, sagt Michael Wenzel. „Heute kommt der Alarm nur noch aus der Küche.“ Es ist paradox: Wer installiert schon Rauchmelder in der Küche, wo doch täglich beim Kochen Rauchschwaden wabern?

Doch in Flüchtlingsheimen sind Rauchmelder in den Küchen nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes zwingend vorgeschrieben. „Wir sensibilisieren die Bewohner zwar ständig, beim Kochen zu lüften und an die Rauchmelder zu denken. Das hilft jedoch nicht immer - vor allen Dingen, wenn Bewohner wechseln“, sagt DRK-Kreisgeschäftsführer Christian Peter.

Die Kombination von Rauchmelderpflicht einerseits und den Kochgewohnheiten der Bewohner andererseits mache es schwierig, die Fehlalarme zu reduzieren. Das Ganze sei nicht nur für die Feuerwehr ärgerlich, sondern gehe richtig ins Geld. „Wir müssen für jeden Fehlalarm 350 Euro zahlen. Das sind rund 7000 Euro in diesem Jahr“, sagt Christian Peter.

„Ich bin stolz auf meine Kameraden“, sagt Stadtbrandinspektor Wenzel. „Es weiß eigentlich jeder, dass nichts ist, wenn wir zum Wingertsberg ausrücken. Aber es sind trotzdem immer viele da.“

Auf den Punkt brachte es Uwe Willstumpf aus der Einsatzabteilung: „Lieber 100 Mal umsonst hinfahren, als dass das Ding abfackelt.“ 

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