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Jörg Heinemann hat seinen Battenberger Getränkehandel verkauft

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Von: Thomas Hoffmeister

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Es gibt nur noch Fassbier bei der Firma Heinemann in Battenberg. Unser Bild zeigt Eric Böhl (links) und David Ruckert (3. von links) beim Einladen von Bierfässern mit Gerstensaft der Marke „Heineberger“. Mit dabei: Jörg Heinemann (2. von links) sowie dessen Söhne Daniel und Lukas (rechts).
Es gibt nur noch Fassbier bei der Firma Heinemann in Battenberg. Unser Bild zeigt Eric Böhl (links) und David Ruckert (3. von links) beim Einladen von Bierfässern mit Gerstensaft der Marke „Heineberger“. Mit dabei: Jörg Heinemann (2. von links) sowie dessen Söhne Daniel und Lukas (rechts). © Thomas Hoffmeister

Getränke-Groß- und Einzelhändler Jörg Heinemann hat sein Unternehmen an die GIM & Lütticke GmbH & Co. KG mit Hauptsitz in Korbach verkauft. Seit dem 11. April ist die Battenberger Firma Heinemann, die vor der Corona-Krise jährliche Millionen-Umsätze erzielte und Gastronomen im weiten Umkreis mit Getränken aller Art belieferte, Geschichte.

Battenberg – „Das ging alles sehr schnell“, sagt der bisherige Firmenchef Jörg Heinemann (55), der seine Kunden weiter betreuen wird – allerdings als angestellter Berater der GIM & Lütticke GmbH, einer Vertriebsgesellschaft der Krombacher Brauerei. „Ich bin künftig ’raus aus der Verantwortung“, so Heinemann.

Zuletzt beschäftigte Heinemann vier Vollzeit-Mitarbeiter. „Die haben alle ein Angebot zur Übernahme bekommen“, sagt Heinemann. Der Betriebsübergang habe „vor Beginn der Festsaison“ erfolgen müssen. Daraus habe sich der Zeitdruck ergeben.

Klar sei, dass der Standort Battenberg aufgegeben werde. Gastronomie-Kunden würden künftig von der GIM über die Standorte Korbach, Rotenburg (Fulda) und Ehringshausen beliefert. Das habe für die Gastronomen den Vorteil, dass sie aus einem erheblich größeren Sortiment auf digitalem Weg bestellen könnten. „Die Kunden sollen am besten gar nicht merken, dass sich etwas verändert hat“, sagt Heinemann. Privatkunden aus der Region empfiehlt er „Schnuffis Getränkeladen“ von Jürgen Gräbe in Rosenthal.

Ganz ohne Bierverkauf wird es bei den Heinemanns in Battenberg aber auch künftig nicht gehen. Er sei froh darüber, dass sich seine beiden Söhne Lukas (28) und Daniel (26) bereit erklärt haben, stundenweise an den Wochenenden Fassbier zu verkaufen, sagt Jörg Heinemann. Dafür werde ein Gebäude neben der großen Getränkehalle gerade umgebaut.

Freitags von 16 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 12 Uhr bieten Lukas und Daniel Heinemann dort künftig die in Bayern gebraute Eigenmarke „Heineberger“ hell und dunkel sowie weitere gängige Biere an – insgesamt 70 verschiedene Sorten, jedoch kein Flaschenbier mehr. Auch Getränkewagen, Gläser, Tische und Bänke für private Feierlichkeiten kann man weiterhin bei der Firma Heinemann mieten. „Eine Festbewirtschaftung machen wir aber nicht mehr“, stellt Jörg Heinemann klar.

Die beiden Söhne haben ihr Studium abgeschlossen und sich beruflich anders orientiert. Lukas ist als Vertriebsmanager für das Allendorfer Unternehmen Viessmann tätig. Daniel arbeitet als Unternehmensberater. „Wir opfern gern mal zwei Stunden freitags und samstags“, erklären die Söhne.

„Natürlich ist das ein Einschnitt“, sagt Jörg Heinemann. Er sei „ein bisschen traurig“, aber auch gespannt auf die neue Aufgabe. Sein bisheriger Job habe 30 Jahre lang sein Leben geprägt – „sieben Tage die Woche, rund um die Uhr“. Mit bald 56 Jahren müsse er an die Zukunft des Unternehmens denken – auch für den Fall, dass er mal ausfalle.

Corona sei im Übrigen nicht der Auslöser für den Verkauf gewesen, sagt Heinemann. „Aber Corona hat mir die Augen geöffnet. Ich kam ja vor lauter Arbeit gar nicht dazu, über Arbeitsprozesse nachzudenken.“

Das Fazit des bisherigen Firmenchefs: „Ich denke, wir haben eine gute Entscheidung getroffen. Alles Weitere wird die Zukunft zeigen.“

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