Neues Leader-Programm ab 2023

Region Burgwald-Ederbergland bewirbt sich um EU-Millionen

Diskussionsrunde an der Themenwand: Moderatorin Marlene Rosenberger (links) mit einigen Teilnehmern – hier (Mitte von links) Christian Klein, Walter Sellmann, Dirk Junker, Siegfried Franke (verdeckt) und Rainer Hesse
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Diskussionsrunde an der Themenwand: Moderatorin Marlene Rosenberger (links) mit einigen Teilnehmern – hier (Mitte von links) Christian Klein, Walter Sellmann, Dirk Junker, Siegfried Franke (verdeckt) und Rainer Hesse

Mit Auftaktveranstaltungen in Battenberg, Mellnau und Wohratal ist die Region Burgwald-Ederbergland in die Bewerbung für die neue Förderperiode 2023 bis 2027 des EU-Programms Leader gestartet. Mit dem Geld – im besten Fall vier bis fünf Millionen Euro für die Region – sollen Projekte und Aktionen unterstützt werden, die die Entwicklung des ländlichen Raums fördern.

Battenberg - Neu ist beim Leader-Programm, dass das Land Hessen, das wie der Bund Geld in den Fördertopf einzahlt, einen engeren Rahmen für die Projekte gesetzt hat. „Diese Vorgaben finde ich nicht gut. Wir wissen selbst genau, wie wir unsere Region entwickeln können“, sagte Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß in Battenberg als Vorsitzender der Region Burgwald-Ederbergland.

„Wir wollen heute vorstellen, was möglich ist, welchen Rahmen uns das Ministerium anbietet und was wir schon haben“, sagte Lena Bischoff-Stein, die Geschäftsführerin der Region Burgwald-Ederbergland e.V. mit Sitz in Wetter. Dem Verein gehören 15 Städte und Gemeinden zwischen Bromskirchen und Kirchhain an.

Etwa 40 Teilnehmer nahmen an der Auftaktveranstaltung in der Burgberghalle teil. Die meisten von ihnen sind schon in den Dörfern und Städten, in Vereinen und Verbänden für die Regionalentwicklung aktiv – darunter zum Beispiel die Bürgermeister Christian Klein (Battenberg), Dirk Junker (Hatzfeld) und Hans Waßmuth (Rosenthal), Silvia Henk (Ederbergland-Touristik), Heinz-Günther Schneider (NABU) und Dr. Jürgen Römer (Leiter Fachdienst Dorf- und Regionalentwicklung beim Landkreis).

Was ist Ihnen wichtig für die Entwicklung der Region? Moderator Michael Falk (rechts) sammelte Themen und Ideen; links Teilnehmer Dr. Jürgen Römer.

Für die Bewerbung zur neuen Förderperiode muss der Verein bis zum 31. Mai eine lokale Entwicklungsstrategie erstellen. Dabei arbeitet er mit dem Planungsbüro „360 smart“ aus Frankfurt zusammen. „Es geht um eine Gebietsanalyse, um Stärken und auch Schwächen. Deshalb wird gern ein externes Büro beauftragt“, sagte Martina Rosanski von „360 smart“.

„Wo will die Region hin? Dafür brauchen wir Ihre Meinung. Wir wollen wissen, was Ihnen wichtig ist“, sagte Rosanski den Teilnehmern und lud sie an vier Themenwände in der Burgberghalle ein: Tourismus/Naherholung, Jugend/Kultur/Bildung, Kleinstunternehmen/Nahversorgung und Bioökonomie. Es ging darum, wo es Probleme in der Region gibt, wo Potenzial ist, welche Projekte und Akteure es schon gibt. „Wir wollen ein Gefühl dafür bekommen, was hier passiert“, sagte Marlene Rosenberger vom Moderatoren-Team.

„Wo will die Region hin? Dafür brauchen wir Ihre Meinung. Wir wollen wissen, was Ihnen wichtig ist.“

Moderatorin Martina Rosanski

Der Fachkräftemangel sei ein Thema für die Wirtschaft hier auf dem Land, sagten Teilnehmer, für Touristen fehle es an Übernachtungsmöglichkeiten und neuen Konzepten. Es wurde über Mehrgenerationenwohnen gesprochen und über nachhaltiges Konsumverhalten.

Moderatorin Martina Rosanski (hinten) mit einigen Teilnehmern.

„Ideen haben wir genug, es scheitert oft an der Umsetzung, oft auch an der Bürokratie. Wir müssen schauen, wie wir die Leute besser unterstützen“, sagte Hatzfelds Bürgermeister Dirk Junker zum Thema Tourismus und Gastronomie. Es sei auch wichtig, sich untereinander besser auszutauschen, ergänzte Siegfried Franke vom Battenberger Nachbarschaftsnetzwerk. „Viele Angebote, die es schon gibt, sind auch einfach nicht bekannt“, berichtete Battenbergs Bürgermeister Christian Klein.

Fachforen und Ideenwettbewerb im neuen Jahr

Nach anderthalb Stunden zeigte sich Martina Rosanski „sehr zufrieden“: „Wir haben wunderbare Ergebnisse, damit können wir weiterarbeiten.“ Weiter geht es mit Fachforen im Januar und Februar zu einzelnen Themen und mit ersten Projekten. Dazu sind auch weitere Interessierte willkommen. Auch einen Ideen-Wettbewerb wird es geben, an dem sich jeder beteiligen kann. Die besten Ideen sollen in das Bewerbungskonzept einfließen.

Anfang Mai ist eine Abschlussveranstaltung geplant, Ende Mai muss das Konzept fertig sein. Die Anerkennung wird für November 2022 erwartet. Am 1. Januar 2023 kann die neue Förderperiode starten – es wäre die fünfte für die Region Burgwald-Ederbergland.

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