Reparatur-Café: Battenberger Tüftler mit hoher Erfolgsquote

Im Reparatur-Café: Hier schauen sich (von links) Reinhold Ahrens, Ramadan Mariam und Gerhard Gnau einen CD-Player von innen an. Mit einem neuen Kabel sollte er wieder funktionieren, meinen sie. Foto: Biedenbach

Battenberg. Der Kaffeeautomat heizt nicht, die Küchenmaschine macht komische Geräusche, der Mixer streikt: alles Fälle für die Tüftler vom Nachbarschaftsnetzwerk Battenberg.

Sie reparieren beim monatlichen Reparatur-Café kostenlos Geräte und Sachen, die zum Wegwerfen zu schade sind. Die Erfolgsrate liegt bei 75 Prozent.

HNA-Redakteurin Martina Biedenbach hat das Reparatur-Café mit ihrem defekten Staubsauger aufgesucht. Ob die Tüfler ihr weiterhelfen konnten, lesen Sie hier:

Mit meinem Staubsauger unterm Arm betrete ich das Reparatur-Café des Nachbarschaftsnetzwerks in Battenberg. Gleich am Eingang nimmt mich Koordinator Oskar Weigand in Empfang und hört sich mein Problem an: Eines von zwei Rädchen am Staubsaugerfuß fällt immer wieder ab. Alle meine Versuche, es zu befestigen, scheiterten. Für 30 oder 40 Euro eine neue Bodendüse für das zwölf Jahre alte Gerät zu kaufen, wie man mir im Elektrohandel riet, das lohnt sich nicht. Doch wegwerfen will ich den gut funktionierenden Sauger auch nicht.

Genau dafür finde ich das volle Verständnis der Tüftler Mathias Keiler (Battenberg) und Reinhard Heimel (Münchhausen), an deren Tisch mich Koordinator Weigand verwiesen hat. „Es wird viel zu viel weggeworfen. Das ist nicht umweltfreundlich“, sagen sie und gucken sich das Rädchen an. „Wir versuchen es mit Löten“, entscheidet Keiler. Ruckzuck haben sie das Plastikteil, in den der Verbindungsstift gesteckt, mit einem Lötkolben aufgeweicht und enger gezogen. Es hält.

„Probieren Sie es zu Hause aus. Sollte das Rädchen wieder rausfallen, kommen Sie nächsten Monat wieder. Wir versuchen es dann mit einem Draht oder Metallstift“, sagen die Männer - und freuen sich wie ich, dass zunächst einmal eine simple Lösung gefunden wurde.

„Es macht Spaß, anderen Leute weiterzuhelfen.“

Mathias Keiler Tüftler

„Es macht Spaß, anderen Leute weiterzuhelfen“, sagt Mathias Keiler und erinnert sich an die ältere Dame, die mit einer zerbrochenen Suppenschüssel kam - ein Familienstück, an dem sie hing. Mit einem Zwei-Komponenten-Kleber hat der Tüftler die Terrine wieder zusammengesetzt und die ältere Frau strahlte.

Am Tisch nebenan sitzen Gerhard Gnau (Frohnhausen) und Reinhold Ahrens (Rennertehausen) über einen CD-Player gebeugt. Mit dabei Flüchtling ist Ramadan Mariam, der in seiner syrischen Heimat 25 Jahre als Elektriker gearbeitet hat. Die drei Tüftler sind ganz vertieft in die Fehlersuche - und stellen fest: „Es liegt am Kabel.“ Die Besitzerin braucht nur ein neues zu besorgen.

Ob die ehrenamtlichen Reparatur-Helfer auch die Küchenmaschine einer Frau aus Haine reparieren konnten, die nicht mehr rührte, und wie das Reparatur-Café auch zur Geselligkeit beiträgt, das lesen Sie in der gedruckten Mittwochausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine

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